Das Videospiel- und Technik-Lexikon

In der Gaming-Welt wird viel mit Fachbegriffen um sich geworfen. Unser Lexikon gibt Aufschluss über deren Bedeutungen.

Hier erkären wir euch die wichtigsten Fachbegriffe.

Hier erkären wir euch die wichtigsten Fachbegriffe.

In der Welt der Technik und Spiele gibt es viele Fachbegriffe, die nicht jeder sofort zuordnen kann. "Was sind FPS?" "Anisotrope Filterung? Klingt wie etwas aus der Chemie." "Wo genau liegt nochmal der Unterschied zwischen Remaster und Remake?" Auf all diese Fragen und noch mehr liefern wir euch mit diesem Lexikon die passenden Antworten, damit ihr beim Lesen unserer Artikel eben nicht mehr das Gefühl habt, nur Kauderwelsch zu verstehen.

1080p: 1080p oder Full HD, genauer gesagt 1920x1080, ist die Bildschirmauflösung, in der die Spiele auf der PlayStation 4 und Xbox One laufen. Auch auf dem PC ist das nach wie vor der Standard. Die Nintendo Switch gibt Spiele im TV-Modus ebenfalls in 1080p wieder, doch nicht in jedem Fall werden die Titel auch in dieser Auflösung berechnet. The Legend of Zelda: Breath of the Wild zum Beispiel läuft nativ in 900p (1600x900) und wird nur auf Full HD hochskaliert.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Berittener Kampf

Um Leistung zu sparen, läuft The Legend of Zelda: Breath of the Wild im TV-Modus der Switch nicht in der höchstmöglichen Auflösung, sondern wird nur von 900p auf 1080p hochskaliert.

720p: Früher verkauften die TV-Hersteller Fernsehgeräte, die mit dem Begriff HD-ready beworben wurden. Der Hintergrund: Die Bildschirme hatten nur eine Auflösung von 1280x720 oder kurz gesagt 720p, was nicht einem richtigen HD-Bild entsprach. Heutzutage wird zumindest stationär nicht mehr in dieser geringen Auflösung gespielt. Wer die Nintendo Switch im Handheld-Modus nutzt, begutachtet seine Spiele jedoch nur in 1280x720 Pixeln.

4K: 4K ist eine Abkürzung und steht für die ungefähr 4000 Pixel, die bei der Auflösung von 3840x2160 das Bild erzeugen. Eine andere Bezeichnung für diese Auflösung ist UHD (Ultra High Definition). Um Spiele in 4K genießen zu können, was ein viel detaillierteres Bild als bei der üblichen Full-HD-Auflösung von 1920x1080 bedeutet, ist ein passender UHD-Bildschirm (Fernseher oder PC-Monitor) nötig. Die einzigen Konsolen, die derzeit Spiele in 4K berechnen können, sind die PlayStation 4 Pro (skaliert die meisten Spiele aber nur auf 4K hoch) und die Xbox One X. PC-Spieler, die in UHD zocken wollen, brauchen einen sehr leistungsstarken Rechner.

PlayStation 4 Pro

Die PS4 Pro berechnet nicht jedes Spiel in nativen 4K, vieles wird nur hochskaliert. Die Xbox One X hingegen ist aufgrund stärkerer Hardware in der Lage, bei deutlich mehr Titeln die UHD-Muskeln spielen zu lassen.

AAA: Spiele werden mit unterschiedlich großen Budgets entwickelt. Investiert ein Hersteller richtig viel Geld in die Produktion, spricht man von einem AAA-Titel. Dieser Begriff lässt sich im Grunde auf alle aufwendigen Spiele der großen Publisher, also etwa Electronic Arts, Microsoft, Sony, Ubisoft, Nintendo und Co, anwenden. Das Äquivalent aus der Filmbranche sind die Blockbuster.

GTA 5 - Michael

GTA 5 ist das Paradebeispiel für ein AAA-Spiel.

Anisotrope Filterung: Wenn ihr euch in einem Videospiel zum Beispiel seitlich an eine Mauer stellt, seht ihr die Auswirkungen von Anisotroper Filterung, sofern sie denn aktiviert ist (was bei Konsolenspielen immer der Fall sein sollte, auf dem PC müsst ihr das händisch machen). Es handelt sich hierbei um einen grafischen Trick, der dafür sorgt, dass Texturen bei flachen Betrachtungswinkeln in der Ferne nicht unscharf werden. Ähnliche Techniken sind die Bilineare und Trilineare Filterung, die weniger Leistung kosten, aber auch schlechtere Ergebnisse liefern und nicht mehr ganz zeitgemäß sind.

Anti-Aliasing: Anti-Aliasing oder auch Kantenglättung ist eine Technik, die eben genau das macht, was der Name verspricht. Aliasing bedeutet übersetzt Treppeneffekt, das Anti-Aliasing wirkt also dagegen. Gerade in niedrigen Auflösungen gibt es oft das Problem, dass bei schrägen Kanten eine Treppchenbildung zu erkennen ist. Das liegt daran, dass Pixel quadratisch sind, wodurch schräge Linien nicht gerade aussehen. Wenn ihr in 4K spielt, ist dieser Effekt deutlich weniger ausgeprägt als in Full-HD. Anti-Aliasing "beruhigt" das Bild. Die Kanten werden geglättet, indem die Farbübergänge zwischen ihnen und dem Hintergrund fließender gestaltet werden. Dadurch wirken sie gerader und das Bild flimmert weniger. Es gibt jedoch nicht nur eine Form der Kantenglättung, sondern gleich mehrere, die unterschiedlich effektiv sind und daher auch mal mehr, mal weniger Performance fressen. Beispiele sind SSAA (Supersampling), MSAA (Multisampling) und FXAA (Fast Approximate Anti-Aliasing).

AR: AR steht für Augmented Reality und ist eine Technologie, bei der die reale Welt um virtuelle Elemente sozusagen erweitert wird. Die einfachste Form davon ist ein Spiel wie der Mobile-Hit Pokémon GO. Wer hierbei auf Monsterfang geht, läuft mit dem Smartphone "bewaffnet" durch seine Nachbarschaft oder andere Orte und sobald auf der digitalen Landkarte ein Pokémon zu sehen ist, tippt man es an, woraufhin ein Minispiel startet. Dabei wird die Kamera des Mobiltelefons aktiviert und die Kreatur sozusagen auf dem Bildschirm in die reale Umgebung projiziert. Eine deutlich fortgeschrittenere Variante von Augmented Reality ist Microsoft HoloLens: eine Brille, die 3D-Projektionen in der Umgebung darstellt, mit denen per Handgesten interagiert wird.

Auto-Aim: Auto-Aim ist eine Funktion, die euch das Zielen in Shootern erleichtert und in erster Linie in Konsolenspielen zu finden ist. Sie korrigiert die Flugbahn von Projektilen, sodass ihr auch dann trefft, wenn ihr leicht danebenzielt, was bei der ungenauen Steuerung per Gamepad durchaus häufig vorkommt. Das Ganze ist übrigens von einer Lock-on-Funktion zu unterscheiden, bei der das Fadenkreuz automatisch auf einen Gegner ausgerichtet wird, damit ihr gar nicht zielen müsst. Auf dem PC, wo Shooter in der Regel mit Maus und Tastatur gespielt werden, ist Auto-Aim kein so großes Thema – zumindest dann nicht, wenn wir von einem offiziellen Spiel-Feature sprechen. Denn leider gibt es für Multiplayer-Shooter Cheat-Programme, sogenannte Aim-Bots, die Spielern einen unfairen Vorteil gegenüber anderen verschaffen.

Bugs: Bugs sind Programmierfehler in einem Spiel (oder anderweitiger Software). Der Name hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Amerikanische Ingenieure sollen damals die scherzhafte Vorstellung gehabt haben, dass kleine Käfer in Maschinen gekrabbelt sind und sich an deren Innerem zu schaffen gemacht haben.

Cel Shading: Wenn Spiele einen sehr comicartigen Look haben, bei dem Figuren und Objekte schwarze Kanten aufweisen und es weniger Schattierungen gibt, spricht man von Cel Shading. Prominente Beispiele hierfür sind die Borderlands-Spiele von Gearbox Software. Die ersten Titel mit Cel-Shading-Look erschienen bereits Anfang der 2000er, etwa das Dreamcast-Spiel Jet Set Radio von 2000 oder der Ego-Shooter XIII von 2003.

DLSS: Deep Learning Super Sampling, kurz DLSS, ist eine noch recht junge Anti-Aliasing-Technologie von Nvidia. Nur Besitzer einer Grafikkarte der GeForce-RTX-Familie profitieren von dem Feature. DLSS verspricht eine sehr gute Kantenglättung bei vergleichsweise geringem Performance-Anspruch. Das Deep Learning macht es möglich: Eine KI in einem Rechenzentrum berechnet die Bilder vor, wodurch der Grafikchip in eurem PC weniger Arbeit hat. Allerdings ist DLSS genau genommen gar keine Kantenglättung. Die Bildqualität wird nämlich nicht verbessert, sondern intern mit einer niedrigeren Pixelmenge, als sie der eigene Bildschirm hat, berechnet und dann von einem Algorithmus so hochskaliert, dass das, was ihr zu sehen bekommt, fast so gut aussieht, als würde es in der nativen Auflösung gerendert werden. Soll heißen: Ein Spiel wird beispielsweise in 1080p gerendert und die KI skaliert es dann auf 4K hoch, um Leistung zu sparen.

DLC: DLC steht für "Downloadable Content" und steht für jegliche Zusatzinhalte für Spiele, die ihr euch extra herunterladen könnt. In den meisten Fällen kostet das Geld, es gibt aber auch Gratis-DLCs. Früher verkauften die Hersteller noch Add-ons, also größere Erweiterungspakete, auf CD beziehungsweise DVD. Den Anfang der DLCs markiert die Pferderüstung für das Rollenspiel The Elder Scrolls 4: Oblivion von 2006.

Engine: Engine heißt ins Deutsche übersetzt Motor. Was wir mit dem Begriff meinen, ist aber nicht das Herz eines Autos oder einer anderen Maschine, sondern Spiel-Engines. Die Allegorie passt aber auch hier: Die Engine eines Spiels ist sozusagen sein Herz. Sie ist das Programmiergerüst, das alle Vorgänge steuert und obendrein für die visuelle Darstellung sorgt. Bekannte Beispiele sind die Unreal Engine von Epic Games (Fortnite) oder die Frostbite-Engine von DICE, die in vielen Spielen von Electronic Arts zum Einsatz kommt. Die Verwendung letzterer ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass eine Engine weit mehr als nur ein Grafikgerüst ist, wie man gerne sagt, und sich nicht für alle Arten von Spielen eignet. Die Frostbite-Engine etwa wurde für Multiplayer-Ego-Shooter gebaut, nicht für Third-Person-Spiele wie Anthem mit einem Inventarsystem und anderen Funktionen, die ein Battlefield schlichtweg nicht hat - ein Grund dafür, weshalb die Entwicklung von BioWares Loot-Shooter so problematisch verlief.

FPS: Die Abkürzung FPS steht für "frames per second", also die Bilder, die pro Sekunde auf dem Bildschirm zu sehen sind. In Videospielen ist es wichtig, eine hohe Bildrate zu haben, damit es nicht zu Rucklern kommt. Auf den Konsolen sind 30 FPS der Standard. Hierbei präsentiert sich euch ein flüssiges Spielerlebnis, es geht jedoch noch viel geschmeidiger. Auf dem PC sind 60 Bilder pro Sekunde der Standard und mit einem ordentlichen Rechner auch in fast jedem Spiel zu erreichen, entsprechende Hardware vorausgesetzt sind aber noch viel höhere Werte möglich.

HDR: Wer The Elder Scrolls 4: Oblivion auf dem PC gespielt hat, der wird die Abkürzung HDR sicherlich mit jenem Rollenspiel von Bethesda Softworks aus dem Jahr 2006 in Verbindung bringen. Darin ist HDR eine Grafikoption, die für bessere Beleuchtungseffekte als die Alternative namens Bloom sorgen soll. In beiden Fällen handelt es sich aber bloß um Überstrahleffekte. Das HDR in Oblivion hat daher wenig mit dem HDR, kurz für "High Dynamic Range", zu tun, das wir von modernen Fernsehern und PC-Monitoren kennen. Diese Technik sorgt für einen höheren Kontrast- und Farbumfang des Bildes und damit eine bessere Bildqualität. Wer in den Genuss dieser Technologie kommen möchte, braucht einerseits den passenden Bildschirm, andererseits im Fall eines PCs eine moderne Grafikkarte von Nvidia oder AMD (ab der GeForce-900- beziehungsweise Radeon RX-400-Serie), während Konsolenspieler nur mit einer PS4 Pro oder Xbox One X Spiele mit HDR erleben können.

HUD: HUD steht für Head-up-Display. Das ist ein Anzeigesystem, das in der realen Welt vor allem in der Flugfahrt, aber auch in Autos zum Einsatz kommt. Es handelt es sich um Anzeigen mit wichtigen Informationen, die in das Sichtfeld eines Piloten beziehungsweise Autofahrers projiziert werden. In Videospielen erfüllt das HUD den gleichen Zweck. Auch hier beschreibt der Begriff Anzeigen, die euch als Spieler über gewisse Dinge informieren, die aber nicht Teil der Spielwelt sind. Beispiele hierfür wären etwa die Munitionsanzeige in einem Shooter oder die Positionsanzeige in einem Rennspiel.

Motion Capture: Wörtlich übersetzt heißt Motion Capture Bewegungserfassung und das trifft auch schon den Nagel auf den Kopf. Es handelt sich hierbei um ein Tracking-Verfahren, bei dem Bewegungen aufgezeichnet und von einem Computer analysiert und weiterverarbeitet werden, um Animationen von virtuellen Charakteren realistisch wirken zu lassen. In der Filmproduktion kommt die Technik schon lange zum Einsatz, bei Spielen ist sie aber auch schon lange gang und gäbe. Eine erweiterte Variante ist das sogenannte Performance Capture, bei dem selbst feinste Gesichts- und Fingerbewegungen auf eine virtuelle Figur übertragen werden. Prominentes Beispiel dafür ist das Krimi-Adventure L.A. Noire von Rockstar Games, das 2011 mit für die damalige Zeit revolutionären Gesichtsanimationen Aufmerksamkeit erregte.

Pacing: Pacing ist ein sehr schwammiger Begriff, der sich vom englischen "to pace" (gehen, schreiten, durchschreiten) ableitet. Vornehmlich wird er auf Filme angewendet und beschreibt quasi deren Tempo. Zieht sich die Geschichte in die Länge oder wird sie sehr flott erzählt? Wie sieht das Verhältnis von ruhigen zu actionreichen Szenen aus? Das Pacing, von dem wir im Bezug auf Filme sprechen, lässt sich nicht eins zu eins auf Spiele übertragen. Aber auch hier benutzen Kritiker immer wieder gerne den Pacing-Begriff, um ein Spiel zu bewerten. Und es hat in dem Fall genauso etwas mit dem Tempo zu tun. Ein Spiel, dessen Handlung sich in die Länge gezogen fühlt, weil ihr zum Beispiel zwischen jedem Story-Highlight irgendwelches Füllmaterial serviert bekommt, hat ein schlechtes Pacing. Levels, die zu lang sind und ihre grundlegende Idee überreizen, tragen ebenfalls dazu bei, dass man von einem schlechten Pacing spricht.

Patch: Ein Patch ist eine Sammlung von Daten für eine Software, also eben zum Beispiel ein Spiel, die sie korrigieren soll. In Programme schleichen sich eben gerne Fehler ein, die bei der Entwicklung übersehen wurden. Mit Patches merzt der Hersteller diese sogenannten Bugs aus. Doch oftmals ist auch dann von einem Patch die Rede, wenn er deutlich mehr als nur Fehlerbehebungen liefert. Blizzard zum Beispiel bezeichnet die Updates für das MMORPG World of WarCraft durchgehend als Patches. Sie behehen aber nicht nur Bugs, sondern bieten auch Änderungen an der Spielbalance und teilweise sogar komplett neue Inhalte.

No Man's Sky - "Next"-Update

In so einem Fall wie etwa dem großen "Next"-Update für No Man's Sky kann kaum noch von einem Patch die Rede sein.

Raytracing: Raytracing ist eine Grafiktechnologie, die in Filmen längst gang und gäbe ist und seit 2018 auch in Spielen zum Einsatz kommt. Auf Deutsch übersetzt heißt es Strahlenverfolgung und dient dazu, den realistischen Verlauf von Lichtstrahlen zu simulieren. Das ermöglicht nicht nur bessere Schatteneffekte, sondern zum Beispiel auch Spiegelungen von Objekten oder Figuren, die gar nicht im Blickfeld des Spielers stehen, in Echtzeit, ohne dafür irgendwelche Tricks zu verwenden. Der Haken an der Sache: Raytracing ist ein wahrer Performance-Fresser und wird derzeit (Stand Mai 2019) nur von Nvidia-Grafikkarten ab der GTX-1000-Serie unterstützt. Doch nur mit den RTX-Karten sind die Effekte wirklich nutzbar, ohne dass sie die Bildrate zu sehr in den Keller absacken lassen.

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