Resident Evil 2: Atmosphärisch und zugleich grauenvoll!

In nicht einmal mehr zwei Monaten erscheint die Neuinterpretation von Resident Evil 2.

Grund genug für uns, noch einmal in das Horrorspektakel hineinzuschauen. Wir haben zwar bereits zweimal Raccoon City mit Claire und Leon unsicher gemacht, aber im Vergleich zu dem, was Capcom jetzt gezeigt hat, war das nur ein lauer Vorgeschmack. Gut sechs Wochen vor Release hat der japanische Hersteller eine Version des Spiels präsentiert, die uns mit Gänsehaut, offenen Mündern und schweißnassen Händen zurückgelassen hat.

Unseren ersten Eindruck zu Resident Evil 2 haben wir auf der gamescom gewonnen und wir waren begeistert. Ein paar Wochen später hat uns Capcom dann besucht und unsere Vorfreude auf den Titel damit weiter gesteigert. Ohne etwas vorweg zunehmen: Dieses Mal hat uns das Spiel schlichtweg umgehauen! Selten saßen wir bei einem Termin so gespannt und so gefesselt vor dem Bildschirm und haben nahezu alles um uns herum vergessen. Es hätte auch ein Feueralarm losgehen können, wir hätten es nicht gemerkt, so sehr waren wir von der Welt, den Charakteren und der Inszenierung gefangen.

Resident Evil 2 Trailer:

Leon und Ada sind wieder unterwegs

Die Präsentation gliederte sich in zwei Abschnitte. Einmal durften wir mit Leon S. Kennedy sowie Ada Wong und einmal mit Claire durch die zombieverseuchten Straßen, Gebäude und die Kanalisation der Kleinstadt streifen. Wobei streifen nicht der richtige Terminus ist, wenn an jeder Ecke Zombies und andere Gefahren lauern. Es ist eher ein behutsames Vortasten, um nicht sofort aufgefressen oder selbst zum Zombie zu werden. Aber der Reihe nach. Der Anfang beginnt noch recht entspannt. Als Leon verlassen wir zusammen mit Ada Wong die bekannte Polizeistation von Raccoon City, um nach einem geheimen Labor der Umbrella Corporation zu suchen. Es regnet zwar ein bisschen, aber das stört nicht weiter.

Diese Licker sind echt ekelhafte Gestalten.

Diese Licker sind echt ekelhafte Gestalten.

Raccoon City, eine Stadt voller Zombies

Unser Weg führte uns durch einen Waffenladen, wo wir erst einmal ein bisschen Munition einsackten, um uns für mögliche Konfrontationen mit Untoten zu wappnen. Keine zwei Sekunden später schlurfte der erste Hirnfresser Leon und Ada entgegen, aber ein paar gezielte Kopfschüsse später sackte das Gestell aus Knochen und Fleisch leblos in sich zusammen. Hey, das war ja einfach! Ha! Pustekuchen, selbst mit einem Pfund Blei in der hohlen Rübe rappelte sich das Geschöpf wieder auf und versuchte uns seine Art einer liebevollen Umarmung näherzubringen. Erst wenn der Kopf stilvoll zu grober Leberwurst verarbeitet wurde, blieb er auch liegen. Weiter ging’s, es musste schließlich der versteckte Eingang zum geheimen unterirdischen Labor von Umbrella gefunden werden und da führte uns der Weg durch die Kanalisation. Dort wartete umgehend der erste große Brocken. Ein überdimensionaler Alligator fing an aufmüpfig zu werden. Während sich Ada dabei geschickt aus der Affäre gezogen hat, mussten wir mit Leon allein weiter.

Leon und Ada Gameplay:

Nicht nur Ballern ist angesagt

Kurz nachdem wir das Reptil ins Reich der Toten befördert haben und wir wieder zurück zu Ada gelangt sind, wurde Leon von Annette Birkin, einer Wissenschaftlerin von Umbrella, verletzt. Ab jetzt durften wir zum ersten Mal mit der sexy Agentin spielen. Im Gegensatz zu Leon, der seine Argumente gern mit Feuerkraft durchsetzt, sind die Mittel von Ada weitaus subtiler. Zwar besitzt sie auch ein kleines Schießeisen, aber ihre Spielweise fokussiert sich mehr auf ein leises Vorgehen und das Manipulieren von elektronischen und anderen Gerätschaften. Dementsprechend mussten wir unser Verhalten anpassen. In den ersten Minuten gab es nämlich ordentlich auf die Fresse. Aber spätestens, wenn sie geschickt um blinde Gegner herumschleicht und sich mit einer anmutigen Eleganz aus Fallen befreit, weiß man diese Abschnitte zu schätzen.

Wo geht's hier nach draußen?

Claire Redfield hingegen ähnelt doch sehr Leon. Sie besitzt keine militärische Ausbildung, doch ihr unbändiger Wille, nach ihrem Bruder Chris in Raccoon City zu suchen, lässt sie schnell den Umgang mit diversen Waffen lernen und dennoch hat man stets das Gefühl, mit einem zerbrechlichen Charakter unterwegs zu sein. Besonders eindrucksvoll wird das in den überragend inszenierten Zwischensequenzen deutlich, wenn Claire bedroht, misshandelt oder anderweitig malträtiert wird. Dann ist durchaus eine feminine Seite zu erkennen. Im Kampfgetümmel steht sie Leon jedoch in nichts nach. Der Abschnitt, den wir mit Claire erkunden durften, schloss direkt an die Demo an, die wir vor einigen Wochen spielen durften. Dieses Mal war das gesamte Polizeihauptquartier dran inklusive Bibliothek und Uhrenturm. Eigentlich wollten wir nur die Karte für das Garagentor finden, aber das war leichter gesagt als getan. Um in die passenden Räume zu gelangen, um die entsprechenden Gegenstände zu finden, die ein Vorankommen ermöglichen, gilt es, einige Rätsel zu lösen. Hier muss eine Box untersucht werden, dort ein Schlüssel gefunden oder ein obskures Gedöns aus einer Vorrichtung entfernt werden. Klingt gar nicht so schwierig, wenn nur nicht überall sabbernde Zombies und Licker lauern würden.

Resident Evil 2 - Claire und Sherry

Die Charaktermodelle in Resident Evil 2 sehen einfach atemberaubend aus.

Was will der große Kerl von mir?

Gut, die blinden Licker lassen sich durch Schleichen umgehen. Das klappt in neun von zehn Fällen auch, aber spätestens, wenn Mister X auf der Bildfläche erscheint, schnellt einem der Puls in ungeahnte Höhen. Dabei muss die Tyrant-Variante nicht einmal physisch anwesend sein. Die schaurigschöne Musikuntermalung gepaart mit markerschütternden Schrittgeräuschen hält den Adrenalinspiegel konstant auf einem hohen Niveau. Immer wieder hört man BUMM! BUMM! BUMM! ...Kommt er nun gleich durch die Tür oder nicht? Habe ich genug Zeit, um das Rätsel zu lösen? Im Zweifelsfall nein. Also ist Tempo angesagt und das ruft natürlich die Licker auf den Plan, die sehr sensibel auf Geräusche reagieren. Dass Zombies kein Problem haben, Türen zu benutzen, setzt dem noch die Krone auf. Wenn jemand auf der Suche nach einem Beispiel für ein intensives Spielerlebnis ist: Hier wird er fündig. Aus einer einfachen Erkundungstour mit ein paar Zombies wird so ein paranoides Erlebnis, das einem mental einiges abverlangt. Irgendwann wird auch der Controller richtig schwitzig, was das Ganze nicht einfacher macht. Kurzum: Wir mussten kurz eine Pause einlegen, um den Puls wieder auf ein halbwegs gesundes Level zu drücken.

Claire Redfield Gameplay:

Sinnvolle Neuerungen inklusive

Doch auch das haben wir überstanden und sind irgendwann in den Besitz der Schlüsselkarte gekommen, um dann das Gebäude zu verlassen. Damit war die Demo beendet. Allerdings sind uns beim Anspielen noch einige Details aufgefallen, die wir vorher gar nicht beachtet haben. Ist einem das Spiel zu schwierig, kann während des Abenteuers ein Assist-Modus aktiviert werden, der die Gegner ein bisschen einfacher macht, stets ein bisschen Gesundheit regeneriert und eine Zielhilfe bietet. Aber aufgepasst: Einmal aktiviert, lässt sich die Entscheidung nicht rückgängig machen. Zudem lassen sich spezielle Aktionen sowohl mit kontextsensitiven Befehlen als auch Knöpfchendrücken ausführen, beispielsweise dann, wenn es einen Abgrund hinuntergeht. Äußerst komfortabel.

Resident Evil 2 - Screenshot 02

Kinofeeling aus Fernost

Ein großer Faktor für das unglaubliche Spielerlebnis ist die audiovisuelle Präsentation des Spiels. Wir können uns an dieser Stelle nur wiederholen. Was die Entwickler von Capcom aus der RE Engine herauskitzeln, ist unglaublich. Charaktere, Gesichter, Umgebungen, Ausleuchtung, Animationen, Spezialeffekte – egal welchen Aspekt man sich herauspickt: Resident Evil 2 ist eine wahre Augenweide. Insbesondere die Gesichtsmimik ist derart realistisch, dass man ab und an zweimal hinschauen muss. Man kann Trauer, Wut, Freude und andere Emotionen nahezu fühlen. Im Zusammenspiel mit der Musik, den Zombiegeräuschen, Explosionen und allem anderen wirkt Resident Evil 2 schon fast zu gut.

Einschätzung:
Möglicherweise lehnen wir uns etwas zu sehr aus dem Fenster, aber nach unseren neuerlichen Eindrücken dürfte Resident Evil 2 DAS Survival-Horror-Game 2019 werden! Es ist atmosphärisch, lässt sich hervorragend spielen, bietet viel Neues für Kenner des Originals und sieht einfach sensationell aus. Geht noch mehr? Schauen wir mal, vielleicht überrascht das fertige Spiel noch auf ganz andere Art und Weise. Wenn man Kritikpunkte suchen will, muss man schon eine Lupe bemühen und siehe da: eine Kleinigkeit haben wir gefunden. Spielt man zum Beispiel beim Klettern zu sehr mit der Kamera, ändert sich die Bewegungsrichtung des Charakters. Aber spielt das wirklich eine Rolle? Nein, uns stört viel mehr, dass wir noch bis zum 25. Januar warten müssen.

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