Resident Evil 2: Deftige Horrorkost mit frischen Zutaten

Noch etwas mehr als zwei Monate, dann beginnt der Horror in Raccoon City erneut.

Am 25. Januar 2019 wird Capcom die Neuinterpretation von Resident Evil 2 herausbringen und vermutlich wieder für schweißnasse Hände und Gänsehaut sorgen. Nach unserem ersten Ausflug in die von Zombies überfüllte Stadt sind wir jetzt ein weiteres Mal gegen die Untoten losgezogen, um der Umbrella Corporation das Handwerk zu legen und natürlich auch um einige Hirnfresser wegzupusten. Was wir dabei erlebt haben, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Resident Evil 2 - Charakter-Trailer:

Auf geht's nach Raccoon City

Die Version, die wir jetzt spielen durften, schloss direkt an die gamescom-Demos des Sommers an. Wer sich nicht mehr erinnert: In Köln konnten wir mit Claire Redfield die Gewölbe unterhalb der Polizeistation von Raccoon City erkunden und sind dabei auf Shelly Birkin und ihren infizierten Vater gestoßen. Kurz vor der Flucht aus dem Revier tauchte jedoch Polizeichef Brian Irons auf, um uns daran zu hindern. Außerdem hat er sich Sherry gekrallt und ist mit ihr abgehauen. Genau hier setzte nun die zweite Spielsession ein. Wir sind noch immer nicht aus der Polizeistation geflohen. Dazu fehlt die passende Schlüsselkarte, um das Tor zur Garage zu öffnen. Doch wo könnte sie sein? Möglicherweise liegt sie noch im Büro des Polizeichefs. Versuchen kann man es ja. Aber wir kommen wir dorthin?

Die Gefahr lauert überall.

Die Gefahr lauert überall.

Wo muss ich eigentlich hin?

Wir lassen unseren Blick durch die Garage schweifen und entdecken zwei Türen, die uns offen stehen. Ein Weg führt in die Leichenkammer, den Hundezwinger und einige Gänge, von denen wir noch nicht wissen, was uns dort erwartet. Der andere Weg führt zum Fahrstuhl hoch ins Büro des Chefs. Der Weg dahin ist allerdings versperrt, ein Schlüssel mit einem Rautesymbol (später einer mit Herz) wird benötigt. Gut, dann also zunächst Richtung Leichenkammer. Ein kurzer Blick ins Inventar zeigt, dass wir mit einem Granatwerfer, einer Uzi und einer handelsüblichen Pistole bewaffnet sind, leider aber nur mit wenig Munition. Egal, mit der 9mm im Anschlag wagen wir uns ins Dunkle. Lediglich der Schein der Taschenlampe enthüllt zum Teil die Umgebung und lässt Schatten bedrohlicher wirken als sie sind. Zudem lassen uns die schmatzenden Geräusche eines noch unbekannten Gegners nach einigen Minuten die Haare zu Berge stehen.

Mund auf, Granate rein. Glücklich sein.

Mund auf, Granate rein. Glücklich sein.

Immer auf der Hut sein!

Behutsam und vorsichtig lugen wir um die Ecke. Doch da ist nichts bis auf die Tür zur Leichenkammer. Bevor wir den Raum mit Claire betreten, erspähen wir am Ende des Ganges die Karte des gesamten Gebäudes. Das macht die Sache deutlich leichter, auch wenn man immer wieder ins Inventar muss, um die Karte anzuschauen. Macht bei einem Survival-Horror-Game aber nichts, denn so hat man mal die Gelegenheit durchzuschnaufen. Mit gezogener Waffe betreten wir die Leichenkammer. Es ist nichts zu hören. Stattdessen werden wir mit einem ersten kleinen Rätsel konfrontiert. Irgendwo hier muss sich der Schlüssel befinden und nachdem wir jede einzelne Bahre geöffnet haben, haben wir endlich den gesuchten Schlüssel gefunden. Nur um im nächsten Moment von der tot geglaubten Leiche erschreckt zu werden. Aber nicht mit uns! Ein, zwei gezielte Kopfschüsse und der Untote ist endgültig tot. Blöd nur, dass wir nicht bemerkt haben, dass ein zweiter Hirnschmarotzer uns direkt in einen Nahkampf verwickelt. Aber auch für dieses Problem haben wir eine kompromisslose Lösung. Granate ins Maul, einmal draufgeschossen und schwuppdiwupp haben wir uns nicht nur des Zombies entledigt, sondern der Leichenkammer direkt einen Tapetenwechsel spendiert.

Diese Licker sind echt ekelhafte Gestalten.

Diese Licker sind echt ekelhafte Gestalten.

Mit Granaten gegen Licker!

Richtig finster wird es allerdings im nächsten Raum, dem ehemaligen Hundezwinger. Liebe Vierbeiner, die vor Freude mit dem Schwanz wedeln, sind dort Mangelware. Stattdessen begrüßt uns beim Öffnen der Tür ein sabbernder Licker über den Resten einer Leiche und ein weiterer klebt an der Wand gegenüber. Wir sind direkt wieder rückwärts raus, was Claire mit einem angewiderten „Arschloch“ kommentierte. Nach einem kurzen Waffenwechsel zum Granatwerfer mit Säuregranaten und einem zugegebenermaßen perfekt gelandeten Glückstreffer waren beide Licker teilweise nur noch grobe Mettwurst. Als wäre eine solche Situation noch nicht intensiv genug, dürfen sich PlayStation-Spieler auf noch ein bisschen mehr Intensität freuen. Nicht nur, dass die derzeitige Energie von Claire oder Leon mit den Farben des DualShock-Controllers korrespondiert, jegliche Nebengeräusche wie das Nachladen von Waffen, Umblättern von Seiten oder Ähnlichem werden über den Lautsprecher des Controllers wiedergegeben. Gerade beim Nachladen hat man ab und an das Gefühl, wirklich eine Waffe zu tragen.

Licker Gameplay:

Zuück zu den Wurzeln

So gut sich das Spiel dank der neuen Perspektive auch anfühlt, Capcom vernachlässigt zu keiner Zeit die Wurzeln des Originals. Kitschige Schlüsselrätsel dürfen ebenso wenig fehlen wie der ständige Mangel an Munition und die damit verbundene Panik, die nächste Auseinandersetzung nicht zu überstehen. Selbst die bekannten Inventarkisten und umständlichen Menüs sind wieder am Start. Und an die mussten wir uns auch erst wieder gewöhnen, doppelte Bestätigung für eine Auswahl inklusive. Allerdings gibt es ein paar neue Komfortfunktionen. So wird zum Beispiel im Menü angezeigt, wenn ein Gegenstand nicht mehr benötigt wird. Das spart Platz und man läuft nicht Gefahr, irgendwelche unnützen Dinge umherzutragen.

Einschätzung:

Es war nicht das erste Mal, dass wir Resident Evil 2 ausprobieren durften, aber mit jedem weiteren Anspielen zeigt sich deutlicher, dass Capcom der Spagat zwischen alten Traditionen und neuen Elementen gelingen wird. Das Third-Person-Gameplay funktioniert in der Neuauflage hervorragend und wird mit alten Dingen wie etwa dem dezent umständlichen Inventarsystem oder den bekannten Schlüsselrätseln gekonnt vermischt. Jüngere Gamer werden zwar ein wenig Zeit benötigen, bis sie sich teilweise an die Konventionen der Reihe gewöhnt haben, bekommen im Gegenzug aber ein audiovisuelles Feuerwerk mit erstklassigen Horrorelementen und Jumpscares serviert. Sofern sich Capcom nicht noch irgendwelche Patzer erlaubt, von denen wir bislang nichts wissen, dürfte 2019 mit einem echten Toptitel eingeläutet werden.

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