Wir haben den Horror in Resident Evil 2 erlebt!

Die "Resident Evil"-Reihe hat schon so einige Höhen und Tiefen mitgemacht, aber was Capcom Anfang letzten Jahres mit dem siebten Teil abgeliefert hat, war schlichtergreifend umwerfend.

Selten wurde ein Horrorspiel so gelungen inszeniert. Nun erscheint im Januar 2019 eine Neuinterpretation des geliebten zweiten Teils der Zombie-Horrorreihe und wer die ersten Videos der E3 2018 gesehen hat, der weiß: Hier kommt etwas Großes auf uns zu! Die gamescom 2018 bot uns nun die Möglichkeit, erstmals das Zombiegame auszuprobieren.

Resident Evil 2 - Enthüllungs-Trailer:

Kleines Mädchen allein in der großen Stadt

Im Gegensatz zu den Kollegen, die auf der E3 als Leon S. Kennedy schon einige Zombies mit Blei vollpumpen durften, wurde für die gamescom 2018 ein anderes Szenario ausgewählt. Dieses Mal stand Claire Redfield im Mittelpunkt des Geschehens. Die junge Dame ist eigentlich nur nach Raccoon City gereist, um ihren Bruder Chris inmitten der bekannten Zombie-Apokalypse zu finden. Wie man ohne entsprechende Ausbildung auch nur auf die Idee kommt, sich in einen solchen Schmelztiegel des Todes zu wagen, frage ich mich schon seit dem Originalspiel. Offensichtlich hat diese Frau mehr Glück als andere Menschen, denn irgendwie schafft sie es, unbeschadet ins örtliche Polizeirevier von Raccoon City und das Gewölbe darunter zu gelangen.

Es wird blutig und gruselig!

Genau an diesem Punkt setzte die gamescom-Demo ein, bei der wir den Horror am eigenen Leib spüren durften. Uns wurde vollkommen freie Hand gelassen, wie wir vorgehen wollen. Gesagt, getan. Wir haben uns flugs eine Waffe geschnappt und sind in das verwirrende Tunnelsystem unter dem Revier abgetaucht. Schnell fällt auf, dass die sogenannte Panzersteuerung wie in früheren Teilen der Reihe verschwunden ist. Stattdessen bewegt und dreht sich Claire recht flink und geschmeidig durch die schmalen Gänge. Hier und dort tauchen ein paar Zombies auf, die mit ein paar gezielten Kopfschüssen schnell das Zeitliche segnen und folgerichtig Boden und Wände mit roter Lebensfarbe dekorieren. Für zartbesaitete Gemüter ist der Titel definitiv nichts. Lediglich die Inventarverwaltung, wenn man beispielsweise Kräuter oder Munition miteinander kombinieren möchte, ist immer noch genau so umständlich wie früher, aber das fällt mittlerweile wohl unter die Kategorie Stilmittel. Uns älteren Gamern bereitet das keine Schwierigkeiten, aber für das spielende Frischfleisch könnte das zusätzlicher Horror sein.

Resident Evil 2 - Claire und Sherry

Die Charaktermodelle in Resident Evil 2 sehen einfach atemberaubend aus.

Ein kleiner Ausschnitt vom Ganzen

Leider war die Demo nicht sonderlich lang. Nachdem wir nämlich ein paar einfache Schalterrätsel gelöst haben, sind wir direkt auf die kleine Sherry Birkin gestoßen. Zusammen mit der Göre haben wir nach einem Ausweg gesucht, nur um festzustellen, dass uns ein fetter Zombie verfolgt und mit seinen markerschütternden Schreien durch das Gewölbe streift. Ganz klassisch erfordern die großen Gegner in Resident Evil 2 eine besondere Taktik. Wildes Rumballern ist angesichts der Munitionsknappheit eh keine clevere Idee. Stattdessen sollte man sich dem Schwachpunkt der Zombiegestalt widmen, in diesem Fall ein überdimensionales Auge und der noch halbwegs menschliche Kopf. Eine Neuerung, die besonders bei solchen Kämpfen zum Tragen kommt, ist die temporäre Anzeige der eigenen Gesundheit direkt während des Spielens. So lässt sich schnell erkennen, wenn Claire oder Leon kurz vor dem Abnippeln sind. Man muss sich also nicht mehr an der Körperhaltung orientieren oder im Menü nachsehen, was einen in der Vergangenheit immer wieder aus dem Flow gerissen hat. Den Abschluss der Demo bildete die obligatorische Konfrontation mit einem Polizeibeamten, der während einer Zombie-Apokalypse nichts besseres zu tun hat als Claire Redfield zu schikanieren.

Resident Evil 2 - Claire und der Sherriff

Eigentlich sollte die Polizei dein Freund und Helfer sein.

Ein audiovisueller Leckerbissen

Wie schon bei Resident Evil VII zeigt die RE Engine ihr ganze Stärke, wenn es darum geht, eine bedrückende Atmosphäre zu erschaffen. Knapp ausgeleuchtete Levels, dynamische Lichtquellen und eine exzellente Texturqualität zaubern eine Grafik auf den Bildschirm, die nur wenige Entwickler realisieren können. Besonders die Inszenierung der Figuren hat uns begeistert. Leon, Claire und Sherry sind zwar noch ein gutes Stück vom Fotorealismus entfernt, aber so nah dran wie Capcom es in diesem Fall ist, war bislang kaum jemand. Zusammen mit der bisweilen eindrucksvollen Soundkulisse mit ekelhaft schmatzenden Zombies, blubbernden Wunden und knarzenden Dingen haben die Entwickler aus Japan ein beeindruckendes Werk geschaffen – zumindest trifft es auf das zu, was wir bis jetzt erleben durften.

Gameplay-Trailer:

Ersteinschätzung:
Mit der Neuinterpretation von Resident Evil 2 dürfte uns Anfang nächsten Jahres der erste Toptitel ins Haus stehen. Das Spiel sieht einfach nur umwerfend aus, spielt sich flott und sollte selbst Kenner des Originals überraschen. Besonders die beklemmende Atmosphäre hat es uns angetan, denn wenn es ein Titel schafft, uns selbst in hellbeleuchteten Meetingräumen in seinen Bann zu ziehen, dann haben die Entwickler einiges richtig gemacht. Schade nur, dass wir noch bis zum 25. Januar 2019 warten müssen, bis wir Raccoon City komplett von Zombies befreien dürfen.

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