Alan Wake 2: Die Zeiten des Bangens sind vorbei

Jahrelang hat Jens die Ankündigung von Alan Wake 2 herbeigesehnt. Entsprechend groß ist nun seine Freude.

Alan Wake hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Es ist nicht mein absolutes Lieblingsspiel, dafür hat es zu viele Macken. Aber seine Geschichte und Atmosphäre haben mich 2012, als eine Xbox 360 frisch bei mir eingezogen war (ja, ich war spät dran) und ich den Titel nachgeholt hatte, komplett in ihren Bann gezogen. Bis heute ist das Abenteuer rund um den namensgebenden Schriftsteller, der eine Schreibblockade hat und in einer Depression steckt und es dann auch noch mit – im wahrsten Sinne des Wortes – dunklen Mächten zu tun bekommt, mein persönlicher Favorit aus der Ludografie von Remedy Entertainment. Quantum Break und Control sind spielerisch deutlich besser, Alan Wake ist mir jedoch am meisten im Gedächtnis geblieben (Max Payne 1 und 2 habe ich nur mal kurz angespielt, will sie aber noch nachholen). Deshalb freut es mich ungemein, dass endlich Alan Wake 2 offiziell bestätigt ist. Und das hat nicht nur mit meiner Liebe zum ersten Teil zu tun.

Ein Ende zum Nachdenken

Alan Wake mündet in einem Cliffhanger. In den meisten Fällen finde ich es eher blöd, wenn ein Spiel (oder Film) seine Geschichte nicht zu Ende erzählt. Der spielbare Mystery-Thriller ist eine der wenigen lobenswerten Ausnahmen. Das Problem, das zu Beginn des Spiels auftritt und die Handlung in Gang setzt, wird am Ende gelöst, jener Story-Bogen also zu einem Abschluss geführt. Gleichzeitig legt Remedy den Grundstein für etwas Neues und das wirft viele Fragen auf. Ich bleibe absichtlich vage, weil vielleicht der eine oder andere nach der Ankündigung von Alan Wake 2 gewillt ist, den Vorgänger, den es mittlerweile auch als Remaster gibt, nachzuholen (tut es!).

Die offenen Fragen führen aber nicht dazu, dass Alan Wake unbefriedigend endet. Ganz im Gegenteil: Dass ein gewisses Mysterium bewahrt wird, passt sehr gut zum Spiel und regt dazu an, eigene Theorien zu spinnen und sich im Netz mit anderen darüber auszutauschen. Ich kann mich an kein anderes Spiel erinnern, nach dessen Abspann es meine erste Handlung war, erst mal das Internet nach Analysen zu durchforsten.

Die vergebliche Suche nach Antworten

Aber natürlich war da auch dieses Verlangen nach Antworten. „Zum Glück gibt’s ja zwei DLCs“, dachte ich damals. Für die erste Zusatzepisode namens Das Signal lag meiner Version des Spiels ein Code bei, Der Schriftsteller musste ich mir kaufen, aber das konnte mich nicht davon abhalten, meine Reise mit Alan fortzusetzen. Die DLCs sind auch definitiv cool gewesen, aber wirkliche Antworten haben sie nicht geliefert.

Alan Wake - Das Signal

Die DLCs bieten mehr vom Gameplay von Alan Wake, aber das Hauptspiel hat man ja nicht wegen dem durchgespielt.

Nicht lange, nachdem ich Alan Wake gespielt hatte, veröffentlichte Remedy das eigenständige Downloadspiel Alan Wake's American Nightmare. Ich erhoffte mir eine Fortsetzung der bekannten Geschichte, bekam jedoch etwas, das davon unabhängig gewesen ist und meine Fragen leider auch nicht beantworten konnte. Und dann begann die große Leidensphase: das Warten auf eine Fortsetzung, die scheinbar niemals kommen würde.

Hoffnung schwindet … und kehrt zurück

Remedy wollte damals einen zweiten Teil entwickeln, es gab sogar einen Prototypen (aus dem American Nightmare entsprungen ist). Aber weil Alan Wake nicht der große kommerzielle Erfolg geworden ist, den sich Publisher Microsoft nach Jahren der Entwicklung erhofft hatte, lehnte der eine Fortsetzung ab und wollte stattdessen etwas Neues haben.

Alan Wake's American Nightmare - Großer Gegner

Alan Wake's American Nightmare ist beileibe kein schlechtes Spiel, aber es war einfach nicht das, was man nach dem Ende des ersten Teils gewollt hat.

Es folgte Quantum Break, das 2016 für die Xbox One und den PC erschienen ist und ebenfalls finanziell hinter den Erwartungen blieb. Daraufhin trennten sich die Wege von Remedy und Microsoft. Der Entwickler brauchte einen neuen Partner und fand den zum Glück auch: Mit 505 Games produzierte man das nächste Spiel: Control. Was spielerisch das bis dato beste Remedy-Spiel ist, hat mich auf erzählerische Ebene schwer enttäuscht. Aber zugleich pflanzte es in mir auch einen Samen der Hoffnung. Wer die Spielwelt des Metroidvanias ganz genau erkundet und sich all die Dokumente durchliest, die man darin finden kann, findet heraus, dass Control, Quantum Break und Alan Wake miteinander verbunden sind. Remedy hat in den vergangenen elf Jahren ein eigenes Universum aufgebaut, sozusagen sein eigenes Äquivalent zum Marvel Cinematic Universe (MCU). Verdeutlicht hat das der zweite DLC zu Control namens AWE, in dem Alan Wake persönlich auftritt.

Ich habe AWE bis heute nicht gespielt (Schande über mein Haupt!), aber schon als diese Erweiterung angekündigt wurde, war für mich eine Sache klar: Remedy hat Alan Wake noch nicht aufgegeben. Mehr als je zuvor hatte ich die Hoffnung, dass ein zweiter Teil kommen würde. Mitte dieses Jahres wurde zwar erst mal bekannt gegeben, dass ein Multiplayer-Spin-off und eine direkte Fortsetzung zu Control kommen werden. Zugleich wussten wir da aber schon, dass die Skandinavier noch an weiteren Projekten werkeln und eines davon ein AAA-Titel ist, der von Epic Games finanziert wird

Große Freude trotz großem Infomangel

Seit den Game Awards ist es offiziell: Bei jenem Projekt handelt es sich um Alan Wake 2. Als ich am Morgen nach der Veranstaltung davon las, machte mein Herz Freudensprünge – einfach nur, weil die Fortsetzung nach all den Jahren endlich bestätigt ist. Das hat mir gereicht. Der Rest, also der erste Teaser und die rudimentären Infos zum Spiel, sind mir ziemlich egal. Das Video ist ein typischer Ankündigungs-Trailer, der so gut wie nichts verrät. Ok, es sieht danach aus, als würde Alan Wake 2 nicht nur in der Kleinstadt Bright Falls spielen, sondern auch in einer großen Metropole mit U-Bahnnetz. Viel mehr kann ich nun aber auch nicht herauslesen.

Klar ist nur, dass Alan Wake 2 ein Survival-Horrorspiel wird, wie Remedy selbst sagt. Der Vorgänger sei das nicht gewesen und sicherlich ist er auch nicht exakt die gleiche Art Spiel wie ein typisches Resident Evil. Er hat aber durchaus Elemente des Genres, beispielsweise Ressourcenknappheit. Mir fällt es daher schwer mit vorzustellen, wie sehr sich die Spielmechanik in Teil 2 davon unterscheiden soll.

Ich bin aber ganz ehrlich: Das Gameplay ist für mich bei Alan Wake 2 fast nebensächlich. Klar, ich erhoffe mir, dass es mindestens auf dem Niveau von Control ist, aber die Fortführung der Geschichte und vor allem Antworten auf die offenen Fragen sind das, was mich so sehr reizt. Wenn alles gut geht, werden wir beides 2023 bekommen. Von mir aus soll sich Remedy aber so viel Zeit lassen, wie es nötig ist. Ich warte nun seit fast zehn Jahren darauf zu erfahren, was die letzten Worte von Alan aus dem ersten Teil bedeuten. Ich kann auch noch ein wenig länger warten. Wichtig ist nur, dass ich jetzt weiß, dass ich diese Infos irgendwann bekommen werde. Und das allein reicht aus, um die Ankündigung von Alan Wake 2 für mich zum Highlight der Game Awards 2021 zu machen – trotz nichtssagendem Trailer.

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