Das Spiel braucht dringend richtig neue Inhalte!

Sea of Thieves hat sich vom inhaltsleeren Spiel zum reichhaltigen Erlebnis gemausert, aber das darf nicht das Ende sein.

Sea of Thieves - Anniversary Update

Wer hier als Stammleser auf der Webseite unterwegs ist, weiß, dass einige Spiele bei uns privat einen relativ hohen Stellenwert haben. Für Jens sind das der Football Manager und Call of Duty, für mich Sea of Thieves. Diesen Titel zocke ich nun seit mehr als drei Jahren, ja gar seit der Closed Beta mehr oder weniger regelmäßig. Doch in den letzten Monaten konnte ich bei mir beobachten, dass mein Interesse immer mehr abnahm. Als Spieler der ersten Stunde habe ich bis auf zwei Dinge so ziemlich alles gesehen, was es in Sea of Thieves gibt. Lediglich der "Shrouded Ghost" und die Kiste der wundersamen Geheimnisse sind mir noch nicht untergekommen. Allen anderen Inhalten bin ich schon mehrfach begegnet.

So war der Grund für mein schwindendes Interesse relativ schnell klar: Es fehlen schlichtergreifend neue Inhalte, die an meine Motivation appellieren. Was Rare in den ersten zwei Jahren regelmäßig an Content veröffentlicht hat, war auf der einen Seite wirklich bemerkenswert, auf der anderen muss man auch sagen, dass Sea of Thieves gerade zum Start verschwindend wenig bot. Drei Fraktionen mit drei Questarten, einen Raid, ein paar Schiffswracks und einen Sturm, mehr gab es eigentlich nicht.

Sea of Thieves  - Launch-Trailer:

Stück für Stück immer reichhaltiger

Erst nach und nach wurden Megalodon, Skelettschiffe, "Tall Tales", Nebel, Geisterschiffe, neue Gegner, weitere Faktionen, der Arena-Modus und neue Questarten sowie viele Kleinigkeiten eingefügt. Direkt im ersten Jahr gab es mit Devil’s Roar sogar ein komplett neues Gebiet, welches die gesamte Karte erweitert hat und vollkommen anders ist als der Rest der virtuellen Südsee. Vulkane, Erdbeben und Geysire machen Ausflüge dorthin immer spannend. Doch danach wurde es merklich ruhiger. Man kann Rare allerdings nicht vorwerfen, untätig gewesen zu sein. Zahlreiche Events, Twitch Drops, regelmäßig neue Premiuminhalte (irgendwie muss das Ganze auch finanziert werden) und immer wieder kleinere Updates haben zumindest ansatzweise vermittelt, dass es stets etwas Neues zu entdecken gibt.

So sieht der Nebel bei Tag aus. In der Nacht ist das natürlich deutlich gefährlicher.

So sieht der Nebel bei Tag aus. In der Nacht ist das natürlich deutlich gefährlicher.

Alter Konserve, neues Etikett?

Aber jetzt mal Butter bei die Fische! Wirklich neu waren 90 Prozent davon nicht. Ob ich nun die Rätselhinweisen auf einem alten Stück Pergament der Goldsammler entschlüssele oder in einem amtlichen Brief des Handelsbunds ähnlichen Hinweisen nachgehe, macht im Endeffekt keinen Unterschied. Je nach Fraktion unterscheidet sich am Ende nur die Beute. Stattdessen hat Rare das Drumherum stärker verändert. Seit dem letzten Jahr gibt es eine Botschafter-Funktion, die eigentlich nichts anderes ist als ein erhöhter Schwierigkeitsgrad mit Ranglisten. An der eigentlichen Spielmechanik ändert sich nichts, es ist nur etwas gefährlicher, da man für andere Spieler interessanter geworden ist. Für viele Spieler mag das Motivation genug sein, aber Sea of Thieves lebt von den Geschichten, die beim Zocken entstehen, nicht von irgendwelchen Ranglisten, die lediglich einen virtuellen Schwanzvergleich darstellen.

Sea of Thieves - Botschafter-Update:

Es gibt jetzt Seasons...

Mit dem ersten Update in diesem Jahr gibt es nun auch Seasons im Piratenspiel. An ihnen nimmt man teil, ob man will oder nicht. Zugegeben, man kann eine Menge erspielen, etwa kosmetische Gegenstände, Titel, Dublonen, Gold und sogar antike Münzen. Das ist durchaus etwas, was mich reizt, aber um alle 100 Ränge zu erklimmen, muss was gemacht werden? Richtig, nahezu alle Tätigkeiten, die man als langjähriger Spieler eh schon einmal gemacht, stehen jetzt erneut auf der Agenda. Böse Zungen könnten behaupten, dass Rare einfach nur einen Weg gesucht hat, alte Inhalte in ein neues Gerüst zu verpacken, um Spieler dazu zu animieren, alles noch einmal zu durchlaufen. Ich habe die "Tall Tales" teilweise drei- bis fünfmal gemacht und jetzt soll ich das schon wieder tun? Nein, danke.

Wenn der Vulkan ausbricht, ist Vorsicht geboten.

Wenn der Vulkan ausbricht, ist Vorsicht geboten.

Und wie geht es weiter?

Fassen wir kurz zusammen: Die letzte "Tall Tale" wurde vor ziemlich genau elf Monaten veröffentlicht, mit dem “Vaults of the  Ancients“-Update im September 2020 gab es die letzte wirklich neue Spielmechanik und das Vulkangebiet wurde bereits im Herbst 2018 eingespielt. Sicher hat auch die Corona-Pandemie ihren Teil dazu beigetragen, dass sich vieles verzögert, aber zumindest irgendeine Ankündigung zu einem neuen Gebiet oder einer "Tall Tale" hätte Rare schon herausgeben können, denn ich glaube, ich bin nicht allein mit meinem Problem.

Außerdem dürfte die Geschichte rund um Captain Flameheart gerne weitererzählt werden. Und was ist eigentlich mit dem unerreichbaren Gebiet im Süden? Werden wir irgendwann dorthin reisen? Was wird dort zu finden sein? Die Sea of the Damned, wo der Kapitän der Fähre der Verdammten die verlorenen Seelen einsammelt und wieder in die Welt der Lebenden schickt? Könnte es sich vielleicht um frostiges Areal handeln? Oder ist es etwas ganz anderes?

Ich gehe nicht davon aus, dass das Potenzial von Sea of Thieves schon erschöpft ist, aber durch die veränderte Marschroute der Entwickler hält sich meine Motivation arg in Grenzen, derzeit in See zu stechen. Dabei haben die vergangenen Jahre viele tolle Geschichten gebracht, es sind neue Freundschaften entstanden und ich habe mich selten so gut unterhalten gefühlt, aber das ist im Moment leider nicht mehr der Fall.

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