Doom Eternal: Mehr Action, mehr Spektakel, mehr Spaß?

Nach dem gelungenen Neustart der Reihe 2016 und einem überraschenden Switch-Port ist die Marke Doom wieder in aller Munde.

Doom Eternal

Doom Eternal

Eigentlich sollte Doom Eternal schon Ende letzten Jahres erscheinen, doch Entwickler id Software benötigte noch etwas mehr Zeit für den letzten Feinschliff. Scheint dieser Tage ja gang und gäbe zu sein, wenn wir an Final Fantasy 7 Remake, Cyberpunk 2077 und Dying Light 2 denken. Nun kommt das dämonische Actionspiel also voraussichtlich am 20. März auf den Markt und wir durften erneut einen Blick riskieren, dieses Mal allerdings aus einer etwas anderen Perspektive. Wurden wir auf der gamescom 2019 direkt irgendwo in der Mitte der Handlung mit allen möglichen Perks, Waffen sowie Verbesserungen ins Geschehen geworfen, galt es nun, den gesamten Anfang des Spiels zu ergründen. Da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten und haben direkt die Schrotflinte durchgeladen, die Kettensäge betankt und den Prätorenanzug aus dem Spint geholt.

Mit Handlung? Ja, wenn man möchte.

Mit Doom Eternal setzt Entwickler id Software so stark auf eine Geschichte wie noch nie zuvor. Die Macher wollen ein ganzes Universum erschaffen (oder besser gesagt ausbauen), ausreichend Potenzial ist durchaus vorhanden. Allerdings war die Marke noch nie für eine ausufernde Handlung inklusive Metaebenen und Interpretationsmöglichkeiten bekannt. Doom Eternal wird daran auch nichts ändern, aber wer will, kann ab März sowohl eine Geschichte erleben oder auch nur in die Action eintauchen. Jegliche Sequenzen lassen sich nämlich überspringen, um direkt mit dem Abschlachten der Dämonenhorden fortzufahren. Die grundlegende Story lautet nämlich immer noch: Der Doom Slayer ist die einzige Hoffnung der Menschheit und jetzt wird aus den Höllengestalten Kleinholz gemacht. In Doom Eternal gibt es keine bedeutungsschwangeren Blicke über leere Felder! Wer stehenbleibt, stirbt!

Doom Eternal Story-Trailer:

Jeder nur eine Flinte und dann ab ins Portal!

Doch warum muss der Doom Slayer erneut in Aktion treten? Nun, die Erde wurde wieder von Dämonen überrannt und naja, die ungebetenen Gäste müssen wieder weg. Doch was macht man, wenn die Partygäste nicht gehen wollen? Man greift zu einem Argumentationsverstärker, in diesem Fall zu einer doppelläufigen Schrotflinte. Das ist auch gleichzeitig eine der ersten Waffen, die wir im Spiel erhalten haben, denn obwohl Doom Eternal mehr Story-Inhalte bietet als alle anderen Teile der Reihe, ist die Einführung ziemlich schnell vorüber. Nach einem kurzen Lagebesprechung werden wir auf die Erde geschickt und müssen ballern, ballern und nochmals ballern. Zeit zum Nachdenken gibt id Software dem Spieler nicht. Es geht direkt los.

Dämonengeschnetzeltes? Eine große Portion, bitte!

Wie das Gameplay von Doom Eternal funktioniert, könnt ihr in unserer ersten Vorschau zum Spiel nachlesen. Der Fokus galt dieses Mal mehr dem gesamten Drumherum und wie die einzelnen Elemente miteinander verknüpft sind. Einen Aspekt, der sich durch das gesamte Game zieht, beschreiben die Entwickler als aggressives Ressourcenmanagement und eine bessere Beschreibung gibt es wirklich nicht. Zwar lassen sich, wenn wir mit aufmerksamen Augen durch die Umgebung stiefeln, Rüstungsitems, Munition und Lebensenergie finden, aber in der Hektik eines Gefechts ist das gar nicht so einfach.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im aggressiven Vorgehen. Je nachdem, wie wir die Gegner in ihre Einzelteile zerfleddern, hinterlassen sie eine der drei gewünschten Ressourcen. Glory Kills bescheren uns Energie, der Flammenwerfer Rüstungsitems und wenn wir mit der Kettensäge die Innereien von Dämonen freilegen, erhalten wir Munition. Zusätzlich wird mittels eines optischen Indikators (Gegner leuchten vor dem Ableben auf) gezeigt, was wir derzeit am dringendsten benötigen. Apropopos Glory Kills; je mehr man sich dieser Art der Gegnervernichtung widmet, umso mehr füllt eine Leiste für einen alleszerfetzenden Blutschlag. Ein Hieb und wir konnten eine ganze Gruppen von Dämonen von den Wänden kratzen. Ist es nicht möglich, die Gegner selbst zu erlegen, können wir von Zeit zu Zeit auch die Umgebung als weitere Todesursache unserem Arsenal hinzufügen.

Arcadig, aber mit einem gewissen Tiefgang

Es sind genau diese kleinen Details, die zeigen wie durchdacht das Konzept hinter Doom Eternal ist. Wer nur flüchtig einen Blick wirft, könnte das Spiel vorschnell mit einem Arcade-Stempel versehen und weiterziehen. Gut, das Game hat einen gewissen Arcade-Charakter, das ist nicht von der Hand zu weisen, aber es steckt eine ganze Menge mehr dahinter und zeigt die konsequente Weiterentwicklung der Marke. So ist beispielsweise das Progressionssystem nochmals überarbeitet worden.

Waffen-Mods und eine Art Skilltree mit Runen bieten uns genügend Möglichkeiten, den Doom Slayer anzupassen und aufzuleveln. Dazu gibt es nun endlich Teleportationspunkte auf der Karte, um extrem lange Wege abzukürzen. Dennoch verleugnet Doom Eternal nicht die eigenen Wurzeln. Diverse Schlüsselkarten, Sackgassen und die beliebten Waffen wie Super-Shotgun, Plasmagewehr oder der Raketenwerfer sind ebenso wie Geheimgänge mit dabei. Dank der Mods, deren Einsatz unser Redakteurspraktikant lapidar mit den Worten "Oh, wie praktisch" beschrieb, nur um kurz darauf die Wirbelsäule eines Revenant zu filettieren, wirken selbst abgestaubte Bleispritzen frisch und modern.

Doom Eternal - Gameplay-Trailer:

Hoch hinaus und Spaß dabei!

Den größten Sprung im Gameplay macht Doom Eternal jedoch nicht im Kampfgetümmel. Die neuen Kletter-, Sprint- und Schwingfunktionen benötigen zwar einige Minuten der Eingewöhnung, aber wer die Kombination aus pfeilschnellen Bewegungen, eingestreuten Parkour-Elementen und bretthartem Gunplay beherrscht und verinnerlicht, gerät schnell in einen süchtigmachenden Flow. Wie oft wir gedacht haben "Noch ein Versuch, dann ist aber Schluss." lässt sich nicht mehr zählen. Einen großen Beitrag zu diesem Gefühl liefern die diversen Gegner, die nicht nur stupide darauf warten, von uns zu einer Dose Chappi verarbeitet zu werden. Diese fiesen Drecksäcke finden uns auch hinter einer Deckung und mehr.

Einschätzung:

Doom Eternal hat uns schon im letzten Jahr außerordentlich gut gefallen und daran hat sich nichts geändert. Das Gameplay ist schnell, die Action bombastisch, die Gegner nicht zu unterschätzen und die Optik für ein Doom-Spiel ungewöhnlich abwechslungsreich. Kurzum: Wir wollen es JETZT spielen! Außerdem peitscht einen der harte Soundtrack immer wieder an. Wenn id Software keinen allzu groben Schnitzer mehr macht, dürfte Doom Eternal eines der ersten großen Highlights in diesem Jahr werden. Schade, dass wir bislang noch keinen Blick auf die Switch-Version oder den Mehrspielermodus werfen konnten, aber der 20. März ist bald. 

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