First Strike Classic: Der kleine Atomkrieg ohne Gnade

Die Welt steht am Rande eines Atomkriegs und wir haben in First Strike Classic den Finger auf dem roten Knopf.

Ein Atomkrieg zwischen Ost und West: Mit dieser Angst haben wir als Kinder der 80er quasi ständig gelebt und heute sieht es nach Jahren der Entspannung nicht viel besser aus. Einige Nationen, beispielsweise England, haben angekündigt, den Vorrat an Atomwaffen wieder aufzustocken. Doch von der steigenden Bedrohungslage einmal abgesehen, wie fühlt es sich an, selbst den Finger am Knopf zu haben? Das Echtzeitstrategiespiel First Strike Classic, eine Neuauflage von First Strike: Final Hour aus dem Jahr 2014, bietet uns genau diese Möglichkeit.

Was ist mit der Menschheit? Drauf geschissen!

Zugegeben, die Ausgangssituation des Strategiespiels First Strike Classic ist mehr als makaber. Als eine von zwölf Atomnationen müssen wir versuchen, die anderen Länder dem Erdboden gleichzumachen und der Welt wieder Frieden zu schenken. Aber zu welchem Preis? Egal, Hauptsache wir gewinnen die Oberhand! Ob dabei Millionen Menschen sterben, die Erde unbewohnbar wird und die Menschheit wieder in die Steinzeit zurückgebombt wird, ist zweitrangig. Es zählt nur der Sieg. Mehr ist eigentlich zur Handlung des Spiels nicht zu sagen.

First Strike Classic Trailer:

Mit welcher Nation überleben wir am besten?

Bevor wir allerdings selbst zum Vernichter der Welt werden, müssen wir uns erst einmal entscheiden, welche Flagge wir dabei in der Hand halten wollen, wie schwierig es sein soll und gegen wie viele Nationen wir antreten. Zu Beginn stehen nämlich lediglich vier der zwölf Parteien zur Verfügung. Die restlichen acht müssen erst freigespielt werden. Dabei hat jede Nation unterschiedliche Vor- und Nachteile. Einige sind schneller in der Forschung, andere besitzen fortgeschrittene Raketentechnologien und wieder andere eine bessere Flugabwehr. Natürlich lassen sich die einzelnen Attribute im Spielverlauf verbessern und ausbauen, aber für die ersten paar Runden sollte man sich eine Nation schnappen, die schon etwas Erfahrung in diesem Metier hat.

First Strike Classic

Bei so vielen Nationen fällt die Wahl schwer. Aber erst müssen die Länder freigeschaltet werden.

Angriff? Abrüstung? Diplomatie?

Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen müssen wir uns in First Strike Classic keine Gedanken um Ressourcen zu machen. Die spielen nämlich keine Rolle. Das Spiel ist nicht auf endlos lange Runden ausgelegt, sondern eher auf die schnelle Vernichtung nebenbei. Dementsprechend müssen wir keine teuren Rohstoffe abbauen, um Raketensilos zu errichten. Wir bauen direkt die Raketen oder andere Dinge und müssen nur eine gewisse Bauzeit abwarten. Das gilt übrigens für alle Belange des Spiels. Gleichzeitig wissen wir aber nicht, was die anderen Nationen, die mit uns um die Vorherrschaft kämpfen, in der Zwischenzeit tun. Genau das macht den Reiz von First Strike Classic aus. Können wir uns es noch leisten, weiter zu forschen oder einen neuen Raketentyp zu bauen? Denn die Gefahr, einem atomaren Erstschlag ausgesetzt zu sein, hängt wie ein Damoklesschwert über all unseren Handlungen.

Um diese Gefahr zumindest in den ersten paar Minuten zu minimieren, können wir mit anderen Nationen einen Pakt eingehen, um zumindest keinen Zweifrontenkrieg zu riskieren. Eine Garantie, dass wir von diesen Ländern nicht angegriffen werden, ist das aber nicht. Besonders nicht, wenn wir bereits angefangen haben, auf andere Länder zu expandieren, um dort Raketenstellungen und mehr zu errichten. Daher ist auch die militärische Aufklärung enorm wichtig. Je früher ein Angriff erkannt wird, umso besser können wir darauf reagieren. Es ist wie im echten Leben: Ist die Vorwarnzeit zu gering, sind keine Gegenmaßnahmen mehr möglich. Zudem erfordert es viel Erfahrung und ein bisschen Glück, sich von einem Erstschlag zu erholen und zum Gegenangriff auszuholen.

First Strike Classic

Über ein komfortables Ringmenü wählen wir unsere Aktionen aus.

Abwarten oder Angreifen?

Doch wie bereiten wir nun selbst einen solchen Angriff vor? Im Prinzip ist der Befehl dafür nichts anderes als der Abschuss aller eigenen Raketen. Sofern die Reichweite des Arsenals groß genug ist, lassen sich alle Länder angreifen. Ansonsten müssen wir uns zunächst durch eine aggressive Expansionspolitik dem gewünschten Land annähern. Aber Vorsicht! Je nachdem, wie schnell und clever die anderen Nationen sind, kann es zu einem fast zeitgleichen Gegenangriff kommen. Und ehe wir überhaupt verstehen, was los ist, sind weite Teile der Welt bereits radioaktiv verseucht und ausradiert. Es gilt also, stets zwischen einem präventiven Erstschlag, ausgiebiger Forschung oder massiver Aufrüstung abzuwägen. Wer taktisch ein wenig herumprobieren will, kann auch versuchen, sein Arsenal abzurüsten. In einer Welt, in der Atomwaffen jedoch zum Einsatz kommen und eigentlich als Abschreckung dienen sollten, ein sehr gewagtes Manöver. Wir sind mit unserer Abrüstungspolitik bislang gnadenlos gescheitert.

First Strike Classic

Wenn das passiert, ist es fast schon zu spät...

Ein paar schlichte Knöpfe drücken ...

Technisch darf man von First Strike Classic nicht allzu viel erwarten. Es ist trotz neuem Interface und überarbeiteter Grafik eher von puristischer Natur. Abgesehen von der Erdkugel, von der aus wir alle Aktionen planen, und fliegenden Objekten wie Raketen sowie Explosionen, gibt es nicht viel zu sehen. Vieles ist unserer Fantasie überlassen. Angesichts des doch eher kurzweiligen Spielprinzips ist das aber kaum ein Problem. Dazu gibt es ein paar nette Melodien und natürlich zahlreiche Explosionen zu hören.

First Strike Classic

Für den ersten Sieg haben wir uns gar nicht so schlecht angestellt.

Fazit

First Strike Classic ist ein Echtzeitstrategiespiel für zwischendurch. Ein Scharmützel mit anderen Nationen dauert nicht endlos und kann auch ganz entspannt in der Mittagspause erledigt werden. Je nach Erfahrung und taktischem Verständnis dauert eine Partie zwischen zehn und 20 Minuten. Mit steigender Spielzeit und je mehr Dinge wir freispielen, steigt die Dauer aber an. Wir mussten nur selbst am eigenen Leib feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, als Sieger aus den internationalen Konflikten hervorzugehen. Selten haben wir in den ersten Stunden so oft verloren. Es hatte schon fast etwas von Dark Souls.

Etwas schade ist, dass es abgesehen vom Grund-Gameplay nicht viel zu entdecken gibt. Es lassen sich zwar weitere Länder und bessere Waffen freischalten, aber das war's. Das könnte sich jedoch ab dem Sommer ändern, denn es sind mehrere Erweiterungen geplant. So bleibt First Strike Classic etwas für echte Genrefans und Personen, die tendenziell weniger Zeit zum Spielen haben.

First Strike Classic gibt es sowohl für den PC als auch mobile Geräte mit Android oder iOS.

First Strike Classic
Pro
Kurzweiliges Strategiespiel
Interessantes Waffenarsenal
Contra
Am Anfang extrem schwierig
Sehr puristisch gehalten
Bislang noch wenig Inhalte
Nationen sind beliebig austauschbar

3/5 Sterne

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