Ubisoft auf der E3: Spiele ja, aber weder Spannung noch Schokolade

Nach Jahren der Überraschungen präsentierte Ubisoft diesmal auf der E3 nur Erwartbares, eine große Ankündigung fehlte.

In den vergangenen Jahren gehörten die Pressekonferenzen von Ubisoft zu den besten auf der E3. Speziell 2017 legte der französische Publisher einen richtig starken Auftritt hin: Es gab die überraschende (Wieder-)Ankündigung von Beyond Good and Evil 2, tolles Gameplay zu Assassin’s Creed Origins, die Enthüllung von Mario + Rabbids Kingdom Battle, The Crew 2 wurde angekündigt, genauso wie Skull & Bones. Auch in den Jahren davor lieferte Ubisoft immer stark ab. Das lag zumeist an den „One More Thing“-Momenten am Ende jeder Pressekonferenz. Seit 2012 schaffte es das Familienunternehmen, uns jedes Jahr eine richtig dicke Überraschung zu bereiten. Spiele wie Watch Dogs, Ghost Recon: Wildlands, Rainbow Six: Siege oder The Division wurden stets auf der E3 angekündigt, ohne dass es vorab irgendwelche Gerüchte oder Leaks gegeben hat.

Beyond Good and Evil 2 - Stadt

Mit dem Lebenszeichen von Beyond Good and Evil 2 im vergangenen Jahr zog Ubisoft alle Blicke auf sich.

Kein Geheimagent, keine Hacker weit und breit

Und dieses Jahr? Nun, auf der E3 2018 hat Ubisoft die hohe Form nicht aufrechterhalten können. Die Pressekonferenz wurde von den Spielern sehnlichst erwartet. Schließlich rechnete jeder mit einer großen Neuankündigung. Mögliche Kandidaten waren vorhanden. Einerseits hatten wir mit einem neuen Splinter Cell gerechnet. Der letzte Teil der Schleich-Shooter-Reihe, Blacklist, liegt bereits fünf Jahre zurück. Wäre es nicht also langsam an der Zeit, Sam Fisher wieder auf einen Einsatz zu schicken? Gerüchte darum, dass ein neuer Ableger in Arbeit sei, gab es bereits. Außerdem wurde im Frühjahr ein kostenloser DLC für Ghost Recon: Wildlands mit einer Mission veröffentlicht, in der ihr auf Fisher persönlich trefft. Das wäre doch eine wunderbare Möglichkeit gewesen, die Spieler auf ein neues Splinter Cell heiß zu machen.

Eine andere Neuankündigung hätte Watch Dogs 3 sein können. Ein neues Open-World-Spiel rund um Hacker, das mit dem gleichen Qualitätsanspruch entwickelt wird, den Ubisoft auch bei Assassin’s Creed Origins hatte, wäre doch eine tolle Sache. Außerdem hat der Publisher den dritten Teil selber schon mehrfach angedeutet. Da wäre zum Beispiel die Geschichte mit Sam, dem KI-Assistenten von Ubisoft. Auf die Frage nach Watch Dogs 3 antwortet der, dass das Spiel noch nicht fertig, aber die Version, die Sam zuletzt ausprobiert habe, sehr gut sei. Des Weiteren bekam Watch Dogs 2 im Frühjahr per Update eine neue Endsequenz, die auf eine Fortsetzung mit London als Schauplatz hinweist.

Irgendwas hat gefehlt

Nun hat Ubisoft weder Splinter Cell noch Watch Dogs 3 angekündigt. Es gab überhaupt keine große Ankündigung am Ende der Pressekonferenz. Das Finale der Show war die Enthüllung von Assassin’s Creed Odyssey, das vorab geleakt und daraufhin offiziell angekündigt wurde. Viele der Infos, die Ubisoft gestern preisgab, waren uns schon bekannt: Das Actionspiel kommt mit noch mehr RPG-Elementen daher als sein Vorgänger (Ubisoft bezeichnet es sogar selbst als richtiges Rollenspiel), Schiffe spielen wieder eine viel größere Rolle, ihr könnt zwischen einem männlichen und einem weiblichen Hauptcharakter wählen und es gibt Dialoge mit mehreren Gesprächsoptionen. Dass Assassin’s Creed Odyssey in Griechenland spielt, war auch schon vor der E3 bekannt. 

Nachdem die Präsentation des Action-Adventures vorüber war, kamen alle Ubisoft-Mitarbeiter, die etwas zu der Pressekonferenz beigetragen haben, auf die Bühne und CEO Yves Guillemot verabschiedete die Zuschauer. Wir hatten fest damit gerechnet, dass er in dem Moment sagt: „Wir haben da noch etwas“, aber nichts dergleichen geschah.

Aus Frankreich nichts Neues

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist es Ubisoft nicht geglückt, uns zu überraschen. Mit Ausnahme von Trials Rising, dem neuen Teil der spaßigen Geschicklichkeitsspielreihe mit Motorrädern, gab es nichts Neues. Und das ist keine Ankündigung, mit der man auf der E3 die Aufmerksamkeit voll auf sich lenkt, so toll das Spiel am Ende auch sein mag (und es wird garantiert gut, ist halt Trials). Damit wollen wir nicht sagen, dass Ubisoft eine schlechte Pressekonferenz abgeliefert hat. Sie war sehr solide, hatte interessantes Bildmaterial zu Assassin’s Creed Odyssey, Skull and Bones, Beyond Good and Evil 2, Transference, Starlink: Battle for Atlas und The Division 2 zu bieten. Außerdem gab es die frohen Botschaften, dass die DLCs für letzteren Titel kostenlos sein werden und die Starter Edition von For Honor diese Woche auf Uplay verschenkt wird.

Letztendlich war die E3-Pressekonferenz von Ubisoft jedoch nur ordentlich, nicht herausragend. Es hat einfach die nächste große Ankündigung gefehlt. Klar, Assassin’s Creed Odyssey wurde im Vorfeld geleakt. Vielleicht hätte das die große Überraschung der Show sein sollen. Vielleicht war aber auch eine Enthüllung von Splinter Cell oder Watch Dogs 3 geplant und konnte letztendlich, aus welchen Gründen auch immer, nicht erfolgen. Oder Ubisoft hebt sich diese Neuankündigungen für andere Veranstaltungen auf. Dieses Jahr finden schließlich noch die gamescom, Paris Games Week und Game Awards statt. Sind wir enttäuscht von der Ubisoft-Pressekonferenz? Ein wenig schon, ja. Aber irgendwie sind wir trotzdem zufrieden, immerhin sind The Division 2 und Assassin’s Creed Odyssey sehr vielversprechende Spiele. Na ja, und der Trailer zu Beyond Good and Evil 2 war schlichtweg klasse.

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