Caldera ist nett, aber …

Jens hat wegen der neuen Map wieder Call of Duty: Warzone gespielt und Dinge festgestellt, die ihm nicht gut schmecken.

Call of Duty: Warzone Pacific

Es ist wirklich lange her, dass ich das letzte Mal Verdansk einen Besuch abgestattet habe beziehungsweise Call of Duty: Warzone intensiver gespielt habe. Für mich stand aber schon lange fest: Wenn die neue Map im Zuge der Veröffentlichung von Vanguard erscheint, bin ich wieder am Start. Warzone ist schließlich mein liebstes Battle-Royale-Spiel (den „Eliminator“-Modus in Forza Horizon 4 und 5 mal ausgenommen). Apex Legends mag spielerisch noch besser sein, aber ich bevorzuge dann doch die Variante mit Waffen aus der realen Welt und ohne Helden (was nicht heißt, dass ich Apex Legends nicht auch sehr mag).

Nun ist „Caldera“, wie der neue Schauplatz in Call of Duty: Warzone heißt, da und ich habe bereits diverse Runden auf der fiktiven Insel, die irgendwo im Pazifik liegen soll, verbracht. Ich habe wieder viel Spaß daran, sowohl alleine als auch mit meinen Freunden im Team gegen Hunderte andere Spieler anzutreten und darum zu kämpfen, wer als Letzter noch atmet. Ich mag das Battle-Royale-Prinzip, ich mag das „Call of Duty“-Gunplay – es ist quasi ein perfektes Match, wie Tinder sagen würde. 

Überlebenskampf auf der perfekten Urlaubsinsel

Caldera gefällt mir auch ganz gut. Mit seinen Palmenstränden und vielen kleinen Bächen inklusive Wasserfällen ist das Eiland eine schöne Abwechslung zu den etwas mehr als anderthalb Jahren, die wir in dem osteuropäischen Verdansk verbracht haben. Die neue Map hat auch einige nett gestaltete Orte zu bieten, in denen sich spannende Kampfsituationen zutragen können. Vor Kurzem erst hatten ein Kumpel und ich es uns im Turm einer Feuerwehrstation gemütlich gemacht. Plötzlich schießt jemand aus der Ferne auf uns. Wir legen uns auf den Boden, weil wir den Schützen nicht erblicken können, und halten für eine ganze Weile unsere Köpfe unten.

Auf einmal meldet sich das Weihnachts-Event zu Wort: „Der Krampus jagt dich!“ Ja, aktuell kann es passieren, dass Call of Duty: Warzone euch zufällig als Opfer für die Schreckgestalt auswählt. In diesem Fall war es aber so, dass wir das Ungetüm zwar gehört, aber nicht gesehen haben. Plötzlich taucht die Meldung auf, dass wir es besiegt hätten. Seltsam … Nur wenige Augenblicke später werden wir beide hinterrücks von einem Spieler erschossen. Wir wissen nicht, wie er zu uns hoch in den Turm gekommen ist. Ich war der Meinung, dass er heimlich über den Aufzugschacht nach oben gekommen ist, den wir unbewacht gelassen haben. Aber mein Partner meint, er habe ganz klar Schritte gehört – was hätte bedeuten müssen, dass jemand aus einem Hubschrauber oder Flugzeug über dem Feuerwehrturm absprang. Waffen lagen in der Turmspitze nicht mehr und der Kerl war ordentlich ausgerüstet.

Call of Duty: Warzone - Krampus

In einer anderen Runde bin ich dem Krampus dann tatsächlich begegnet ... und hab das Aufeinandertreffen nicht überlebt.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Es gibt jetzt Flugzeuge in Call of Duty: Warzone. Ich selbst habe aber noch nicht das Vergnügen gehabt, ein paar Flugstunden zu nehmen, würde aber vermutlich bei der ersten Gelegenheit abstürzen oder gegen den großen Berg in der Mitte von Caldera knallen. Eine coole Ergänzung sind die alten Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg in jedem Fall. Gleiches gilt für das gesamte Waffenarsenal von Call of Duty: Vanguard, wodurch ihr nun in Warzone eine gigantische Auswahl an Knarren habt.

Wenn Entwickler mir diktieren, was ich spielen darf

Das führt mich aber dann auch zu den Problemen, die ich aktuell mit dem Spiel habe. Da wären nämlich zum einen die Modi beziehungsweise die verfügbaren Spiellisten. Es gibt die Unterscheidung zwischen „Vanguard Royale“ und dem normalen „Battle Royale“. In ersterem sind nur die Waffen und Operator aus dem Weltkriegs-Shooter verfügbar, in letzterem alles, was in Warzone steckt (wobei das nur für eure eigenen Loadouts gilt, auf der Karte selbst findet ihr trotzdem nur Objekte aus den 1930ern und 1940ern.

So weit, so gut. Das Problem: Die Entwickler beschränken derzeit, welchen Modus ihr mit wie vielen Leuten spielen könnt. In der ersten Woche nach dem Release des „Pacific“-Updates konnte man nur im Fall von „Vanguard Royale“ frei wählen, ob man es allein, zu zweit, zu dritt oder zu viert spielen wollte. „Battle Royale“ hingegen war nur im Viererteam spielbar. In Woche 2 gilt der umgekehrte Fall. Dafür brachten die Verantwortlichen zwar „Rebirth Island“ zurück, was aber nur zu dritt spielbar war, während es den Modus „Beutegeld“ nur als Duovariante gab. Was soll das?! Lasst mich doch bitte jeden Modus in der Konstellation spielen, wie ich es möchte! Wir waren in einer Session anfangs nur zu zweit. Hätten wir also „Vanguard Royale“ oder auf Rebirth Island spielen wollen, hätten wir uns mit einem fremden Teammitglied arrangieren müssen.

Call of Duty: Warzone - Hauptmenü

Zu dritt "Vanguard Royale" spielen, wenn es nur die Vierervariante gibt? Ja, das wäre möglich gewesen, aber eben nur mit einem fremden Mitspieler oder in Unterzahl gegen zahlreiche Viererteams.

Casual-Alarm!

Der andere Punkt ist etwas, das es nicht erst seit dem Wechsel von Verdansk zu Caldera in Call of Duty: Warzone gibt, mir aber eben erst diesen Monat aufgefallen ist, weil ich das Spiel so lange nicht mehr gezockt hatte: Der Reiz des Battle-Royale-Prinzips ist in meinen Augen ein wenig verlorengegangen, weil das Spiel es mir oftmals zu leicht macht, mehrfach den Weg zurück ins Match zu finden.

Klar, dass ich nach dem Ableben im Gulag lande und die Chance bekomme, mir in einem 1-gegen-1 einen Respawn zu erkämpfen, gilt schon seit dem Release von Warzone im Frühjahr 2020 und das finde ich auch cool. Dass im Zweifelsfall meine Teamkollegen auch noch die Chance haben, mich gegen In-Game-Geld wieder zurückzuholen, ist ebenfalls altbekannt und geht für mich in Ordnung. Dabei hätte es aber bleiben sollen.

Nun gibt es jedoch zwei Elemente, die Respawns noch mehr fördern: Zum einen kann es in der fortgeschritteneren Phase einer Partie zum Ausverkauf kommen. Dann sind Respawns kostenlos und das für alle gefallenen Teamkameraden. Ein anderes Event, das zufällig eintreten kann, ist der Gefängnisausbruch, bei dem alle Spieler, die im Gulag sind, freigelassen werden. 

Ich musste im Zuge der Arbeiten an dieser Kolumne feststellen, dass es jene Ereignisse schon seit 2020 in Call of Duty: Warzone gibt. Aber irgendwie sind sie mir zuvor nie wirklich aufgefallen – oder ich habe sie schlicht vergessen, was auch gut möglich ist. Jedenfalls störe ich mich jetzt irgendwie an ihnen, denn sie nehmen dem Überlebenskampf einen Teil seiner Spannung. Man merkt deutlich, dass Call of Duty: Warzone möglichst zugänglich und einsteigerfreundlich sein soll. Das macht sich auf Caldera auch dadurch bemerkbar, dass für mein Empfinden sehr viel mehr Geld, Panzerungen und Beutekisten zu finden sind. Klar, das macht es einfacher, dass sich jeder gut ausrüsten kann, und kommt somit der Balance zugute, geht aber auch auf Kosten des Nervenkitzels, wegen dem ich ja ein Battle-Royale-Spiel zocke.

Call of Duty: Warzone - Viele Panzerungen

Wie viele Panzerungen liegen denn hier bitte herum?!

Mein persönliches Fazit

Was heißt das letztendlich für mich? Werde ich Call of Duty. Warzone nun wieder alsbald für lange Zeit zur Seite legen, bis der nächste Hauptteil der Reihe und damit die nächste Map erscheint? Nein, vermutlich nicht. Dafür machen mir die Partien mit Freunden und das Gameplay zu viel Spaß. Aber sollte 2022 ein neues Battle-Royale-Spiel auf den Markt kommen, dass in Sachen Grafikstil, Szenario und Gameplay in eine ähnliche Kerbe schlägt, aber wieder den Nervenkitzel mehr in den Vordergrund rückt, könnte es mich dauerhaft von Warzone weglocken.

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