Jens macht sich große Sorgen

Verbuggte Beta, kurzfristige Verschiebung und zu viel Schweigen von DICE – Battlefield 2042 ist für Jens ein Sorgenkind.

Battlefield 2042

Am Wochenende fand die Open Beta von Battlefield 2042 statt und die Enttäuschung scheint groß zu sein. Preview-Videos wie das des Kollegen Skill Up (siehe unten) zeigen, in welch schlechtem Zustand das Spiel ist und zeichnen ein düsteres Bild für den Release des Ego-Shooters, der nur noch fünf Wochen entfernt ist. Ich habe die Beta auch ausprobiert, doch weil ich zu spät realisiert hatte, dass sie am Sonntag schon morgens um 9 Uhr enden sollte, habe ich gerade mal drei Partien gespielt – nicht genug, um selbst ein aussagekräftiges Fazit ziehen zu können. Mir hat Battlefield 2042 für die kurze Zeit aber Spaß gemacht, so viel sei dazu gesagt. Mir sind auch keine Bugs begegnet – na gut, mal von dem großen Fehler abgesehen, dass sich keine Übersichtskarte aufrufen lies. Aber hey, die ist ja bei einem Battlefield, das viel größere Maps bietet als seine Vorgänger, nicht so wichtig, nicht wahr, DICE?

Auch wenn ich Freude an dem guten Gunplay und den schön designten Karte hatte, so kann ich meine Augen vor dem, was andere im Netz berichten, nicht verschließen. Und nicht nur das allein bereitet mir große Sorgen. Ich habe nicht den Eindruck, als würde uns am 19. November (für Vorbesteller einer der Sondereditionen und EA-Play-Pro-Abonnenten schon eine Woche vorher) ein fertiges, technisch einwandfreies Spiel erwarten. Und ich bezweifle auch, dass Battlefield 2042 direkt mit allen angekündigten Inhalten an den Start gehen wird.

Stille ist kein gutes Vorzeichen

Grund Nummer 1 für meine Besorgnis ist das Marketing in den vergangenen Monaten. Welches Marketing, fragt ihr? Ja, genau das ist das Problem. Nach dem EA-Play-Live-Event im Juli wurde es verdammt still um Battlefield 2042. Ich hatte fest damit gerechnet, dass DICE zur gamescom im August neues Material veröffentlichen und das dritte Standbein des Spiels neben „All Out Warfare“ und „Battlefield Portal“ vorstellen würde: den „Hazard Zone“-Modus. Aber nein, es gab gar nichts. Nicht mal einen Trailer, der einfach nur nochmal daran erinnert hätte, dass der Titel ja im Oktober erscheinen sollte. 

Da aus dem ursprünglich geplanten Termin nichts wurde, verkündeten die Macher im September die Verschiebung auf November. Die Beta verzögerte sich daraufhin ebenfalls. Ansonsten bewahrten DICE und Electronic Arts in all der Zeit zwischen Juli und Ende September, als es die offiziellen Infos zur Beta gab, nahezu Stillschweigen. Außer einem Kurzfilm im August und der Verschiebung hörten und sahen wir nichts von Battlefield 2042. Das ist bei einem Spiel dieser Größenordnung von einem der Top-Entwickler Europas und einem der größten Publisher der Welt absolut nicht üblich – zumindest nicht wenige Monate vor Release.

Kurze Beta mit wenig Inhalt

Nun hat die Beta stattgefunden und die breite Öffentlichkeit konnte das Spiel mal selbst ausprobieren. Neben der hohen Fehlerdichte (angeblich handelte es sich um einen Monate alten Build und die Bugs werden bis zum Release gefixt sein) hatte die Sache aber noch einen Haken: Es war nur der Modus „Eroberung“ auf nur einer Map mit gerade mal vier Spezialisten und einer stark begrenzten Auswahl an Waffen spielbar. Vom Rest des Spiels, also den weiteren „All Out Warfare“-Bestandteilen, „Battlefield Portal“ sowie „Hazard Zone“ gab es nichts zu sehen, auch wenn das Hauptmenü (dessen Aufbau sehr an die Äquivalente der jüngsten Call of Dutys erinnert) auf die beiden letzteren Teile hinwies. 

Noch dazu war die Beta erstaunlich kurz. Klar, wer Battlefield 2042 vorbestellt hat oder EA-Play-Abonnent ist, konnte schon ab dem 8. Oktober spielen. Allen anderen blieb nicht mal ein ganzer Tag, weil der Start des freien Zugangs nicht pünktlich Samstagmorgen um 9 Uhr, sondern erst ein paar Stunden später begann. Und wer am Sonntag nicht ganz früh am Morgen aufstehen wollte, um noch ein paar Ründchen zu zocken, hatte an jenem Tag gar keine Chance mehr.

Battlefield 2042 - Laufen

Die Maps in Battlefield 2042 sind groß ... und meine Sorgen auch.

Warum lief die Beta nicht wenigstens noch den ganzen Sonntag? Irgendwas muss daran doch faul sein, denke ich mir. Aber ich habe darauf auch keine Antwort, denn wenn DICE nicht gewollt hätte, dass viele Bug-Videos im Netz landen und Spieler viel Kritik äußern, hätte man erst gar keine Beta veranstalten sollen – was bei einem reinen Multiplayer-Titel in der heutigen Zeit aber sicherlich auch als schlechtes Zeichen aufgefasst worden wäre.

Was ist eigentlich mit „Hazard Zone“?

Ein schlechtes Zeichen ist es auch, dass wir immer noch nichts Offizielles zu „Hazard Zone“ erfahren haben. Es gibt Leaks dazu, die besagen, dass es sich um einen Modus mit Ähnlichkeiten zum Hardcore-Shooter Escape from Tarkov handele. Aber DICE hat bis heute nichts weiter dazu gesagt, außer eben, dass es so heißt, wie es heißt, und es kein Battle-Royale-Modus sei. Das war's. Und das Ding soll wirklich zum Release spielbar sein? Bislang ist nichts Gegenteiliges angekündigt, aber ich fresse einen Besen, wenn wir nicht in Kürze erfahren, dass „Hazard Zone“ erst 2022 nachgereicht wird. Wäre ja auch nicht das erste Mal, dass DICE so vorgeht. Im Fall von Battlefield 5 hat man den halbgaren Koop-Modus „Combined Arms“ und die Battle-Royale-Variante „Feuersturm“ auch erst Monate nach Release per Updates implementiert. Ach ja, und wie sah das damals mit dem Map-Nachschub aus? Richtig, da kam im ersten halben Jahr so gut wie nichts. Hoffentlich wiederholt sich das diesmal nicht.

Battlefield 5 ist allgemein ein gutes Stichwort. Wir könnten aber auch genauso gut Battlefield 4 heranziehen. DICE ist mitunter bekannt dafür, seine Spiele erst mal im Rohzustand zu veröffentlichen. Manche Teile liefen zu Beginn besser als andere, aber gerade die beiden genannten hatten erhebliche technische Probleme. Bis Battlefield 4 gesund gepatcht war, vergingen nicht bloß zwei, drei Monate, das dauerte mehr als ein Jahr. Tja, und ich befürchte fast, dass es bei Battlefield 2042 nicht anders sein wird.

Als ob ein kurzfristige Verschiebung ein gutes Zeichen ist

Die Historie von DICE, der Zustand der Beta, das Schweigen rund um „Hazard Zone“ – all das sind keine guten Vorzeichen. Und dann wäre da noch die Verschiebung um vier Wochen. Was war nochmal das letzte große Spiel, dass kurzfristig um einen solchen Zeitraum verschoben wurde, damit der zuständige Entwickler es wirklich fertig machen konnte? Richtig, Cyberpunk 2077! Ja, das kam natürlich in einwandfreiem Zustand auf den Markt und hat gar keinen Shitstorm ausgelöst. 

Ok, genug des Sarkasmus'. Ich wünsche mir ja, dass Battlefield 2042 ein tolles Spiel wird. Ich bin Fan der Serie, ich erinnere mich heute noch wohlig an Battlefield 1942, Teil 2 und 3 zurück. Battlefield 4 hat sich auch irgendwann zu einem richtig guten Spiel gemausert. Doch mit dem offiziellen fünften Teil hat DICE zuletzt mehr Vertrauen einbüßen müssen als jemals zuvor, obwohl es rein spielerisch das beste Battlefield hätte werden können. Aber mit dem technischen Zustand und einem Mangel an Post-Launch-Inhalten, die die Community auch wirklich gewollt hat, haben die Entwickler es sich verscherzt. Battlefield 2042 soll eigentlich die Wiedergutmachung werden, aber irgendwie kann ich nicht mehr so recht daran glauben, dass das gelingt.

PS. Genau zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hat EA bekanntgegeben, dass der Spielmodus Hazard Zone am 14. Oktober enthüllt wird.

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