Episches Seemannsgarn aus Sea of Thieves

In Sea of Thieves erlebe ich immer wieder Geschichten, die das Spielerlebnis stets aufs Neue bereichern.

Xbox-Chef Phil Spencer hatte es Anfang des Jahres in seiner Keynote bei der DICE 2018 treffend beschrieben: Eine Spielwelt muss sich so lebendig und real anfühlen, dass man nicht mehr aufhören kann, darüber zu reden. Genau das haben Rare und Microsoft mit Sea of Thieves bei mir geschafft und offensichtlich auch bei meinen anderen Seebären. Was wir jetzt allerdings erlebt haben, ist das Epischste, Außergewöhnlichste und Einzigartigste bislang. Gut, dass habe ich auch beim letzten Mal geschrieben, aber es wird von Mal zu Mal besser. Mal schauen, ob mir beim nächsten Mal die Superlative ausgehen.

Ein Megalodon ist uns auch noch begegnet:

Es begann ganz gewöhnlich ...

Die Möwen kreisen über dem Außenposten und meine Piratencrew ist dabei, eine Galeone für eine große Fahrt vorzubereiten. Die letzten Kanonenkugeln sind verstaut, es kann losgehen. Wir haben die Segel gesetzt und sind zu unserem ersten Missionspunkt geschippert, an dem sich allerdings bereits eine Schaluppe befand. Ich wiederhole es an dieser Stelle gern noch einmal: „Wir sind zu 99 Prozent friedliche Piraten. Wir schießen nie zuerst!“ Also haben wir unser Kommen auch mittels des Sprachtrichters angekündigt, damit bloß keine Missverständnisse entstehen. Warum wir uns dafür zu dritt vorn an den Bug gestellt haben, ist eine andere Frage. Vielleicht wollten wir alle gemeinsam freundlich sein, denn zwei von uns haben dem einen Piraten auf dem Schiff leidenschaftlich zugewunken. Auf jeden Fall stand niemand am Ruder und keiner am Anker. Sehr clever ...

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Viele Hände erleichtern den Kampf erheblich.

Wir sind freundlich, wirklich!

Mit großem Getöse sind wir mit unserer Galeone durch die kleine Schaluppe gefräst und haben dabei auch noch den an Bord befindlichen Piraten wegrasiert. Upsi... Das war nicht so geplant. Wir sind friedlich und auf diese Weise ein Schiff zu versenken, ist nicht unsere Art. Schnell haben wir festgestellt, dass der Kerl nicht allein unterwegs war. Oh Gott, wie peinlich... Sein Freund war offensichtlich auf der Insel und hat derweil einen Schatz gesucht. Also haben wir, nett wie wir sind, deren Beute aus dem untergegangenen Schiff geborgen, ihm solange Asyl an Bord gewährt, bis sein Freund wieder da war und dann die beiden mit auf unsere Missionen genommen. Die Verständigung war allerdings gar nicht so einfach, denn unsere neuen Kumpanen waren Franzosen und mit unserem Schulfranzösisch kamen wir nicht weit. Dafür haben wir gut eine halbe Stunde lang französischen Hiphop auf die Ohren bekommen und mit Händen und Füßen versucht, uns verständlich zu machen. Selten habe ich so eine skurrile Situation erlebt. Irgendwann mussten die beiden aber die Segel streichen und wir sind allein weitergezogen.

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Mit zwei Crews und zwei Galeonen an einer Festung macht es viel mehr Spaß als allein.

Diese Skelett-Festung ist unsere!

Plötzlich tauchte in nächster Nähe ein Totenkopf auf. „Jetzt oder nie!“, haben wir uns gedacht. Wir müssen endlich mal eine Skelett-Festung leerräumen, denn das ist uns bislang nicht gelungen und wir spielen seit dem Launch von Sea of Thieves mindestens dreimal die Woche. Aber mit einer Galeone und nur drei Leuten an Deck ist man dezent im Nachteil. Dieses Mal jedoch haben wir alles auf eine Karte gesetzt und sind losgesegelt.

"Shit, an der Festung war bereits eine andere Galeone, vollbesetzt!" Okay, man kann es mal versuchen. Wir haben also wieder unsere friedfertigen Absichten erklärt als wir näher kamen, aber RUUMMMMSS durchschlug eine erste Kanonenkugel unseren Rumpf. Offensichtlich haben sie kein Interesse an einer Zusammenarbeit. Ich wollte schon abdrehen, als unser Verhandlungsführer und Sprachgenie einfach auf das andere Schiff geklettert ist. Nach kurzer Diskussion, es waren glücklicherweise deutschsprachige Piraten, stand fest: Wir helfen beim Ausräumen der Festung, während sie uns beim aktuellen Event mit den Schießpulverfass-Skeletten unterstützen.

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So sieht fette Beute aus, aber leider nicht für uns. Wir halten uns an Absprachen.

Was für eine Geschichte!

Zwei Galeonen an einer Festung sollten eigentlich abschreckend genug sein, bis jemand von der anderen Crew bemerkte: „Wer schießt denn da mit Kanonen? Wir sind doch alle auf der Insel, oder?“ Da hatte sich doch eine kleine Schaluppe erdreistet, unsere beiden Schiffe anzugreifen! Sieht der nicht, dass hier sieben Mann bewaffnet bis unter die Zähne sind? Planänderung! Die Skelett-Festung muss kurz warten! Also alle Mann zurück auf die Schiffe und die Kanonen geladen. Ein tosender Kugelhagel versenkte die Schaluppe in Rekordgeschwindigkeit. Das wird dem hoffentlich eine Lehre sein! Doch für das Schiff unserer Mitstreiter und zwei Besatzungsmitglieder war es zu spät. Mit der verbliebenen Crew haben wir die Beute gerettet und derweil weiter an der Skelett-Festung gearbeitet. Die Festung wird eh nicht fallen, bevor unsere Freunde wieder da sind. Kurz darauf haben wir eine Galeone am Horizont entdeckt: „Gut, sie kommen, also machen wir schon mal weiter.“

Eine Welle Skelette fiel nach der anderen und wir näherten uns langsam dem Kapitän. BUUUMMMM! „Scheiße, wer schießt denn da schon wieder mit Kanonen?“ „Ach du kacke, das waren gar nicht unsere Freunde!“ Also das gleiche Spiel wie vor 10 Minuten. Alle Mann aufs Schiff und aus allen Rohren feuern! Mit fünf Mann ist das deutlich einfacher. Während nämlich drei, vier Leute an den Kanonen und am Ruder stehen, können zwei die Löcher flicken. Da bleibt sogar noch Zeit, sich ein Schießpulverfass zu schnappen, um mit dem Gegner kurzen Prozess zu machen. Genau das haben unsere Freunde auch getan. Gegen zwei Piraten, die mit explosiver Fracht auf ein Schiff zu schwimmen, ist echt kein Kraut gewachsen. Mit einem mächtigen Knall ging die feindliche Galeone in Rauch auf und versank. Überlebende? Fehlanzeige!

Kurze Zeit später waren wir alle wieder vereint und haben sowohl die Skelett-Festung als auch den gesamten Event-Kram erledigt. Großartig! Uns wäre am Ende allerdings noch fast ein Malheur passiert. Unsere Galeonen waren bis auf die Flagge identisch und so wären wir um ein Haar mit dem falschen Schiff losgesegelt. Hoppala...

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Zum Abschluss haben wir uns noch ein Bad im eigenen Spa-Bereich unseres Schiffes genehmigt.

Und noch ein paar kleinere Anekdoten:

  • „Wieso ist da ein Huhn an Deck? Hast du das eingefangen?“ „Was? Nein, ich buddel gerade einen Schatz aus.“ (Woher das Huhn kam, ist bis heute ungeklärt!)
     
  • „Aaaaachtung, Feuerwerk!“ „Was? Wo?“ (Es folgte eine Kettenexplosion mit 7 Schießpulverfässern, die die gesamte Insel von Skeletten gesäubert hat.) „Oh schön, wie Silvester, aber das nächste Mal sagst du vorher Bescheid, Ich stand mittendrin.“
     
  • „Hey, pass auf, hinter dir sind zwei Skelette mit explosiven Fässern.“ „Wo? Ahh, da!“ BUUUMMM!.
     
  • „Man, so ein Scheiß‘, ich finde den Schatz einfach nicht!“ „Ja kein Wunder, wir sind auf der falschen Insel...“
     
  • „Wo ist Dingens?“ „Unser Trüffelschwein grast schon wieder die Insel ab...“ „Meckert nicht, ich bin gleich da und habe eine Kapitänstruhe dabei!“
     
  • Am Außenposten: „Boah, wo ist denn diese Esotheriktante vom Seelenorden? Ich finde die Frau einfach nicht!“ „Maaaaan, einfach links vom Goldhändler!“ (10 Minuten später...) „Ich find’s trotzdem nicht!“ „Junge, der Hintereingang funktioniert auch nicht, du musst vorne rein!“

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