Royal Revolt 2 Test: Aufbaustrategie trifft Tower Defense - Lustiger Mix mit kleinen Stolpersteinen

Royal Revolt 2

Der Tower-Defense-Spiele kann es nie genug geben, sagt ein altes chinesisches Sprichwort, darum haben wir uns gefreut, als der Karlsruher Spielepublisher Flaregames die Fortsetzung des Reverse-Tower-Defense-Titels Royal Revolt ankündigte. "Reverse" deshalb, weil wir nicht Verteidiger, sondern Angreifer waren und uns durch die Truppen der buckligen Verwandtschaft kämpften, um unsere rechtmäßigen Besitztümer wieder an uns zu reißen. In Royal Revolt 2 geht es nun tatsächlich darum, unsere eigene Burg zu verteidigen, aber das ist bei weitem nicht alles. In der free-to-play App, die vorige Woche für iOS erschienen ist und in wenigen Tagen auch Release im Google Playstore feiern soll, erwartet uns ein Aufbaustrategie-Tower-Defense-und-Offense-Mix. 3-in-1, ein digitales Überraschungsei! Wir haben einen Blick riskiert und mit unserem tapferen Königssohn aus Royal Revolt, der inzwischen zum Herrscher avanciert ist, ein paar Runden gespielt.

Kurze Einarbeitungszeit für angehende Herrscher

Eine resolute Blondine gibt die Tutorial-Leiterin in Royal Revolt 2 und heißt uns schon kurz nach Spielbeginn, doch endlich einen anderen Spieler anzugreifen. Ähm … jetzt schon? Okay, dann legen wir mal los. Angriffe funktionieren im zweiten Teil genauso wie in Royal Revolt, insofern kommen wir ganz gut zurecht. Als erste Einheiten stehen uns Ritter zur Verfügung, bald sollen aber schon Bogenschützen und Paladine hinzukommen. Dafür müssen wir nur die Kaserne innerhalb der Burgmauer aufleveln. Wir steuern unseren König, der sich nicht zu fein ist selbst in die Schlacht zu ziehen, per Berührung des Touchscreens, während die übrigen Truppen von alleine laufen und kämpfen.

Gemeinsam mit unseren Mannen marschieren wir auf die gegnerische Burg zu.

Zusätzliche Einheiten fordern wir alle paar Sekunden an, indem wir auf die Buttons unten links tippen. Wie wir das aus dem Vorgänger-Spiel kennen, stehen uns auch in Royal Revolt 2 Zauber zur Verfügung, mit denen wir beispielsweise flächendeckend heilen und Schaden anrichten können. Wir marschieren an verschiedenen Abwehranlagen vorbei, die der andere Spieler auf dem Weg zu seinem Burgtor platziert hat und entern schließlich die Burg. Schaffen wir das innerhalb der vorgegebenen Zeit, gewinnen wir und nehmen als Belohnung Gold des Gegenspielers sowie Erfahrungspunkte mit, die unseren König im Level aufsteigen lassen. So weit, so gut. Das hat uns in Royal Revolt schon Spaß gemacht und das tut es nach wie vor. Aber was hat das Spiel denn sonst noch zu bieten?

Burgenbau und Plünderungen – Der stressige Alltag eines jungen Königs

Gleich am Anfang, und davon mag sich der eine oder andere Spieler des ersten Teils etwas erschlagen fühlen, beschäftigen wir uns recht ausgiebig mit dem Burgenbau-Teil von Royal Revolt 2. Also, nicht falsch verstehen, die Burg steht natürlich schon. Aber viele Gebäude, die wir dringend brauchen, müssen noch her, darunter eine Kaserne zur Rekrutierung neuer Einheiten, ein Zauberturm, in dem wir Zauber und Schriftrollen freischalten, und eine Taverne, in der das Bier in Strömen fließt, was uns wiederum Gold beschert. Gold ist übrigens die normale Spielwährung, die wir in erster Linie durch Raubzüge verdienen und die wir für alle möglichen Ausbaumaßnahmen und Upgrades brauchen.

Unsere Burg! Sie ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Welteroberungspläne.

Die Premiumwährung in Royal Revolt 2 sind Juwelen – und die spielen eine gar mächtige Rolle im Mobilegame. Mit den roten Klunkern können wir Bau- und Upgrade-Zeiten überspringen, mehr Bauslots freischalten, mehr Einheitentypen und Zauber mit in die Schlacht nehmen und uns Nachschub an allen möglichen nützlichen Dingen kaufen, darunter Gold, aber auch Nahrung. Unsere Truppen verputzen nämlich ganz schön viel. Jeder Kampfeinsatz kostet Essensvorräte und wenn das Silo einmal leer ist, bewegen sich Ritter, Bogenschützen und Co. keinen Meter mehr. Auf unseren Farmen produzieren wir Nahrung, aber das geht natürlich nicht so schnell, wie wir das gerne hätten. Daher kommt es in Royal Revolt 2 schon mal dazu, dass wir nichts mehr tun können. Ohne Essen keine Plünderungstouren, ohne Plünderungen kein Gold (die paar Einnahmen aus der Taverne helfen uns nicht sehr weiter). Wenn wir Juwelen einsetzen, haben wir mit derlei Problemen freilich nicht zu kämpfen – kein neues Konzept, was Bezahlmodelle in Free-to-Play-Games angeht, aber schon recht vordergründig in diesem Fall.

Im Shop des Spiels kaufen wir uns Vorteile ein, sofern wir bereit sind, echtes Geld für Juwelen locker zu machen.

Immerhin bekommen wir hin und wieder ein paar Edelsteinchen geschenkt, zum Beispiel, wenn wir Trophäen erhalten für erfüllte Aufgaben. Und Gelegenheitsspielern kann das sowieso alles egal sein, weil sich sämtliche Lager auffüllen, auch wenn wir gerade mal nicht online sind. Kritisch ist das Ganze vor allem in Wettbewerbshinsicht. Wenn ein Turnier in Royal Revolt 2 läuft, kommt es vor allem darauf an, möglichst viele Attacken in kurzer Zeit zu fahren und dadurch Punkte zu sammeln. Während sich zahlende Spieler nun einfach neue Nahrung kaufen und weiter kämpfen können, gucken Gratis-Spieler zugegebenermaßen in die Röhre.

Der Weg zur Burg wird zum Hindernisparcours

Dann kommen wir mal zum Tower-Defense-Aspekt. Wir sind schließlich nicht die einzigen Könige im Land und müssen permanent mit Angriffen rechnen – also, immer dann, wenn wir gerade offline sind. Um es potenziellen Goldräubern möglichst schwer zu machen, stellen wir auf dem Weg zu unserem Burgtor verschiedene Hindernisse auf, die mitunter auch Schaden bei den gegnerischen Truppen verursachen, zum Beispiel schießende Türme und Fallen mit spitzen Zacken. Bei der Platzierung der Barrikaden und Abwehranlagen ist ein bisschen strategisches Geschick gefragt. So bietet es sich an, Türme und Barrikaden möglichst dicht beeinander aufzustellen. Während die Angreifer noch versuchen, das Hindernis aus dem Weg zu räumen, werden sie vom Turm bereits ordentlich unter Feuer genommen.

In der Werkstatt schalten wir die Konstruktionspläne für weitere Verteidigungsanlagen frei.

Allerdings sind wir in unseren Möglichkeiten der Parcours-Gestaltung anfangs ziemlich eingeschränkt. Wir müssen erstmal unsere Werkstatt aufleveln, um weitere Anlagen freizuschalten. Außerdem sind viele Bauplätze außerhalb der Burg von Ruinen blockiert, die wir nur mit Hilfe von Juwelen beseitigen können. Wir haben’s aber auch nicht schrecklich eilig, denn Angriffe stecken wir ganz gut weg. Uns geht dann zwar etwas Gold verloren, aber das holen wir uns zurück, wenn wir unseren Rache-Plünderungskreuzzug starten!

Denkmalschutz hin oder her - die Ruinen müssen weg!

Es gibt in Royal Revolt 2 also drei wesentliche Teilbereiche, die alle miteinander in Verbindung stehen und daher gleichermaßen vorangetrieben werden sollten: Angriff, Verteidigung und Aufbau. Ein wenig haben wir nach einer Weile dennoch das Gefühl, dass sich alles ständig wiederholt, ein paar mehr Inhalte könnten dem Mobilegame durchaus nicht schaden. Zum Beispiel wäre ein alternativer PvE-Modus nicht verkehrt oder Mehrspieler-Funktionen, also Gruppenkämpfe oder etwas in der Art. Nun, das Spiel ist gerade einmal frisch im Appstore erschienen und neue Features sollen laut Betreiber folgen. Sind wir mal gespannt!

Pro
Kurzes, knackiges Tutorial: vollkommen ausreichend
Deutlich komplexer als Teil 1, mehr Aufgaben und Abwechslung
Sowohl für Gelegenheits- als auch Core-Gamer geeignet
Ansprechende 3D-Grafik im bunten Comic-Look
Contra
Der Sound trägt nur mäßig zur ritterlichen Stimmung bei
Sehr klare Vorteile für zahlende Spieler
Und täglich grüßt das Murmeltier: Weitere Spieloptionen wären gut, um die stets gleichen Abläufe zu durchbrechen

/5 Sterne

Fazit

Royal Revolt hat Spaß gemacht und das gleiche gilt auch für den Nachfolger. Royal Revolt 2 punktet mit einem komplexeren Spielprinzip, das uns doch deutlich mehr zu tun gibt. Mit den erweiterten Spieloptionen kommen aber auch mehr Restriktionen dazu. Wir können eben nicht so oft angreifen wie wir wollen, weil uns die Nahrung ausgeht. Wir können nicht nach Belieben einen Hindernisparcours bauen, weil wir dafür erstmal den Weg freiräumen und rote Klunker investieren müssen. Aber das ist bei Aufbauspielen, was Royal Revolt 2 nun mal teilweise ist, eben so. Es wäre ja auch langweilig, wenn wir nach einer Stunde Spielzeit alles erreicht hätten. Stattdessen müssen wir mit Ressourcen haushalten und wesentlich strategischer vorgehen als im ersten Spiel der Reihe. Dass Juwelen eine so dominante Rolle in der App einnehmen, ist eigentlich gar nicht so das große Problem. Klar, wenn wir Turniere gewinnen wollen, haben wir ohne Edelsteine schlechte Karten. Aber free-to-play bedeutet ja auch nicht automatisch free-to-win. Einen Blick hineinzuwerfen lohnt sich auf alle Fälle, denn Spielspaß und Unterhaltung für zwischendurch bietet Royal Revolt 2 auf jeden Fall, auch für Gratis-Spieler.

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