Layers of Fear 2 Test: Horror auf dem Dampfschiff

Mit dem ersten Layers of Fear hat das Entwicklerstudio Bloober Team aus dem Nichts direkt einen Achtungserfolg hingelegt, der in der Indie- und Horrorszene durchaus Anklang fand. Kann der Nachfolger ebenfalls überzeugen? Wir haben uns das Ganze näher angeschaut.

Layers of Fear 2

Layers of Fear 2

Zwar hatte das erste Layers of Fear einige spielerische Schwächen, doch sowohl die Atmosphäre als auch die Optik stimmten. Nun ist der zweite Teil auf dem Markt. Ob die Entwicklern aus den Fehlern von damals gelernt haben? Was bei unserer Sichtung herausgekommen ist, erfahrt ihr jetzt.

Hier bist du und jetzt mach!

Layers of Fear 2 ist eines dieser Spiele, die euch unvorbereitet ins kalte Wasser schmeißen und im Prinzip komplett allein lassen. Nach dem Start des Games erwacht ihr auf einem Ozeandampfer, ohne auch nur die geringste Vorstellung davon zu haben, was eigentlich im Vorfeld passiert ist. Einleitende Videosequenz? Fehlanzeige! Tutorial? Nicht in Layers of Fear 2! Hilfestellungen? Pustekuschen! Zum Glück gibt ein kurzer Blick in die offizielle Hilfefunktion zumindest ein bisschen Aufklärung. Wir sind demnach ein Schauspieler, der von einem exzentrischen Regisseur auf dieses Schiff eingeladen wurde, um dort einen Film zu drehen. Doch nichts ist, wie es scheint. Eine bessere Präsentation dieser kleinen Info wäre durchaus hilfreich gewesen, um etwas geschmeidiger in das Spiel zu kommen.

Layers of Fear 2 Trailer:

Was soll ich eigentlich auf dem Schiff?

Nachdem abrupten Einstieg kümmern wir uns darum, herauszufinden, warum das Schiff augenscheinlich ausgestorben ist. Nirgends ist auch nur ansatzweise Personal zu finden oder überhaupt andere Personen. Also streifen wir mutterseelenallein durch die verwinkelten Gänge des Schiffes, um in Erfahrung zu bringen, was hier eigentlich passiert ist. Eigentlich sollte doch irgendwo ein Set aufgebaut sein, Statisten müssten den Szenen Leben verleihen und ein anderer Mime würde es extrem erleichtern, die eigene Rolle zu spielen. Aber von all dem ist nichts zu sehen, gar nichts! Aber genau das ist die Hauptmotivation weiterzumachen!

Die Stimmung ist streckenweise sehr bedrückend.

Die Stimmung ist streckenweise sehr bedrückend.

Es gibt überall etwas zu entdecken

Layers of Fear 2 setzt stark auf den eigenen Erkundungsdrang und die damit verbundene Aufassungsgabe, sich selbst die einzelnen Geschichtsfetzen zusammenzusetzen, um das große Ganze zu begreifen. Offensichtlich hat der Regisseur nämlich einen gehörigen Dachschaden, denn schon nach kurzer Zeit erfahren wir, dass der Filmemacher nur den Besten der Besten für die Hauptrolle verpflichten will. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, müssen wir einige psychologische Herausforderungen meistern, um zu beweisen, dass wir dessen würdig sind.

Die Steuerung ist auf der Xbox One nach einer minimalen Eingewöhnungszeit extrem intuitiv. Hat man nämlich erst einmal begriffen, dass fast sämtliche Aktionen mit dem rechten Trigger und rechten Stick ausgeführt werden, fühlt sich das Herumrätseln und Knobeln unglaublich natürlich an. Egal, ob man einen Tresor oder eine Tür öffnet. Die Illusion ist nahezu perfekt gelungen. Allerdings bietet das Spiel darüber hinaus kaum weitere spielerische Abwechslung.

Launch Trailer:

Leichte Schwächen im Gameplay

Unterfüttert wird das Gameplay durch die streckenweise dichte Atmosphäre, die jedoch leider von zwei Dingen torpediert wird. Ab und an kann es vorkommen, dass Rätsel nicht logisch aufgebaut sind, obwohl die Lösung nie weit entfernt ist. Eine Designentscheidung der Entwickler war nämlich ein konsequentes Vermeiden von Backtracking. Hat man einen Abschnitt hinter sich gelassen, gibt es keinen Weg zurück. Auf der einen Seite wird das Spiel dadurch sehr linear, andererseits verirrt man sich nicht. Außerdem existieren ein paar Verfolgungssequenzen, die einfach nicht zur sonstigen Spielmechanik passen, denn Gegner gibt es eigentlich nicht. Ein ähnliches Problem tritt auch im Indie-Spiel Close to the Sun auf. Dennoch sollte man sich davon nicht entmutigen lassen, denn wenn man einmal von der Geschichte und der Atmosphäre gepackt wurde, ist es schwierig davon wieder loszukommen. Die zahlreichen Jumpscares tun ihr Übriges.

Manche Abschnitte sind unglaublich realistisch aus.

Manche Abschnitte sind unglaublich realistisch aus.

Technisch auf hohem Niveau

Technisch weiß Layers of Fear 2 auf jeden Fall zu überzeugen. Streckenweise sehen die Umgebungen fast fotorealistisch aus und gewisse Abschnitte erinnern stark an die Playable Teaser Demo für Silent Hills (P.T.). Zusammen mit dem dezenten Einsatz von Musik und Effekten entsteht eine schaurig-schöne und paranoide Stimmung. Gelungen ist auch die englische Vertonung.

Fazit:

Horrorfans sollten definitiv einen Blick auf das Spiel werfen. Zwar haben die Macher nicht die gleichen Fehler gemacht, dafür jedoch andere. Auch wenn die gruselige Stimmung nicht konstant gehalten werden kann, gibt es doch Abschnitte, die einem einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Zudem ist das Setting, ein Ozeandampfer, weitgehend unverbraucht. Lediglich die Verfolgungssequenzen reißen uns immer aus der Atmosphäre und stören den sonstigen Spielablauf. Eines sollte man darüber hinaus im Hinterkopf behalten: Die Spielzeit ist mit gut 5 Stunden nicht sonderlich lang.

Layers of Fear 2
Pro
großartige audiovisuelle Präsentation
spannende Geschichte
kein Backtracking
unverbrauchtes Setting
Contra
Rätsel manchmal nicht logisch
nervige Verfolgungen
kurze Spielzeit
Layers of Fear 2

3/5 Sterne

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