Grounded angespielt: Kleine Helden, großer Spaß!

Als wir das erste Mal von Obsidian Entertainments kommendem Spiel Grounded gehört haben, kam uns sofort der Hollywood-Klassiker "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft!" in den Sinn.

Doch wirklich etwas miteinander zu tun haben beide Produkte nicht, außer der Tatsache, dass die Helden auf Ameisengröße verkleinert wurden. Während es sich bei dem Film um eine familientaugliche Unterhaltung handelt, kämpfen wir in Grounded um das nackte Überleben. Das Geschehen wird zwar in einer Comic-Grafik präsentiert, aber das macht die Welt von Grounded nicht weniger gefährlich, wie wir am eigenen Leib erfahren mussten.

Grounded ist neue Spiel der "Fallout New Vegas"- und "The Outer Worlds"-Macher und versetzt uns in die Rolle eines Teenagers, der im eigenen Hinterhof auf Miniaturgröße geschrumpft wurde. Warum das passiert ist, wer dahintersteckt und wie wir wieder groß werden, müssen wir selbst herausfinden. Im Prinzip müssen wir alles selbst herausfinden, denn der Beginn der 30-minütigen Demo lässt uns in einer Höhle aufwachen – ohne Erinnerung daran, was passiert ist. Dabei sieht in den ersten paar Sekunden vieles noch halbwegs normal aus. Erst als wir die Höhle verlassen, um uns zu orientieren und eine lebensgroße Ameise erblicken, wird klar: "Hier stimmt etwas nicht!"

Grounded Gameplay-Trailer:

Jetzt stehen wir da. Mit nichts in der Hand und nicht einmal mit dem Funken einer Ahnung, wie wir in diesen Schlamassel hineingeraten sind. Also machen wir uns auf den Weg, Hinweise zu sammeln und die Umgebung zu erkunden. Dabei ist es wichtig, alles, was nicht niet- und nagelfest ist, einzusacken. Gräser, Steine, Harz, Pilze, Blätter, wirklich alles, denn neben dem eigentlichen Überleben ist Crafting ein großer Bestandteil des Spiels. Jegliche Werkzeuge, Materialien oder auch Waffen müssen wir nämlich selbst herstellen. Dann haben wir bereits nach kurzer Zeit ein kleines Zeit entdeckt, in dem ein Analysator steht, mit dessen Hilfe wir aufgesammelte Sachen untersuchen können, um weitere Dinge herzustellen. Wer diesen dahingestellt hat und warum das Gerät ebenfalls so winzig ist wie wir, wissen wir aber immer noch nicht.

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Solange wir keinen Mist bauen, interessiert sich der Marienkäfer nicht für uns.

Mit den ersten Werkzeugen, wie etwa einer Axt oder einer Fackel, sind wir in der Lage, Grashalme zu fällen und dunkle Höhlen zu betreten. Spätestens wenn wir in das erste dunkle Gemäuer betreten, wird uns auch bewusst, dass uns manche Insekten und Tiere, die im Hinterhof herumkriechen, nicht gerade freundlich gesinnt sind. Während ein riesiger Marienkäfer unbeteiligt seine Runden zieht und Ameisen uns mehr oder weniger neutral begegnen, wollen uns Milben direkt ans Leder. Was im realen Leben keine Rolle spielt, wird in Grounded zu einer echten Gefahr. Ohne Waffe sind wir den kleinen Krabblern hilflos ausgeliefert, aber mit ein paar Axthieben ist die Bedrohung schnell beseitigt. Etwas anders sieht das bei Spinnen und Stinkwanzen aus. Um diese sollte man zunächst einen großen Bogen machen.

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So könnte eine Basis aussehen. Eurer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

So erforschen wir nach und nach immer mehr Gebiete, setzen Marker zur Orientierung und können schon bald ein kleines Lagerfeuer entzünden, um Nahrung zu kochen und nachts eine Lichtquelle zu haben. Gleichzeitig finden wir immer mehr Hinweise darauf, was passiert sein könnte. Unter anderem entdecken wir ein merkwürdiges Gerät, das von drei Laserstrahlen gespeist wird, von denen allerdings einer defekt zu sein scheint, während ein anderer durch Grashalme verdeckt wird. Beide Probleme lassen sich fix lösen. Die darauf folgende Sequenz beantwortet allerdings keine unserer Fragen nach dem Warum. Mehr Story-Inhalte gibt es in der Testversion ebenfalls nicht, stattdessen dürfen wir weiter den Hinterhof erforschen und dem Crafting nachgehen. Aber genau diese Art von Geheimniskrämerei ist eine der faszinierenden Facetten des Spiels. Was einen nach dem nächsten Grashalm erwartet, ist immer wieder eine Überraschung.

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Mit Freunden lassen sich viele Dinge schneller bauen und größere Gegner in Schach halten.

Wie für ein Survival-Spiel üblich, müssen wir neben unserer Lebensenergie und der Ausdauer auch stets auf Nahrung und Wasser achten. Sobald der Held nämlich Durst oder Hunger verspürt, geht die Lebensenergie langsam zuneige. Glücklicherweise ist diese Mechanik aber nicht ganz so radikal wie in anderen Games. Wir können eine ziemlich lange Zeit ohne beide Dinge auskommen und stattdessen unserem Forschergen nachgehen. Schade nur, dass für den Bau einer eigenen Basis kaum die Zeit besteht. Wir haben uns mit einem Lagerfeuer und einer Schlafstelle als Respawn-Punkt begnügt, denn spätestens, wenn uns eine Spinne zum dritten Mal erlegt hat, wollen wir nicht wieder in der Anfangshöhle beginnen.

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Sogar Bienen können zu einer Gefahr werden.

Was uns am Spiel derzeit am meisten fasziniert, ist das Gefühl der Freiheit. Wir müssen der Geschichte nicht unbedingt folgen. Bei einem Spieldurchgang haben wir uns zum Beispiel nur darauf beschränkt, eine Waffe zu bauen und den gesamten Hof zu erkunden. Allein die Besteigung des "Mount Baseball" war schon eine Herausforderung (ebenso wie das Erklimmen eines kleinen Kleeblatts), aber von dort hat man eine exzellente Übersicht. Wir konnten einen Geräteschuppen ausmachen, irgendwo liegt eine Harke im Garten und vor allem sind zahlreicher Müll und Spielzeug vielerorts zu finden. An jedem dieser Orte gibt es etwas zu entdecken. Seien es nun neue Gegner, Ressourcen oder Hinweise auf die Geschichte. Und genau diese Dinge haben bislang jeden Spielablauf zu einem vollkommen anderen Erlebnis gemacht.

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Es sieht zwar schön aus, aber überall lauern Gefahren.

Sogar technisch macht das Spiel schon in diesem Zustand eine gute Figur. Die Grafik lässt sich am ehesten als eine Art Mischung aus Comic-Optik und realistischen Objekten beschreiben. Die Umgebung und Tiere haben einen fast schon fotorealistischen Touch, während hergestellte Utensilien und die Hauptcharaktere eher comic-artig wirken. Eine ähnliche Kombination lässt sich auch bei Sea of Thieves oder Animal Crossing New Horizons finden und sie wirkt trotz der zwei unterschiedlichen Stile wie aus einem Guss. Die Soundkulisse hingegen mag bislang noch nicht mit eingängigen Musiktracks überzeugen, dafür weiß man jedoch immer, wann Gefahr lauert und wann man sich in sicheren Gebieten befindet. Gerade diesen akustischen Indikator sollte man nie unterschätzen.

Grounded Trailer:

Einschätzung:

Grounded mag zwar nicht das größte Spiel von Obsidian Entertainment werden, aber es könnte einer der faszinierendsten Titel der letzten Jahre werden. Die Spielmechaniken greifen bereits ziemlich reibungslos ineinander und sind gut aufeinander abgestimmt. Wir mussten uns zwar erst an die komplexen Menüs gewöhnen, aber nach fünf bis zehn Minuten hatten wir den Dreh raus. Dazu kommt eine dezent erzählte, aber mysteriöse Geschichte, die uns abseits der Survival-Komponente immer weiter dazu angespornt hat, die Welt um uns herum zu erkunden. Die Tatsache, dass wir quasi alles erreichen können, was wir im Hinterhof sehen, macht die Sache umso spannender.

Wir können es kaum erwarten, in der Vollversion mit bis zu vier Freunden in der Welt von Grounded zu bestehen und eine riesige Basis zu errichten, die uns vor Spinnen und Co beschützt. Hatten wir dieses Kleinod vorher nicht wirklich auf dem Schirm, steht der Titel jetzt weit oben auf unsere Most-Wanted-List für 2020. Übrigens, wer an Arachnophobie leidet, kann die Spinnen optisch stark verfremden, um das Spiel angstfrei zu erleben.

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