Wolfenstein 2: The New Colossus rockt auch auf der Switch!

Bethesda ist einer der Dritthersteller, die schon früh das Potenzial der Switch erkannt haben.

Mit The Elder Scrolls V: Skyrim und Doom hat der amerikanische Hersteller im vergangenen Jahr bereits zwei Großprojekte veröffentlicht. Jetzt folgt der dritte Streich mit einer Portierung von Wolfenstein 2: The New Colossus. Verantwortlich für die Switch-Version ist wie schon bei Doom das Studio Panic Button. Beste Voraussetzungen für ein gelungenes Spielerlebnis. Ich habe mich nicht zweimal bitten lassen und bin abermals in die Haut von B.J. Blazkowicz geschlüpft und habe dem Regime gezeigt, dass Amerika nicht so einfach zu besiegen ist.

Wolfenstein 2: The New Colossus für die Switch: 

Es geht nahtlos weiter

Die Geschichte von Wolfenstein 2: The New Colossus entspricht inhaltlich exakt der Version für Xbox One, PlayStation 4 und PC. Wer den Vorgänger The New Order nicht gespielt hat, bekommt am Anfang eine Zusammenfassung der Ereignisse inklusive der Möglichkeit, sich für eine Handlungslinie zu entscheiden. Entweder stirbt nämlich Fergus oder Wyatt in The New Order und dementsprechend ändert sich die Handlung auch in The New Colossus ein wenig. Jede dieser Zeitlinien bringt zudem einige Gameplay-Veränderungen mit sich. Lässt man beispielsweise Fergus am Leben, erhält man dafür eine andere Waffe als wenn Wyatt überlebt. Wer wirklich alles sehen will, muss das Spiel also mindestens zweimal durchzocken.

Die Zwischensequenzen sind auch auf der Switch gelungen.

Die Zwischensequenzen sind auch auf der Switch gelungen.

Es kann nur einen geben...

Die Rahmenhandlung bleibt indes identisch. Blazkowicz ist nach dem vermeintlichen Sieg über General Totenkopf schwer ramponiert und lag ganze fünf Monate im Koma. Genützt hat der Sieg aber wenig, denn nachdem das Regime einen Atomangriff auf die USA durchgeführt hat, folgte die umgehende Kapitulation. Aber der Widerstand gegen Deutschland und das Regime ist noch nicht gebrochen und so muss sich Blazkowicz, nachdem er sich um seine eigene Gesundheit gekümmert hat, versuchen, Amerika zu befreien und eine Revolution einzuleiten.

Oder anders ausgedrückt: Es gibt nur einen Mann, der Kanzler Heiler (Wir wissen alle, wer damit gemeint ist.) und seine Schergen aufhalten kann! Dass die Reise des Protagonisten in einem Rollstuhl beginnt, macht das gesamte Unterfangen noch ein bisschen großartiger, denn es zeigt die Wandlung von Blazkowicz innerhalb des Spiels und die vermeintliche Underdog-Attitüde, mit der er kokettiert.

Es knallt an allen Ecken und Enden!

Es knallt an allen Ecken und Enden!

Wo soll das Regime vernichtet werden?

Auf der Switch hat der Spieler die Qual der Wahl, wie er diesen Befreiungsversuch angehen möchte. Zu Hause, unterwegs, im Tabletmodus, am Fernseher oder gemütlich lümmelnd auf der Couch. Das ist im Vergleich zu den anderen Versionen der große Pluspunkt. Zusätzlich steht es jedem Spieler frei, ganz klassisch zu agieren oder mittels Bewegungssteuerung Horden von Regime-Anhängern das Fürchten zu lehren. Die beiden Joy-Cons und der Pro Controller erfassen die Bewegungen im Normalfall gut, nur ab und an muss das Ganze neu ausgerichtet werden. Allerdings ist diese Art der Steuerung nicht jedermanns Sache, meine auch nicht. Ich spiele lieber traditionell mit zwei Sticks und einer leichten Zielhilfe. So kann ich Kopfschüsse einfach besser verteilen.

Wolfenstein 2: The New Colossus - Switch Teaser:

Überragend inszeniert

Spielerisch lässt sich über Wolfenstein 2: The New Colossus nicht meckern, aber das ist seit dem Release des Spiels im letzten Herbst bekannt. Man ballert sich gekonnt durch unterschiedliche Schauplätze, löst dabei ein paar nicht allzu schwierige Rätsel, bekommt derweil ein Amerika präsentiert, das man sich nicht vorstellen möchte und unterfüttert wird das Ganze mit gut inszenierten Zwischensequenzen.

Was mich immer noch positiv überrascht, ist der dezente Rollenspieleinschlag und wie die verschiedenen Fertigkeiten freigeschaltet werden. Man muss sich keine Sorgen um einen ausufernden Fähigkeitenbaum wie in Skyrim machen. Stattdessen werden die unterschiedlichen Eigenschaften aufgewertet, indem sie einfach genutzt werden. So kann ich mich vollends auf die Geschichte, das Universum an sich und das Ballern konzentrieren. Besonderes Lob verdient die Ausarbeitung der Charaktere. Mal überzeichnet, mal klischeebehaftet, aber stets glaubwürdig und authentisch.

Frau Engel ist und bleibt eine Psychopathin.

Frau Engel ist und bleibt eine Psychopathin.

Technisch eine Meisterleistung

Für die faustdicke Überraschung sorgt allerdings nicht das Spiel an sich, sondern die Arbeit des Studios Panic Button. War Doom noch das Gesellenstück des Studios, ist Wolfenstein 2: The New Colossus ganz offensichtlich das Meisterstück - und was für eins! Klar, im direkten Vergleich kann die Switch-Version mit den anderen nicht ganz mithalten, aber was die Texaner hier auf den Bildschirm gezaubert haben, grenzt schon fast ein bisschen an schwarze Magie. Der Titel spielt sich sowohl mobil als auch in der Dockingstation, bis auf ganz wenige Ausnahmen, immer butterweich und flott. Zwar tricksen die Entwickler ab und an mit etwas viel Unschärfe, nicht ganz knackigen Texturen, dynamischer Auflösung und reduzierten Lichteffekten, aber das tut dem Spaß keinen Abbruch.

Ganz im Gegenteil, ich war positiv von der Bildqualität überrascht, die mir auf einem 4K-TV entgegenflimmerte. Hat man nicht den direkten Vergleich, fallen die Veränderungen sogar noch weniger auf. Lediglich wenn der Titel zwischen Spielszenen und Videosequenzen wechselt, sieht man starke Unterschiede. Das größte Lob kam jedoch von einem Kollegen, der sich im Vorbeigehen darüber beschwerte, warum ich schon wieder die „PlayStation 4“-Version des Spiels zocke, bis er gemerkt hat, dass es die Switch-Variante war.

So sieht Amerika aus, wenn das Regime an der Macht ist.

So sieht Amerika aus, wenn das Regime an der Macht ist.

Einschätzung:
Wer Wolfenstein 2: The New Colossus, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht gespielt hat, sollte das auf jeden Fall nachholen. Die Switch-Version bietet zwar nicht die High-End-Grafik wie auf dem PC oder den anderen Konsolen, sieht aber trotzdem grandios aus. Wie Panic Button das hinbekommen hat, ist mir immer noch schleierhaft. Wer ein paar minimale Abstriche hinnimmt, erfährt dieses grandiose Gefühl, einen der besten First-Person-Shooter des letzten Jahres einfach dort spielen zu können, wo es gerade beliebt. Außerdem eignet ich das Spiel wunderbar zum Angeben in der Öffentlichkeit. Es wird mehr als einen ungläubigen Blick geben, wenn andere Personen sehen, was da auf der Switch läuft. Schade nur, dass Bethesda noch kein Wort über die Downloadinhalte verloren hat. Diese hätten das Paket formschön abgerundet. Aber auch so sollten Shooter-Fans zuschlagen.

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