Tomb Raider, Deus Ex und Co wechseln nach Europa

Die schwedische Embracer Group will Square Enix drei Studios und zahlreiche Marken wie Tomb Raider und Co abkaufen.

Embracer Group

Seit einigen Jahren findet in der Branche eine zuvor nie dagewesene Umwälzung statt. Große Publisher kaufen immer wieder kleinere oder mittlere Studios auf und stärken so ihre Marktposition. Dazu kommen Mega-Deals wie etwa die Übernahme von Bethesda durch Microsoft oder der Kauf von Zynga durch Take-Two Interactive.

Doch der muntere Kaufrausch ist nicht auf große amerikanische und asiatische Publisher beschränkt. Ebenfalls seit Jahren fleißig in der Akquise tätig ist die schwedische Embracer Group. In den vergangenen Jahren hat das skandinavische Unternehmen Studios und Publisher wie Saber Interactive, Gearbox Software, Koch Media oder Aspyr gekauft und ist damit zum größten europäischen Publisher mit einem Jahresumsatz von über 1,4 Mrd. Euro aufgestiegen.

Jetzt ist der Embracer Group der nächste Coup gelungen. Square Enix veräußert die drei Studios Crystal Dynamics, Eidos-Montréal und Square Enix Montréal sowie eine Reihe verschiedener Marken. Dazu zählen unter anderem Tomb Raider, Deus Ex, Thief, Legacy of Kain sowie mehr als 50 weitere Games. Welche Marken noch dazugehören, ist noch nicht bekannt. Just Cause, Outriders und Life is Strange verbleiben aber bei Square Enix. Zudem betrifft der Kauf rund 1.100 Angestellte verteilt über drei Studios an acht Standorten. Im Vergleich zu anderen Deals in der Branche muten die 300 Millionen US-Dollar, die die Embracer Group für den Kauf zahlt, geradezu wie ein Schnäppchen an. Insbesondere, wenn man sich nur allein die Tomb-Raider-Lizenz vor Augen führt.

Warum also hat Square Enix sich von einem Teil seiner westlichen Studios getrennt? Wie Branchen-Analyst Daniel Ahmad sagt, haben die westlichen Teams in der Vergangenheit nicht immer die Zahlen geliefert, die in Japan erwartet wurden. Dem gegenüber stehen starke Zuwächse bei den japanischen Teams in den Segmenten MMO und Smartgeräte, so dass Square Enix schon länger nach einer Möglichkeit gesucht habe, die entsprechenden Entwickler zu verkaufen. Wenn die entsprechenden Behörden zugestimmt haben und die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, soll der Kauf bis September 2022 abgeschlossen werden.

Die einzelnen Studios sollen trotz schwedischer Führung weitgehend unabhängig bleiben und arbeiten. Das bedeutet, dass aktuelle Projekte und Kooperationen weitergeführt werden. So hat sich beispielsweise bereits Microsofts Team The Initiative geäußert, dass die Zusammenbei mit Crystal Dynamics am Reboot von Perfect Dark fortgesetzt wird. Dass das nicht immer so sein muss, hat im vergangenen Jahr der Kauf von Leyou durch Tencent gezeigt, die für Amazon an einem Der Herr der Ringe MMO gearbeitet haben. Kurz nach der Transaktion wurde das Projekt sang- und klanglos eingestellt.

Es bleibt zu hoffen, dass die anhaltende Konsolidierung des Gaming-Markts sich nicht zu stark auf die Kreativität der Entwickler auswirkt. So sehr nämlich die finanzielle Sicherheit, insbesondere für kleinere Studios, langfristige Planungen ermöglicht, so sicher sind damit auch immer interne Zielvorgaben verbunden. Und wenn diese mehrfach nicht erreicht werden, spielt es keine Rolle mehr, ob man unabhängig ist oder nicht. Siehe Square Enix.

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