Spiele laut Analyst zu günstig, selbst mit Mikrotransaktionen

Pro Stunde betrachtet, bezahlen Spieler viel weniger Geld für Spiele als für Filme, sagt ein Finanzexperte.

Viele Spieler regen sich über Mikrotransaktionen in Vollpreisspielen auf. Da zahlt man bereits 60 oder gar 70 Euro für einen Titel, um dann im Menü direkt auf den Shop aufmerksam gemacht zu werden. Gerade Star Wars: Battlefront 2 hat es zu weit getrieben, indem die komplette Progression im Multiplayer auf die Lootboxen und damit die Monetarisierung ausgerichtet wurde. Die Mikrotransaktionen sind zwar nun vorübergehend deaktiviert, doch zumindest zu Beginn wirkte Battlefront 2 wie ein Free-to-Play-Spiel, für das ihr aber den Vollpreis zahlen müsst. Natürlich gab es deshalb einen Shitstorm. 

„Eine Überreaktion“, urteilt Evan Wingren von KeyBanc Capital Markets. Wie CNBC berichtet, hält der Finanzanalyst Spiele, selbst wenn man regelmäßige Ausgaben für Lootboxen einberechnet, nicht für zu teuer, sondern zu billig. Er bezieht sich dabei auf die Pro-Stunden-Kosten für ein Videospiel, die deutlich niedriger ausfallen würden als beispielsweise bei Filmen.

Star Wars: Battlefront 2 - Darth Vader

Laut Evan Wingren hätten wir also keinen Grund, uns über die Preise von Spielen wie Star Wars: Battlefront 2 zu beschweren. Doch was ist, wenn ein Spiel zugunsten von Mikrotransaktionen designt wird, so dass die inhaltliche Qualität darunter leidet?

Wingren stellt eine Beispielrechnung auf: Ein Spiel kostet 60 US-Dollar und der Spieler gibt pro Monat 20 US-Dollar für Lootboxen aus. Wenn er den Titel nun ein Jahr lang rund zweieinhalb Stunden täglich spielt, würde ihn der Spaß pro Stunde gerade mal 40 Cent kosten. Beim Fernsehen liege der Wert bei 60, im Fall von Filmen bei 80 Cent. Die Publisher verlangen relativ wenig Geld von den Spielern und sollten die Preise erhöhen, so Wingren. „Spielern wird nicht zu viel berechnet, sondern zu wenig“, sagt der Analyst, der sich selbst als Gamer bezeichnet.

All die Kritik gegenüber Electronic Arts bezüglich Star Wars: Battlefront 2 sei eine Überreaktion. Die Journalisten, die den Publisher und das Actionspiel an den Pranger stellen, seien Leute, die schlicht Mikrotransaktionen nicht mögen, so Wingren. Die Kontroversen rund um Battlefront 2 würden zudem dazu führen, dass der Titel nicht die 13 Millionen verkauften Einheiten erreichen werde, die man prognostiziert habe. Trotz der negativen Berichte der Presse solle nach Meinung von Wingren jeder „Star Wars“-Fan, der gerne zockt, sich das Geld für den neuen Film sparen und Battlefront 2 spielen, weil man damit den meisten Spaß für sein Geld bekomme. Bloß scheint der Finanzexperte dabei zu vergessen (oder es gar nicht zu wissen), dass dem Shooter aufgrund seines Geschäftsmodells ein ziemlich schlecht designtes Progressionssystem verpasst wurde. „Star Wars: Die letzten Jedi“ wird hoffentlich deutlich mehr Qualität und Unterhaltungswert zu bieten haben.

Quelle: CNBC
 

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