Der Markt der VR-Spiele hat schon einiges zu bieten, aber da geht noch mehr. Wir hätten da ein paar Wünsche.
Diese VR-Spiele wünschen wir uns
Wir lieben VR! Die Technik ist heutzutage auf einem guten, wenn auch weiterhin ausbaufähigen Niveau (vor allem in Bezug auf die Bildqualität der Displays der aktuellen Brillen). Zudem hat das Angebot an guten Spielen in der jüngeren Vergangenheit drastisch zugelegt. Der Leuchtturmtitel ist das im März erschienene Half-Life: Alyx, aber auch The Walking Dead: Saints & Sinners und Asgard's Wrath haben bewiesen, dass in VR längst Spiele möglich sind, mit denen ihr euch stundenlang beschäftigen könnt (wenn euer Körper denn mitspielt) und die in Sachen Tiefgang dem, was das normale 2D-Gaming bietet, in nichts nachstehen. Doch wir wollen noch mehr. Das Steigerungspotenzial ist immer noch groß und es gibt mehr als genug Ideen, die noch nicht umgesetzt wurden. Unsere größten Wunschspiele fassen wir in diesem Artikel zusammen. Mit dabei sind sowohl neue Konzepte, die wir gerne umgesetzt sehen wollen, als auch bekannte Titel, die sich (mit einigen Anpassungen) wunderbar für VR eignen würden.
Zombie-Survival-Sandbox mit Koop-Modus
Anfang des Jahres erschien das bereits oben erwähnte The Walking Dead: Saints & Sinners von Skydance Interactive. Entgegen unserer Befürchtungen ist das keine miese Lizenzgurke, sondern ein richtig gutes Survival-Spiel, in dem ihr in kleinen, aber doch offenen Gebieten nach Ressourcen sucht, Quests erfüllt und natürlich versucht, nicht von den Untoten gefressen zu werden. Das Highlight sind die Begegnungen mit den Wiederauferstandenen. Da Munition für Schießeisen rar ist, greift ihr oft zu Nahkampfwaffen wie dem Messer oder der Axt und das fühlt sich richtig gut an.
Wie im Comic oder der TV-Serie sterben die Zombies nur, wenn ihr ihr Hirn zerstört. Also müsst ihr ihnen eure Waffe mit voller Kraft in den Schädel rammen und sie anschließend auch wieder mit einem ordentlichen Ruck herausziehen. Noch nie waren Kämpfe gegen Untote so immersiv. Als wir das zum ersten Mal erlebten, kam in uns sofort der Wunsch auf, so eine Erfahrung gemeinsam mit Freunden zu machen – in einem Koop-Spiel, das auf dem gleichen Gameplay fußt. Stellt euch eben eine Art DayZ vor (nur gerne ohne PvP-Komponente), in dem ihr eine große Spielwelt zu zweit, dritt oder viert in VR erkundet und dabei ständig größeren Horden von Zombies ausweichen, vor ihnen wegrennen oder gegen sie kämpfen müsst. Das wäre absolut fantastisch. Also, Skydance, worauf wartest du?!
Das Göttersimulationscomeback, das die Welt verdient hat
Erinnert ihr euch noch an Black & White? Jene Göttersimulation von Peter Molyneux war bis zur ihrem Release im Jahr 2001 ein großer Hype-Titel, wurde dem letztendlich aber nicht ganz gerecht. Die grundlegende Idee, ein Gott zu sein, der die Geschicke eines Volkes leitet und zudem eine Tierkreatur großzieht, ist aber toll. Nach Black & White 2 von 2005 haben wir so eine Art Spiel allerdings leider nicht mehr im großen Stil serviert bekommen. Es wird Zeit für einen Erben und am besten ist der ein VR-Spiel.
Ein richtig gutes Virtual-Reality-Aufbauspiel gibt es noch nicht. Dabei wäre das sicherlich sehr gut machbar. Straßen ließen sich dank der Bewegungssteuerung mit dem Controller in die Landschaft malen und gerade das Terraforming, also etwa das Erschaffen von Bergen und Tälern, wäre enorm intuitiv. Nun wäre sicherlich auch ein Spiel wie Anno oder Cities: Skylines in VR großartig, aber eine Göttersimulation wäre am naheliegendsten. Schließlich ist der Mauszeiger in Black & White eine Hand, mit der ihr die Landschaft verändert oder die euch dienende Kreatur ohrfeigt, wenn sie etwas nicht so gemacht hat, wie ihr das wolltet. All das ließe sich wunderbar in die Virtual Reality übertragen. Es muss nur mal jemand machen.
Rockstar, mach VR-Versionen!
Zu den immersivsten Nicht-VR-Spielen der (noch) aktuellen Konsolengeneration zählen GTA 5 und Red Dead Redemption 2. Ersteres bietet mit Los Santos eine virtuelle Großstadt der Gegenwart, die zwar offiziell Los Angeles nur nachempfunden ist, uns aber das Gefühl gibt, uns tatsächlich durch die US-Metropole zu bewegen. Letzteres wiederum ist ein Cowboy-Simulator, wie er besser kaum sein könnte. In beiden Spielen können wir der Handlung und den zahlreichen Nebenmissionen folgen, wir können irgendwelchen Quatsch in der Open World anstellen, genauso aber auch Dinge machen, die manch anderem Spieler total langweilig und blöd vorkommen müssen. In GTA 5 sind wir als Franklin mit Hund Chopper im Park Gassi gegangen und in Red Dead Redemption 2 trinken wir jeden Morgen nach dem Aufstehen im Lager einen Kaffee und begrüßen erst mal die anderen Mitglieder unserer Gang.
Wie könnte man nun erreichen, dass beide Spiele noch immersiver werden? Na, ganz klar, mit VR! GTA 5 könnt ihr sogar schon dank der R.E.A.L. Mod in Virtual Reality erleben. Das funktioniert ganz gut, aber noch nicht perfekt. Schließlich fehlt etwa die Bewegungssteuerung. Hiermit rufen wir also Rockstar Games dazu auf, seine beiden jüngsten Meisterwerke selbst zu portieren. Klar, das ist mit großem Aufwand verbunden. Arthur, der Hauptcharakter aus Red Dead Redemption 2, könnte dann etwa keine vorgefertigten Animationen abspulen, wenn er zum x-ten Mal einen Gegenstand aufhebt, da wir die Bewegung ja selbst ausführen wollen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Aber hey, Rockstar kann natürlich auch gerne ein eigens für VR entwickeltes Open-World-Abenteuer machen. Das würden wir genauso stark abfeiern, wenn nicht sogar noch stärker.
Fußball hautnah
Fußballspiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Ok, korrekterweise müssten wir sagen, dass sich FIFA großer Beliebtheit erfreut. Die Konkurrenz kommt ja nicht ansatzweise an den Erfolg der EA-Marke heran. Wie dem auch sei, Fußball ist jedenfalls nicht nur allgemein, sondern auch in der Videospielbranche ein großes Thema. Warum also nicht mal etwas derartiges in VR umsetzen? Möglich wäre etwa ein komplettes "Be a Pro"-Spiel, in dem ihr selbst auf dem Platz steht und an der Seite weltberühmter Kicker dem Ball hinterherrennt. Noch stärker könnte das Gefühl ja gar nicht sein, ein Fußballstar zu sein.
Eine andere Art von Fußball-VR-Spiel, die wir sehr begrüßen würden, wäre ein Managerspiel, bei dem ihr eben selbst am Seitenrand steht und eurer Mannschaft Anweisungen gebt. Gerade angesichts dessen, dass der Football Manager von SEGA nach wie vor eine sehr rudimentäre 3D-Grafik bei der Simulation der Matches präsentiert, wäre das ein Riesenknüller – sowohl optisch als auch atmosphärisch. Denn das Feeling, in einem Stadion zu sein, kann ja gar nicht mehr besser werden, wenn ihr selbst in VR in einem solchen Bauwerk steht.
Wir wollen geschrumpft werden!
Wir haben in Videospielen schon so viele fremde Welten erkundet, aber noch nie den menschlichen Körper von innen (zumindest fällt uns nichts dergleichen ein). In VR gibt es so etwas bislang also erst recht noch nicht, dabei wäre das ziemlich cool. Man erinnere sich nur mal an den Filmklassiker "Die Reise ins Ich" mit Dennis Quaid und Martin Short. Es ließe sich garantiert ein spannendes Abenteuer inszenieren, in dem ihr nacheinander durch die verschiedenen Organe reist. Aber überhaupt wären Spiele toll, in denen wir geschrumpft sind. Uns gefällt ja auch das Survival-Spiel Grounded von Obsidian. Man stelle sich das mal in VR vor! Dann wären die fiesen Spinnen gleich nochmal viel angsteinflößender.
Einen geschrumpften Charakter in einem VR-Spiel zu verkörpern, wäre nochmal was ganz anderes, als in der Größe eine Welt auf einem flachen Bildschirm zu erkunden. Die Größenverhältnisse wären in VR einfach viel greifbarer. Wir hätten ein viel besseres Gefühl dafür, wie klein wir sind. Und wenn es dann eben sogar in den Körper eines anderen Menschen hineingehen würde, würden wir sogar Bilder zu sehen kriegen, die so noch gar kein Spiel bislang vor unsere Augen gezaubert hat.
Sollte Star Citizen jemals fertig werden,…
Ok, der Wunsch, GTA 5 oder Red Dead Redemption 2 in VR spielen zu können, ist ja schon gewagt. Aber von Star Citizen als Virtual-Reality-Spiel zu träumen, ist nun wirklich bescheuert. Wobei man sagen muss, dass der überambitionierte Sci-Fi-Titel von Chris Roberts perfekt dafür geeignet wäre. Das Spiel legt ja so schon sehr viel Wert auf Immersion. Alles in der offenen Galaxie ist ausmodelliert. Wir können uns in Städten einen Burger kaufen und essen, es gibt keine Ladezeiten, wenn wir einen Planeten verlassen, durchs All fliegen und auf einem anderen Himmelskörper landen, und haben wir eine Webcam an unseren Rechner angeschlossen, erfasst das Spiel unsere Mundbewegungen und überträgt sie auf unseren Avatar.
Das Problem, das Star Citizen hat: Es ist noch weit von der Fertigstellung entfernt. Bis das persistente Online-Universum die Alpha-, geschweige denn die Betaphase verlässt, werden wohl noch Jahre vergehen. Vorher ist erst recht nicht an eine VR-Umsetzung zu denken und selbst danach ist es unwahrscheinlich, dass so schnell etwas in diese Richtung geschieht. Immerhin frisst Star Citizen mächtig viel Hardware-Leistung und Virtual Reality strapaziert Rechner auch ganz schön. Vielleicht funktioniert beides in zehn Jahren miteinander. Aber zum einen haben wir ja nirgends in diesem Artikel geschrieben, dass all unsere Wünsche doch bitte innerhalb der nächsten zwei Jahre erfüllt werden sollen, und zum anderen wissen wir ja nicht, wie sehr sich Computer und die VR-Technologie in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Vielleicht haben wir ja schon 2025 so starke Hardware, dass ein Star Citizen in VR kein großes Problem mehr darstellt. Allerdings sollte Chris Roberts besser nicht jetzt auf die Idee kommen, das in die Wege zu leiten, denn sonst wird das Spiel wirklich niemals fertig.