Diablo Immortal: Was ihr zum Start wissen müsst

Heute erscheint nach langer Wartezeit Diablo Immortal und das nicht nur für Mobilgeräte, sondern auch den PC. Wir fassen alle wichtigen Infos zusammen.

Diablo Immortal

Es hat ganz schön lange gedauert, bis nun endlich der Release von Diablo Immortal erfolgt. Die Ankündigung erfolgte bereits vor dreieinhalb Jahren auf der BlizzCon 2018. Damals war das Echo gar nicht gut. Die Enthüllung des damals als Mobile-exklusiv gehandelten Hack and Slays wurde zu einem Desaster. Die Fans hatten schließlich fest mit Diablo 4 gerechnet, aber stattdessen präsentierte Blizzard ihnen nur ein Free-to-Play-Spin-off für Smartphones. Den vierten Teil der Reihe kündigte das Unternehmen erst ein Jahr später an.

Mittlerweile ist die Stimmung besser. Hauptverantwortlich dafür ist der zeitgleiche PC-Release, der erst im April bekannt gegeben wurde. Dementsprechend gibt es nun nicht wenige Diablo-Fans, die schon auf heißen Kohlen sitzen und nur darauf warten, dem Sanktuario von Immortal einen Besuch abzustatten. Nichtsdestotrotz ist auch einiges an Skepsis erlaubt. Warum das so ist und was ihr allgemein zum Spiel wissen solltet, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Release-Zeiten und Preload

Diablo Immortal erscheint heute für PC, iOS und Android. Das ist zumindest der offizielle Termin. Mobile-Spieler dürfen jedoch schon seit gestern spielen. Sowohl im Apple App Store als auch Google Play Store steht das Action-RPG bereits seit dem gestrigen Nachmittag zum Download zur Verfügung. Blizzard hatte bereits vergangene Woche darauf hingewiesen, dass Diablo Immortal aufgrund der Art "wie Spiele für Mobilgeräte am Markt eingeführt werden", in manchen Regionen ab dem 1. Juni für die Mobilgeräte verfügbar sein könnte. Nun ist es tatsächlich so gekommen.

PC-Spieler hingegen müssen definitiv bis heute Abend um 19 Uhr warten. Erst dann öffnen sich die Tore Sanktuarios für sie. Ein Preload ist aber längst möglich und angesichts des circa 26 Gigabyte großen Downloads ist das auch ein Segen – zumindest für diejenigen, die nicht mit einer schnellen Internetleitung gesegnet sind. Smartphone-Nutzer laden Diablo Immortal wahlweise in Etappen herunter. Der Client selbst ist erst mal keine zwei Gigabyte groß, aber im Spiel müsst ihr dann einzelne Datenpakete für Gebiete, Audio und andere Dinge downloaden. Das geht aber größtenteils, während ihr bereits zockt. Aufgrund der Gesamtgrößte aller Dateien solltet ihr das aber vielleicht nicht machen, wenn ihr gerade nicht in einem WLAN angemeldet seid.

Diese Hardware braucht ihr für Diablo Immortal

Wer Diablo Immortal unterwegs zocken möchte, braucht als Apple-Jünger mindestens ein iPhone 6s mit iOS 11 oder einer neueren Version und als Android-Nutzer ein Gerät mit mindestens einem Snapdragon-660- oder Exynos-9611-Prozessor, einem Adreno-512- oder Mali-G62-MP3-Grafikchip sowie zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und Android 5.0. Die PC-Systemanforderungen sind sehr genügsam. Das ist aber auch kein Wunder, da die Windows-Fassung von Diablo Immortal eine simple Portierung der Mobile-Version ohne Grafik-Upgrade ist.

Minimum:

  • Betriebssystem: Windows 7, 8, 10 oder 11 (64-bit)
  • Prozessor: Intel Core i3 oder AMD FX 8100
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce GTX 460, AMD Radeon HD 6850 oder Intel HD Graphics 530
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Netzwerk: Breitbandinternetverbindung

Empfohlen:

  • Betriebssystem: Windows 10 oder 11 (64-bit)
  • Prozessor: Intel Core i5 oder AMD Ryzen 5
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce GTX 770 oder AMD Radeon RX 470
  • Arbeitsspeicher: 8 GB
  • Netzwerk: Breitbandinternetverbindung
Diablo Immortal - Rift-Wächter

Auf dem PC sieht Diablo Immortal nicht besser aus als auf dem Handy.

Die Unterschiede zwischen der PC- und Mobile-Fassung

Wie oben schon erwähnt, ist die PC-Version von Diablo Immortal keine von Haus aus für die Plattform eigens entwickelte Fassung, sondern eine simple Portierung des Mobile-Originals. Inhaltliche Unterschiede gibt es nicht und das Spiel wird auf dem PC auch nicht besser aussehen. Das heißt aber nicht, dass gar keine Unterschiede vorhanden sind.

Die Entwickler haben die Benutzeroberfläche leicht angepasst. So sind die Icons des HUDs auf dem PC deutlich kleiner als auf dem Handy-Bildschirm. Gleiches gilt für sämtliche Menüs, allerdings haben die den gleichen Aufbau wie in der Mobile-Fassung und sind somit nicht extra an die Bedienung per Maus angepasst. Jedoch sei darauf hingewiesen, dass Blizzard die PC-Version noch als Open Beta bezeichnet. Eine Überarbeitung von Interface und Menüs liegt also noch im Rahmen des Möglichen.

Diablo Immortal - Mobile-Gameplay

In der Mobile-Version sind die Buttons viel größer, weil ihr ja direkt auf sie drauftippt, sofern ihr nicht mit einem Gamepad spielt.

Cross-Play und Cross-Progression

Um Diablo Immortal zu spielen, benötigt ihr ungeachtet der Plattform, auf der ihr zockt, einen Battle.net-Account. Das hat aber nicht nur den Grund, dass Blizzard euch in seinem eigenen Ökosystem haben möchte. Diablo Immortal unterstützt Cross-Play und Cross-Progression zu 100 Prozent. Wenn ihr euch also sowohl auf dem PC als auch dem Smartphone mit demselben Konto anmeldet, habt ihr auf beiden Geräten Zugriff auf dieselben Charaktere. Jeglicher Fortschritt wird synchronisiert und ihr könnt immer mit Nutzern der jeweils anderen Plattform gemeinsam auf Beutejagd gehen.

Sechs deutsche Server zum Start

Diablo Immortal ist im Gegensatz zu Diablo 3 ein Spiel mit MMO-Struktur. Daher müsst ihr euch zu Spielbeginn für einen Server entscheiden. Wollt ihr unbedingt auf einem deutschen spielen, habt ihr die Wahl zwischen den folgenden sechs Stück:

  • El'Druin
  • Tabri
  • Vizjerei
  • Hemlir
  • Sehithis
  • Akeba

Die Steuerungsarten

Im Fall von Diablo 3 schreibt Blizzard PC-Spielern vor, dass sie ihren Charakter mit Mausklicks zu steuern haben, obwohl sicherlich nicht wenige gerne die richtig gute Controller-Steuerung der Konsolenversion nutzen würden. Bei Diablo 2: Resurrected hat das Unternehmen dazugelernt. Das Remaster können auch PC-Spieler mit dem Gamepad zocken. Gleiches gilt für Diablo Immortal.

Die PC-Fassung unterstützt alle gängigen kabelgebundenen Controller und auch einige, die per Blutooth mit dem Rechner verbunden werden (siehe die Liste unten). Auch die Mobile-Version ist bereits vom Start an mit einigen Gamepads kompatibel. Das ist gut für all diejenigen, die es nicht mögen, virtuelle Buttons per Touchscreen zu betätigen. Im Fall der PC-Variante gibt es zudem eine Premiere innerhalb der Diablo-Reihe: Zum ersten Mal könnt ihr euren Charakter auch mit "W", "A", "S", und "D" direkt steuern, vergleichbar mit dem aktuellen Early-Access-Hit V Rising.

Unterstützte Controller:

Windows (kabelgebunden):

  • Xbox One Wireless Controller
  • Logitech Gamepad F510
  • Logitech Gamepad F710
  • Sony DualShock 3
  • Sony DualShock 4
  • Sony DualSense Controller
  • Nintendo Switch Joycons (via Halterung und USB-C)
  • Nintendo Switch Pro Controller (via USB-C)
  • Xbox Adaptive Controller
  • Xbox Elite Controller
  • Xbox Elite Controller Series 2

Windows (Bluetooth-Controller/Proprietäres Dongle):

  • Xbox One Wireless Bluetooth Controller
  • SteelSeries Stratus Duo (via Bluetooth)
  • Sony DualShock 3 (via 8-Bitdo-Bluetooth-Adapter)
  • Sony Dualshock 4 (via Bluetooth)
  • Sony DualSense Controller
  • Nintendo Switch Pro Controller (via Mayflash Magic NS)

iOS:

  • Backbone One Controller
  • Razer Kishi
  • Rotor Riot Controller (Mfi)
  • SteelSeries Nimbus (Mfi)
  • Sony DualShock 4
  • Sony DualSense Wireless Controller
  • Xbox Elite Controller Series 2 (iOS 15+)
  • Xbox Adaptive Controller (iOS 14+)
  • Xbox One Wireless Bluetooth Controller
  • Xbox Series X/S Bluetooth Controller

Android:

  • Xbox One Wireless Bluetooth Controller
  • Xbox Series X/S Bluetooth Controller
  • SteelSeries Stratus Duo
  • Sony DualShock 4
  • Sony DualSense Wireless Controller
  • Xbox Elite Controller Series 2
  • Xbox Adaptive Controller
  • Razer Kishi
  • 8bitdo SN30 Pro Controller
Diablo Immortal - Zauberin

Ihr müsst auf dem PC nicht mit Maus und Tastatur spielen, sondern könnt wie im Fall von Diablo 2: Resurrected zum Gamepad greifen.

Darum dreht sich die Geschichte

Die Handlung von Diablo Immortal spielt zwischen Diablo 2 und 3. Nach den Ereignissen des zweiten Teils verderben die Splitter des zerstörten Weltsteins das Land Sanktuario. Die Diener Diablos wittern eine Chance, für die Rückkehr ihres Meisters zu sorgen. Es braucht demnach tapfere Helden, die das zu verhindern wissen. Ein bekanntes Gesicht beauftragt euch damit, die Fragmente zu finden und zu zerstören: kein Geringerer als Deckard Cain. Hach ja, das ist eben der Vorteil eines Prequels (na ja, oder Pre-Sequels): Man kann bereits tote Charaktere zurückbringen, ohne sich irgendeine abstruse "Nein, er ist gar nicht tot"- oder Wiederbelebungsgeschichte ausdenken zu müssen.

Die Klassen in Diablo Immortal

Zum Start bietet Diablo Immortal sechs Klassen. Große Überraschungen sind nicht mit dabei. Alle sechs kennt man schon aus Diablo 3.

  • Barbar: Der bullige Nahkämpfer darf in keinem Diablo fehlen (na gut, außer im ersten Teil, da gab es nur den Krieger). Er setzt auf brutale Angriffe mit Äxten, Streitkolben und Co und zermalmt seine Gegner wortwörtlich.
  • Kreuzritter: Er feierte in Diablo 3: Reaper of Souls seine Premiere. Er trägt eine schwere Plattenrüstung und nutzt Heiligmagie. Somit kann er sowohl die Rolle des Tanks als auch Supporters erfüllen.
  • Dämonenjäger: Steht ihr auf Armbrüste? Dann ist der Dämonenjäger die Klasse für euch. Er kämpft sogar mit zwei Stück davon und nimmt seine Gegner damit aus der Ferne aufs Korn.
  • Mönch: Der Mönch ist ein Meister der Martial Arts, der sehr wenig ist und schnell zuschlägt – oder zutritt.
  • Totenbeschwörer: "Diablo 3"-Soieler mussten auf einen Extra-DLC warten, bis sie den Totenbeschwörer spielen konnten. In Immortal ist er von Anfang an dabei. Der Name ist bei ihm Programm: Er lässt die Toten wiederauferstehen und für sich kämpfen, während er sich (je nach Skillung) eher zurückhält.
  • Zauberer: Wer seine Feinde mit arkaner Magie zerfetzen möchte, spielt als Zauberer und erfreut sich an den effektreichen Sprüchen.
Diablo Immortal - Barbar

Als Barbar durch Gegnerhorden zu wirbeln, macht doch immer Spaß.

Die Monetarisierung

Wir müssen über den Elefanten im Raum sprechen: Ist Diablo Immortal ein Pay-to-Win-Spiel? Zunächst einmal die gute Nachricht: Alle Inhalte des Spiels, also die Hauptquests, die Gebiete, die Dungeons, die Ausrüstungsgegenstände und die PvP-Modi, sind kostenlos. Es gibt auch kein System, das euch in irgendeiner Form darin limitiert, wie häufig ihr was am Tag oder in der Woche machen könnt. So was kennt man etwa aus Lost Ark. In Diablo Immortal könnt ihr Dungeons so oft durchkämmen, wie ihr wollt.

Nun die schlechte Nachricht: Es ist leider nicht so, dass ihr wie bei Path of Exile nur für kosmetische Items und ein paar Komfortfunktionen Geld ausgeben könnt. Oh nein, Blizzard will euch weitaus mehr Dinge andrehen und die haben auch Auswirkungen auf das Gameplay. Das gilt vor allem für die sogenannten "Legendären Wappen". Die sorgen nicht bloß dafür, dass ihr einfach nur bessere Belohnungen in Elder-Rift-Dungeons erhaltet. 

Wenn ihr garantiert Runen und legendäre Edelsteine erbeuten möchtet (und letztere verstärken eure Items enorm), kauft ihr euch die beste Wappenart – oder hofft darauf, dass ihr sie erbeutet. Die Chance dafür fällt aber sehr gering aus. Besonders brisant ist, dass ihr die begehrten legendären Edelsteine mit fünf Sternen nur beim Einsatz legendärer Wappen erhalten könnt. Deren Drop-Chance ist trotzdem extrem niedrig, weshalb legendäre Wappen im Grunde nichts anderes als Lootboxen sind – der Grund, warum Diablo Immortal in Belgien und den Niederlanden nicht erscheinen darf.

Die legendären Wappen, die ihr euch nicht erspielen könnt, bringen außerdem Modifikatoren mit sich, die die Spielerfahrung verändern. Immerhin gelten ihre Effekte für die gesamte Gruppe. Es reicht also, wenn ein Spieler ein Wappen einsetzt, damit ihr fette Beute macht.

Eine weitere Geldquelle für Blizzard ist eine spezielle Form der Umschmiedesteine. Ihr könnt in Diablo Immortal eure Ausrüstung umschmieden, um deren Attributboni zu ändern. Ob ihr aber wirklich das Affix erhaltet, den ihr haben wollt, ist dem Zufall überlassen. Mit den Umschmiedesteinen, die im Shop erhältlich sind, ist die Chance größer, dass ihr das gewünschte Ergebnis erzielt, als mit der normalen Variante. 

Zu guter Letzt gibt es in Diablo Immortal noch einen Battle Pass. Der darf in einem modernen Online Game schließlich nicht fehlen. Er bietet zwar auch einige kostenlose Belohnungen, aber wenn ihr alles haben wollt, müsst ihr euch die Premiumvariante kaufen. Und auch darüber verdient ihr nicht nur Kosmetik, sondern genauso Wappen, Edelsteine sowie Materialien fürs Upgraden eurer Ausrüstung.

Wer nur die Story erleben und danach ein bisschen für sich allein im PvE grinden möchte, wird sich an der Pay-to-Win-Problematik vielleicht nicht so sehr stören. Aber Leuten, die richtig viel Zeit investieren, ganz tief in Diablo Immortal eintauchen und auch PvP spielen wollen, wird das Ganze sicherlich sauer aufstoßen.

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