Spieleentwickler sind unbelehrbare Dumpfbacken aus der Hölle

Autor: Ahmet Iscitürk

Seit Jahren regen sich Gamer über die immer gleichen Dinge auf. Vergeblich. Die Entwickler machen einfach weiter wie bisher, denn sie sind dumm und böse.

Ich habe mich sehr auf Monster Hunter World gefreut, hatte aber nach fünf Minuten Spielzeit bereits keinen Bock mehr. Warum? Ganz einfach: Weil ich bereits zu Beginn mit zwei heftigen Design-Fehlern konfrontiert wurde, die gegen die guten Sitten verstoßen.

Monster Hunter: World

Monster Hunter: World

Das Maß ist voll! Wenn die Industrie nicht auf die Wünsche der Verbraucher reagiert, dann muss eben der Gesetzgeber eingreifen. Ich verlange hiermit heftige Strafen für folgende Vergehen:

1. Zwischensequenzen, die sich nicht abbrechen lassen

Die Zwischensequenzen von Monster Hunter World sind genauso schrecklich wie die Zwischensequenzen in fast allen Spielen. Das kann man dem Titel nicht wirklich ankreiden. Offenbar stehen die Gamer auf Kindergarten-Dramaturgie in B-Movie-Qualität. Was ich aber nicht tolerieren kann, sind Zwischensequenzen, die man nicht abbrechen kann. Was ist das für ein Mensch, der so etwas Grausames beschließt? Klebt dieser Kretin auch die Skip-Taste sämtlicher Fernbedienungen ab? Hätte ich Geld, dann würde ich einen Privat-Detektiv damit beauftragen, die Identität dieser Arschgeige herauszufinden, um anschließend eine Schlägertruppe auszusenden.

2. Erzwungene Spaziergänge

Ich spiele Monster Hunter World, um Monster zu hunten, verdammt noch mal! Das Spiel heißt nicht Spaziergänger World. Warum muss ich zu Beginn mit irgendeinem KI-Typen im Schleichtempo durch die Stadt schlurfen? Warum werde ich nicht gefragt: „Willst Du raus und Monster metzeln oder erst einmal einen langweiligen Spaziergang durch die Stadt machen, weil Du eine dumme Sau bist?“ Wie kann man so etwas in ein Spiel einbauen? Wenn sich Zwischensequenzen nicht abbrechen lassen, kann man wenigstens aufs Klo gehen oder was zu knabbern holen, aber diese verfluchten Spaziergänge mit KI-Heinis erledigen sich leider nicht von selbst.

3. Escort-Missionen

Zu den größten Menschheitsverbrechen gehören Missionen, die den Spieler zwingen, eine KI-Figur unbeschadet von A nach B zu eskortieren. Keine Ahnung, ob es diese auch in Monster Hunter World gibt, schließlich habe ich das Ding ja nach wenigen Minuten enttäuscht in die Ecke gepfeffert. Was viele Menschen nicht wissen: Als Helmut Kohl auf dem Sterbebett gefragt wurde, was er am meisten bereue, lautete seine Antwort: „Die Escort-Mission in Resident Evil 4 gespielt zu haben.“

4. Zeit-Limits

Sicherlich gibt es Situationen, die sich für Zeit-Limits anbieten. Zum Beispiel, wenn man im Spiel einen Countdown aktiviert und aus einem Gebäude flüchten muss, bevor alles explodiert. Ansonsten gehören Zeit-Limits aber verboten, weil sie einfach nur beweisen, dass Bungie zu blöd ist, kreative Herausforderungen für Destiny-2-Spieler zu entwickeln! Wer hatte die dämliche Idee, den wöchentlichen Nightfall-Strike mit einem Zeitlimit zu belegen? Drei Hüter sollen eine übermächtige Boss-Kreatur besiegen, um das Universum zu retten, aber wenn sie drei Sekunden länger brauchen, ist alles verloren? Die US-Streitkräfte haben mehrere Jahre gebraucht, um Osama bin Laden zur Strecke zu bringen, aber Gamer dürfen die Welt natürlich nur mit Stoppuhr retten.

5. Quick-Time-Events

Dass man 2018 überhaupt noch über dieses Thema reden muss, ist geradezu beschämend. Kein Spieler hatte jemals Bock, ganz schnell irgendwelche vorgegebenen Tastenkombinationen zu drücken. Das hat schon 1983 in diesen Laserdisc Arcade Games keinen Spaß gemacht und genau deswegen existieren diese stupiden Laserdisc Games nicht mehr. Quick-Time-Events gibt es aber leider immer noch. Warum? In der Regel wird diese Folter mit Zwischensequenzen kombiniert, die man sich aber nicht ansehen kann, weil man auf die Tasteneinblendungen achten muss. Heftig: Call of Duty: WW2 zwingt uns während dieser nervigen Button-Drückerei, doofe Marker mit dem Analog-Stick zu positionieren. Das ist ungefähr so spaßig wie eine OP ohne Narkose, die man mit Essstäbchen an den eigenen Hoden durchführt.

Dass diese Schweinereien von der Presse ignoriert werden, halte ich für einen weiteren Skandal. Dabei berichtet die Lügenpresse doch über jeden Scheiß: Trump, Familiennachzug, Syrien-Krieg und so weiter. Ich lasse mich von deren Ignoranz aber nicht beirren. Ich kämpfe weiter für unsere Rechte!

Über den Autor: 

Kleinkariertes, die @SchweinOfLove Kolumne

Kleinkariertes, die @SchweinOfLove Kolumne

Ahmet Iscitürk schreibt seit 1998 über Spiele und vieles mehr. Seine Texte sind schlecht und er schämt sich dafür.

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