Singend statt kämpfend durch die Welt von Fe

Als ich das erste Mal die Kreatur Fe im gleichnamigen Spiel von Zoink und EA über den Bildschirm gescheucht und mich singend vor einer Pflanze wiedergefunden habe, war ich kurz irritiert. Kommen die wundersamen Klagelaute tatsächlich aus der Switch oder bin ich meiner Katze auf den Schwanz getreten?

Fe, das kleine fuchsähnliche Wesen mit stacheliger Frisur ist der Protagonist des neuen Platformers – und Gesang spielt hier eine wesentliche Rolle. Nur gelingt es mir nicht auf Anhieb, Fe zum richtigen Ton zu verhelfen. Zunächst kommen nur fiese Laute aus dem Mäulchen heraus. Ich entdecke erste Parallelen zu mir. Und dennoch: Schnell habe ich den Dreh raus und knüpfe mithilfe von Ruflauten mit ersten Wesen im wundersamen Wald Kontakt.

Ins Blaue hinein

Doch worum geht’s in Fe überhaupt? Das wird zunächst im Spiel gar nicht so deutlich. Am Anfang fühle ich mich alleingelassen – ich bin in irgendeiner Lichtung, alles um mich herum ist still, ich bin lediglich umgeben von Blumen, Pilzen und Bäumen. Das Besondere sticht sofort ins Auge, denn alles in Fe ist in Blau und Lila gehalten, mancherorts kommt es aber auch zum interessanten Farbwechsel. Der Grafikstil und die Soundkulisse sorgen für eine einzigartige, unbeschreibliche Atmosphäre. Seht am besten selbst:

Hüpfen, gleiten, springen und nochmal von vorn

Was ich zu tun habe, muss ich allein herausfinden. Es ist erfrischend, nur so wenige Texteinblendungen und Hilfen im Spiel vorzufinden. Zunächst kann Fe nur eine Sprache, doch wenn ich mehr vom Wald erforsche, kommen weitere Rufe hinzu. Und damit wiederum Verbündete, die dabei helfen, Hindernisse zu überbrücken und neue Areale zu erreichen. Sogar singenden Blumen begegne ich auf meiner Reise mit Fe. Im weiteren Verlauf des Spiels kann ich auf die Unterstützung von großen Eulen und vielen anderen Wesen zählen, die zum Beispiel aus Pilzen bestehende Barrieren für mich vernichten oder Blüten öffnen, die ich später ebenso allein aktiviere: die lilafarbene Hüpfblume dient als Trampolin, durch den Aufwind der Windhauchblume in Orange hingegen lasse ich Fe in luftiger Höhe gleiten und weite Strecken zurücklegen. Klingt alles sehr harmonisch bis hierhin.

Doch bald erblicke ich die Bösewichte im Spiel: die Silent Ones, oder auch die Geräuschlosen, die nach und nach alles zerstören und Tiere gefangen nehmen. Schnell öffne ich eine Blütenkapsel und nutze den Samen, um die glibberigen, netzartigen Gebilde zu zerstören, in die gnadenlos Waldbewohner gestopft werden. Immer wieder steht eine Begegnung mit den lebenden Maschinenwesen an, gegen die Fe keine Chance hat. Denn Fe kann sprechen beziehungsweise singen, aber keinesfalls kämpfen. So bleibt mir also nur die Flucht oder eine Versteckmöglichkeit im hohen Gras, wenn mich ein Geräuschloser im Visier hat. Fe kann überraschend schnell Bäume hochklettern – eine willkommene Rettung in letzter Sekunde quasi – doch mit meiner tollpatschigen Art schaffe ich es immer wieder, die Baumspitze loszulassen und wieder runterzuspringen. Nervig, doch die Schuld muss ich auf meine Kappe nehmen.

Meinung:

Mit Fe erfindet das schwedische Entwicklerstudio spielerisch nichts neu. Fe hüpft, gleitet, reitet oder rutscht durch eine atemberaubende Welt und löst das eine oder andere nicht sonderlich komplizierte Rätsel. Das Farbenspiel ist allemal gelungen und das Kommunizieren mit anderen Wesen ebenso – auch wenn ich mich nach einigen Stunden sattgesehen habe und mir das Singen zu sehr ins Blut übergegangen ist. Es wird zu einfach und passiert eher nebenbei.

Die Switch-Version ist nicht tadellos ausgereift: Mal hakt es, mal stürze ich irgendwohin, wo es nicht mehr weitergeht und ich das Spiel neustarten muss (wobei Letzteres eher die Ausnahme ist). Trotzdem: Das kleine Abenteuer in einer großen Welt, in der übrigens lauter Sammelgegenstände versteckt sind, ist die 20 Euro wert. Es macht Spaß, ist kurzweilig und bietet Erfrischendes fürs Auge sowie das eine oder andere Highlight während der Reise, wie das spektakuläre Erklimmen eines Kolosses.

Gespielt werden kann auf der Nintendo Switch, PS4, Xbox One oder über Origin auf dem PC. Interessante Fakten haben wir zum Release von Fe in der vergangenen Woche zusammengetragen.

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