METAVERSE HYPE - SOGAR LEGO WILL AUF DEN (NOCH GAR NICHT LOSGEFAHRENEN) ZUG AUFSPRINGEN

Autor: Gunnar Lott

In der Business-Welt geht ein Phantom um: das Metaverse. Keiner weiß so recht, was es ist, aber alle müssen dabei sein. In der idealen Vorstellung ist es sowas wie die voll vernetzte VR-Welt, die in Ready Player One beschrieben wurde.

Dass das in der realen Umsetzung diverse Fragen aufwirft, ist klar, aber das hält viele Firmen nicht davon ab, schon mal loszulaufen und dabei laut drüber zu reden. Facebook jetzt Meta sieht eine Chance, aus der rapide alternden Social-Media-Plattform und ihrer Verlust bringenden VR-Tochter irgendwas Cooles zusammen zu kleben. Roblox, eine Art User-generierte Spiele-Sammlung für Kids und Jugendliche, ist einfach dazu übergegangen, das, was sie eh machen, Metaverse zu nennen. Die Crypto-Leute schreiben bei ihren Buzzword-Listen eben noch Metaverse dazu, kommt auch nicht mehr drauf an.

Wenn man aber genau hinguckt, hat die besten Karten eigentlich eine Firma in der Hand, die ihr Geld mit Core Gamern verdient: Epic Games. Epic hat ein massiv erfolgreiches Spiel in 3D im Markt, versteht was von technischer Infrastruktur, kann eCommerce, hat Geld wie Heu und schon ein paar Metaverse-ige Sachen gemacht, Konzerte in Fortnite beispielsweise.

Schauen wir uns dagegen Lego an: Lego hat eine tolle Marke bei Klemmbausteinen, aber die ganz großen Erfolge im Digitalen sind trotz vieler Versuche ausgeblieben. Aber sie haben immerhin eine Sache mit Epic gemeinsam: Geld wie Heu. Daher steigt jetzt Lego (genauer, die Familienfirma Kirkbi, der Lego gehört) bei Epic ein. Preis für Anteile in einstelliger Höhe: eine satte Milliarde US-Dollar.

Ziel ist es, da einen "langfristigen Fokus auf das zukünftige Metaverse" zu legen, was immer das heißen soll. Vermutlich will man einfach nur am Tisch sitzen dürfen, wenn die "Oasis" von Ready Player One tatsächlich auf der Unreal Engine läuft. Aber ein konkretes Projekt gehört auch dazu: ein Roblox-Konkurrent mit Legofiguren, den Epic und Lego gemeinsam bauen. Da ja Roblox irgendwie Metaverse ist, ist auch ein Roblox-Klon Metaverse, klar.

Im gleichen Zug bekommt Epic übrigens noch eine Milliarde von Sony. Sony hat schon zwei Mal Anteile von Epic gekauft, dies ist das dritte Mal. Langsam wirkt es wie ich, wenn ich doch nochmal Chips aus dem Schrank holen gehe, obwohl ich schon zwei Mal, ach egal. Sony verzichtet immerhin darauf, vom Metaverse zu reden, sondern sagt deutlicher, worum es ihnen wirklich geht: um die Unreal-Engine.

Und was bedeutet das für uns? Nichts, ehrlich gesagt. Epic schwimmt im Geld wegen Fortnite und kann sich daher sogar leisten, Jahr für Jahr hunderte Millionen mit dem Epic Store zu verlieren. Durch die neuen Geldspritzen wird der Swimming-Pool noch ein bisschen tiefer. 

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