Cyberpunk 2077 ist einfach unfassbar!

Es gibt sie noch: Die Spieleentwickler, die in jedem Bereich ihres Produkts die Extrameile gehen, um den Fans das bestmögliche Erlebnis zu bieten.

CD PROJEKT RED aus Polen gehört ohne Diskussion dazu und mit der „The Witcher“-Reihe haben sie das mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Doch nach drei Spielen mit Geralt von Riva in der Hauptrolle und einem Kartenspielableger wird es Zeit für etwas Neues. Bereits seit Jahren arbeiten die Polen an Cyberpunk 2077. Auf der E3 2018 wurde das erste Gameplay präsentiert. Nur wenige Wochen später haben die Entwickler die gamescom 2018 genutzt, um mehr zu zeigen und erstmals war es auch möglich, mit einem männlichen Hauptcharakter einen frühen Blick auf Night City zu werfen.

Cyberpunk 2077 Teaser:

Sei, wer du willst!

Im Prinzip basierte die knapp 50-minütige gamescom-Demo von Cyberpunk 2077 auf der E3-Version. Bedingt durch die Tatsache, dass man zwischen zwei Charakteren wählen konnte und einigen Gameplay-Erweiterungen, wurde daraus allerdings durchaus ein neues Spielerlebnis. Als Anwesende durften wir zudem entscheiden, ob wir lieber als männlicher oder weiblicher V die dystopische Stadt erleben wollten. Um Zeit zu sparen, gab es zwei vorausgewählte Figuren, sonst hätten wir vermutlich die gesamte Präsentationsdauer im Editor verbringen können, denn die Entwickler geben einem wirklich enorm viele Freiheiten bei der Charaktererstellung. Jedes erdenkliche Detail inklusive einer eigenen Hintergrundgeschichte lässt sich verändern. Dennoch hat man im Spielverlauf die Möglichkeit, sein Alter-Ego in die Richtung zu entwickeln, die einem gefällt. Man ist an keinen vorgegebenen Weg gebunden und darf munter verschiedene Ausrichtungen miteinander kombinieren.

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Das Leben pulsiert in Night City.

Night City ist ein Moloch!

Nachdem wir uns für die weibliche Variante entschieden haben, ging es direkt los. Eine große Einführung in die Geschichte gab es nicht, stattdessen stand das Gameplay im Vordergrund. Aber zumindest die Motivation für den gezeigten und vorgespielten Auftrag war klar. V ist ein Söldner, der sich höchstbietend für verschiedene Dienste rekrutieren lässt. Ende! Den Rest der Geschichte schreiben wir selbst, denn jede unserer Handlungen, insbesondere in Gesprächen, hat signifikanten Einfluss auf die weiteren Ereignisse. In unserem Fall ging es darum, gemeinsam mit unserem Partner Jackie herauszufinden, warum jemand kybernetisch verbesserte Menschen entführt, ihre Bauteile entfernt und gewinnbringend verkauft. Schnell war auch das erste Opfer gefunden. Viel war allerdings nicht mehr übrig von der Frau. Sie war nur noch eine leblose Hülle und offensichtlich mit einem Virus versehen, doch bevor wir unsere Ermittlungen fortsetzen konnten, flogen uns schon die Kugeln um die cybernetischen Ohren.

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Bei Feuergefechten ist eine Deckung extrem wichtig.

Gameplay? Können wir!

Obwohl Cyberpunk 2077 ein Action-Rollenspiel ist, verschwimmen die Grenzen zwischen Shooter und Rollenspiel nahtlos. Doch es wäre kein Spiel von CD PROJEKT RED, wenn das Ballern nicht einen speziellen Touch hätte. Dank der mechanischen Verbesserungen, die wir dem Charakter verpassen können, sind solche Dinge wie Bullet-Time-Effekte, geplante Ricochet-Schüsse oder aus der Deckung heraus zu schießen ein ganz natürlicher Teil der Spielmechanik. Gleichzeitig lässt sich dabei schon erkennen, dass sich Cyberpunk 2077 damit deutlich von anderen Spielen abheben wird. Was bei der Konkurrenz als Alleinstellungsmerkmal gefeiert wird, haben die Entwickler aus Polen ganz selbstverständlich eingebaut. Und genau diese Attitüde hat sich durch die gesamte Präsentation gezogen. Ist es sinnvoll? Passt es zum Spiel und der Thematik? Wunderbar, dann wird's eingebaut! Unter anderem gehört eine zerstörbare Umgebung dazu, was ganz nebenbei Raum für ein taktisches Vorgehen innerhalb eines Feuergefechts sorgt.

E3 2018 Trailer:

Nackt, dreckig und erwachsen!

Selbstredend dürfen Zwischensequenzen nicht fehlen und auch hier zeigt sich, dass die Macher viele Themen ganz selbstverständlich behandeln. Nachdem nämlich unser erster Auftrag beendet war, ging es zurück ins Habitat (Wohnung würde ich das in dieser Welt nicht unbedingt nennen...) für ein paar schöne Stunden zu zweit. Hätte man sich für einen männlichen Charakter entschieden, wären es ein paar homoerotische Stunden geworden, aber in unserem Fall haben Mann und Frau die Nacht miteinander verbracht. Es hat sich so natürlich angefühlt, als binde man sich die Schuhe zu. Doch das war nur die Einführung in diese Präsentation. Mit dem nächsten Auftrag zeigte CD PROJEKT RED dann so richtig, was hinter Cyberpunk 2077 steckt und dennoch habe ich das Gefühl, dass die Entwickler nur an der Oberfläche gekratzt haben.

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Was führt diese Militech-Agentin im Schilde?

Ohne Verbesserungen geht gar nichts

Jetzt durften wir zusammen mit den Entwicklern Night City erkunden. Im Prinzip hätte es ein einfacher Auftrag werden sollen. Von der Militech Corporation haben wir einen Credit Chit mit 50.000 Eddies (Währung des Spiels) und einem Virus erhalten, mit dem wir eine gestohlene Spinnendrohne von der Maelstrom Gang zurückkaufen sollten. Klingt jetzt nicht so schwierig. Okay, unsere Auftraggeber haben zwar einen zwielichtigen Eindruck hinterlassen, aber was erwartet man schon von einer so heruntergekommenen Gesellschaft? Ein bisschen Vorbereitung ist schon angesagt. Also sind wir zu einem der zahlreichen Cybernetik-Händler gegangen und haben uns in einer ästhetisch interessant anmutenden Prozedur sowohl die Augen als auch Hände aufwerten lassen. Ab sofort war es möglich, Personen zu scannen und wichtige Hintergrundinformationen zu sammeln. Sieht nicht nur schick aus, sondern zeigt auch gleich das Bedrohungspotenzial des Gegenübers.

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Hier und da eine Verbesserung und schon sieht die Welt anders aus.

Open World in ungeahnter Pracht

Damit die Fahrt zum Auftraggeber nicht zu lange dauert, sind wir in ein Auto gestiegen. Auto? Ja, auch in der Zukunft im Jahr 2077 kann auf den fahrbaren Untersatz nicht verzichtet werden, dazu ist Night City schlicht und ergreifend zu groß. Ob nun in der Ego- oder Third-Person-Perspektive gefahren wird, bleibt jedem selbst überlassen. In der First-Person-Sicht sieht man zumindest die ganzen futuristischen Anzeigen auf dem Armaturenbrett, während ich persönlich lieber die Übersicht über das Geschehen behalte und das Auto sehen muss. Am Zielort angekommen stehen wir vor der Wahl, wie wir vorgehen. Geben wir Royce, dem Anführer der Maelstrom Gang einfach den Chit und lassen uns die Drohne aushändigen oder warnen wir ihn, dass sich auf dem Chit ein Virus befindet? Zusammen mit den anderen Journalisten waren wir einstimmig der Meinung, dass Royce nichts von dem Virus erfahren muss und damit brach nach der Transkation die Hölle los. Urplötzlich flogen uns nicht nur Kugeln entgehen. So ziemlich jedes Maelstrom-Mitglied trachtete uns nach dem Leben.

gamescom 2018 Demo:

Kämpfe auf deine Art und Weise!

Bei dieser Auseinandersetzung zeigte sich schnell, dass CD PROJEKT RED mit Cyberpunk 2077 das Gameplay auf eine neue Stufe heben könnte. Neben ganz traditionellen Feuergefechten, sind wird in der Lage, automatisch zielsuchende Waffen einzusetzen oder mittels Bullet-Time Gegnerhorden auszuradieren, bevor diese überhaupt checken, was gerade passiert. Und was wäre ein Cyberpunk-Spiel ohne das Manipulieren von Schaltkreisen? Also schleichen wir uns an einen Gegner an, verbinden uns mit seinem neuralen Netz und kappen die Verbindung zwischen ihm und seiner Waffe. Das gibt uns die Zeit mit unserem verbesserten Arm im Nahkampf einige Gegner auszuschalten und nicht im Kugelhagel unterzugehen. Hilft das alles nichts, haben wir noch unser Schwert, welches ein mächtiges Kraftfeld erzeugt. Die Möglichkeiten sind derart vielfältig, dass man jede Mission mehrfach erleben kann und immer wieder etwas Neues entdeckt

Ersteindruck:
Ich bin mittlerweile vorsichtig geworden mit Vorschusslorbeeren, aber was CD PROJEKT RED mit Cyberpunk 2077 gezeigt hat, grenzt schon an Wahnsinn. Die 50-minütige Präsentation war derart vollgestopft mit abwechslungsreichem Gameplay, dass mir fast schwindelig geworden ist. Und das Kuriose daran ist, dass offensichtlich alles funktioniert und wie aus einem Guss wirkt. Menü-Anzeigen, Stil und jegliche grafische Spielereien fügen sich zu einem beeindruckenden Gesamtwerk zusammen. Sollten die Entwickler halten, was sie versprechen, dann werden sie mit der Konkurrenz den Boden aufwischen. Cyberpunk 2077 sieht abnormal gut aus, besitzt ein exzellentes Sounddesign und spielt sich dementsprechend. Außerdem werden jegliche Themen mit der nötigen Normalität und Respekt behandelt. Was will man eigentlich mehr? Ein Releasedatum vielleicht! Denn bislang ist nicht bekannt, wann Cyberpunk 2077 für die Xbox One, PlayStation 4 und den PC erscheint.

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