Tribal Wars 2 Test: Nichts für Gelegenheitsspieler!

Bereit für die Schlacht? In Tribal Wars 2 geht es alles andere als friedlich zu.

InnoGames‘ Strategie-Browserspiel Die Stämme gilt als einer der Klassiker der kostenlosen Onlinegames schlechthin. Seit zwölf Jahren läuft das Spiel nun schon erfolgreich – kein Wunder, dass es gern als eines der Aushängeschilder der Free-to-Play-Branche hergenommen wird. Aber selbst so langlebige Dauerbrenner brauchen mal eine Neupolitur – und die heißt Tribal Wars 2. Wir haben uns in die Welt der kriegerischen Stammesfürsten gewagt und verraten euch in unserem Test, ob sich eine erneute Registrierung lohnt – und natürlich für wen.

Seit September vergangenen Jahres läuft Tribal Wars 2 bereits in der Open Beta und steht damit allen Spielern offen, auch ohne Beta Key. Das gilt allerdings nur für die Browser-Version, denn – und das ist eine der wichtigsten Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger Die Stämme – das Spiel funktioniert plattformübergreifend, so wie neuerdings alle Titel des Hamburger Entwicklers und Publishers. Konkret heißt das, dass wir Tribal Wars 2 nicht nur am PC oder Laptop im Webbrowser zocken können, sondern alternativ oder zusätzlich auch als App auf unserem Smartphone oder Tablet. Die Android-Version ging Ende 2014 live, die App für iPhone und iPad läuft derzeit noch im Softlaunch unter anderem im kanadischen Appstore. Mit unserem Account können wir uns also an verschiedenen Geräten anmelden und jederzeit da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Das ist gerade bei einem Echtzeitstrategiespiel wie Tribal Wars 2 ein gewaltiger Vorteil, immerhin haben wir so die Möglichkeit, auch unterwegs nach dem Rechten zu schauen und im Notfall Hilfe herbeizurufen, einen Angriff zu starten oder neue Gebäude-Upgrades in Auftrag zu geben.

Gratis-Ressourcen holen wir uns im benachbarten Rohstofflager ab.

Bewährtes Prinzip im neuen Gewand

Ansonsten entspricht das Spielprinzip weitestgehend dem von Die Stämme. Das hat mit einem Mangel an Kreativität bei den Entwicklern nichts zu tun, sondern ist sicherlich durchaus beabsichtigt. Immerhin gibt es zig Millionen registrierte Stämme-Spieler – warum ein Konzept ändern, wenn es doch so schön funktioniert? In optischer Hinsicht hat sich einiges getan, was auch damit zusammenhängt, dass die Benutzeroberfläche nun für mobile Geräte kompatibel sein muss. Weniger Tabellen, mehr Grafiken, große Schaltflächen – außerdem bewegt sich hier und da was. Zugegeben, ein optisches Highlight ist Tribal Wars 2 trotzdem nicht. Aber nun, im Mittelpunkt steht ja auch die Strategie.

Was also ist zu tun? Als neuer Spieler landen wir in einem von vier Sektoren und beginnen sofort mit dem Aufbau unseres Dorfes.

Die Verbesserung unserer Siedlung geht nur allmählich vonstatten.

Vor allem gilt es zunächst mal die Produktion von Rohstoffen anzukurbeln, denn Holz, Eisen und Lehm brauchen wir in rauen Mengen. Das gilt auch für Proviant, der im Bauernhof hergestellt wird. Am Anfang geht das Bauen und Aufleveln noch recht fix, bald schon aber dauern neue Ausbaustufen mehrere Stunden. Die längsten heben wir uns für nachts auf, dann ist immerhin was fertig, wenn wir uns morgens wieder einloggen. Da wir nur zwei Bauslots zur Verfügung haben, können wir den Ausbau der Siedlung nicht allzu schnell vorantreiben, daher ist es wichtig, beizeiten Prioritäten zu setzen. Mit Edelsteinen können wir weitere Slots freischalten, aber die Dinger kriegen wir nirgends gratis, sondern müssen sie immer kaufen. Das lassen wir mal lieber bleiben.

Erfolge schalten wir automatisch frei, wenn wir fleißig spielen.

Feinde …. Feinde überall!

Ein Blick auf die Übersichtskarte zeigt uns alle Dörfer in unserer Umgebung, darunter NPC-Barbarendörfer, die sich gut als Übungsziele eignen, aber auch zahlreiche Stützpunkte anderer Spieler. Am Anfang denken wir: Och, wie nett, Nachbarn! Bis uns der erste angreift, sobald unser Anfängerschutz abgelaufen ist. Und dann noch mal. Und noch mal. Und … zack, unser Dorf ist weg. Äh ... Moment mal!

Okay, Lektion gelernt: In Tribal Wars 2 kann man verlieren, so richtig. Das ist nichts für Gelegenheitsspieler! Wer nämlich länger nicht in seinem Dorf vorbeischaut, Rohstoffe verarbeitet und massive Verteidigungsmaßnahmen ergreift, ist ein gefundenes Fressen für aktivere Spieler. Auch wissen wir nun, dass die Leute von InnoGames keinen Spaß machen, wenn sie betonen, wie wichtig es doch ist, Mitglied eines Stammes zu sein. Na, hätten wir uns denken können, dass das Spiel nicht ohne Grund so heißt. Einzelkämpfer haben schlechte Karten, als Mitglied eines Stammes hingegen ist uns die Unterstützung unserer Verbündeten sicher. Außerdem sind wir damit automatisch nicht ganz so attraktive Beute, weil ein Vergeltungsschlag droht und eventuell sogar ein ausgewachsener Stammeskrieg.

Es wimmelt nur so von potenziellen Feinden und Verbündeten.

An taktischem Tiefgang mangelt es Tribal Wars 2 nicht. Es gibt diverse Einheiten für Defensive und Offensive sowie Spezialkämpfer, die wir im Laufe der Zeit freischalten. Zudem können wir Boni (Offiziere) erspielen (oder kaufen), die es uns beispielsweise ermöglichen, mehr erbeutete Rohstoffe aus einem fremden Dorf zu transportieren. Wir müssen nicht immer gemein zu anderen sein (obwohl das natürlich am meisten Spaß macht), sondern können auch Hilfe leisten. Das wird von uns durchaus erwartet, wenn wir ein Stammesmitglied sind. Aktivität und Engagement sind die Eckpfeiler einer erfolgreichen Karriere in Tribal Wars 2. Wer dazu nicht bereit ist, sollte sich lieber ein anderes Spiel suchen.

Für Kronen können wir uns unter anderem Offiziere kaufen, die uns Vorteile im Gefecht bescheren.

Das passiert, wenn man sich mal einen Tag nicht einloggt beziehungsweise keinen hat, der während unserer Abwesenheit auf uns aufpasst.

 

Tribal Wars 2 Bewertung

 

Grafik: Wir können die grafische Darstellung etwas anpassen, wobei sich selbst auf der höchsten Stufe nicht allzu viel tut im Bild. Das Spiel wirkt ziemlich starr, gerade im Vergleich zu anderen Strategiespielen.
Sound: Im Hintergrund läuft eine beruhigende, mittelalterliche Musik, die man sich den ganzen Tag reinziehen kann, ohne genervt zu sein. Passt sehr gut zum Ambiente.
Umfang: Tribal Wars 2 bietet für Strategie-Fans zahlreiche taktische Optionen. Verschiedene Einheiten-Typen und Boni geben uns vielfältige Möglichkeiten im militärischen Bereich, außerdem umfasst das Spiel ein Handelsfeature und – natürlich – die Interaktion mit anderen Herrschern über den Stammesverbund.
Free-to-Play-Balance: Wir können uns mit der Premiumwährung Kronen unter anderem Zeit kaufen, etwa mehr Bauslots und abgekürzte Wartezeiten bei Upgrades. Im Shop erhalten wir für Kronen außerdem Offiziere, die uns bei Angriffen Vorteile bieten, die wir aber auch erspielen können. Insofern gilt: Wer Geld ausgibt, hat deutliche Vorteile, mit viel Aktivität lässt sich das aber weitgehend kompensieren.
Spielspaß: Nun, der Spaß-Faktor hängt arg vom persönlichen Geschmack ab. Für Casual Gamer, die nur hin und wieder mal reinschauen wollen, ist Tribal Wars 2 nicht gemacht. Auch eingefleischte Einzelgänger werden auf Dauer nicht froh, denn Chancen auf die Vorherrschaft in einem Gebiet haben nur Stämme. Wer bereit ist, sich täglich blicken zu lassen und seinen Verbündeten stets zur Seite zu stehen, kann sich im Spiel aber durchaus verlieren, auf positive Weise. Tribal Wars 2 bietet Strategie wie "in alten Zeiten" – wenig optische Ablenkungen, viel Tiefgang.
Pro
Große Spieltiefe mit vielfältigen taktischen Optionen
Aktive Spieler sorgen für Gemeinschaftsgefühl
Leichter Einstieg dank Tutorial-Quests
Contra
Recht große Vorteile für Kronen-Käufer
Nur für sehr aktive Spieler geeignet

3/5 Sterne

Fazit

Wer sich vor dem Hintergrund der großen Casual-Schwemme, die seit Jahren den Browser- und Mobilegames-Markt flutet, mal wieder was richtig Anspruchsvolles wünscht, sollte sein Glück in Tribal Wars 2 versuchen. Wer schon Die Stämme gespielt hat, sowieso. Das Crossplatform-Spiel bietet nicht nur die Möglichkeit, auch auf dem Mobil-Gerät auf den eigenen Account zuzugreifen, sondern auch eine etwas aufgehübschte Grafik und potenziellen Langzeitspielspaß – für all diejenigen, die die Sache mit dem eigenen Imperium auch wirklich ernst nehmen.

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