Wie HDR einen Nintendo-Fanboy verändert

Ich bin wahrlich keine Grafikhure, meine größte Leidenschaft gilt immer noch oder besser gesagt weiterhin Nintendo-Produkten.

Die japanische Firma wäre vermutlich sogar im Stande, mir einen zusammengekleisterten Haufen Biomüll zu verkaufen, solange nur das Firmenlogo draufpappt. Aber seitdem ich Zugriff auf eine Xbox One X und einen neuen Fernseher mit HDR habe, wurde kein Titel für diese Konsole gezockt, der nicht in irgendeiner Form für das Hardwarebiest optimiert wurde. Selbst auf den kostenlosen DLC „Not a Hero“ von Resident Evil VII habe ich so lange gewartet, bis die Entwickler den entsprechenden Patch nachgeschoben haben. Ich wollte In die Rolle von Chris Redfield nur schlüpfen, wenn ich gleichzeitig die bestmögliche optische Qualität genießen kann.

Was ist nur los mit mir? So war ich doch früher nicht. Dabei ist die Auflösung der Spiele nicht einmal mein Hauptkriterium, viel mehr hat mich HDR vollkommen weggeblasen! Ob ich nun ein paar mehr Details sehe, ist mir egal, aber sobald die Ausleuchtung der Games ein Level erreicht hat, welches sich der Realität immer mehr annähert, sitze ich sabbernd vor dem Bildschirm. Nach knapp fünf Monaten habe ich auch meine bisherigen Favoriten gefunden, natürlich auf ganz subjektiver Basis.

Assassin’s Creed Origins

Okay, es mag zwar ein wenig unfair sein, aber Assassin’s Creed Origins war das erste Spiel, welches ich mit HDR genießen konnte. Dafür hat mich die Assassinengeschichte in Ägypten wirklich umgehauen. Das Land am Nil wirkt mit HDR so dermaßen saftig, dass ich am liebsten sofort den nächsten Urlaub dorthin gebucht hätte. Wo soll man überhaupt anfangen? Es sieht einfach nur fantastisch aus. Sonnenstrahlen glitzern auf dem Sand, dunkle Höhlen versprühen eine bedrohliche Atmosphäre, knackig-grüne Palmen und das sehr gelungene Wasser erzeugen eine Gesamtkomposition, die bei mir echt Eindruck hinterlassen hat.

Sea of Thieves

Inhaltlich lässt sich über das Piratenabenteuer von Rare sicherlich streiten, aber optisch ist der Titel eine Wucht. Es gibt momentan auf dem Markt kein Spiel, welches Wasser besser darstellt und dabei kommt es nicht einmal zu einem Stilbruch zwischen dem realistischen H²O und der Comicgrafik. Wie funktioniert das eigentlich?! Aber egal, richtig stimmungsvoll wird es, wenn das Wetter umschlägt oder man einen Sonnenauf oder -untergang bewundern kann. Hier spielt Sea of Thieves die Stärken von HDR richtig aus. Kurzum: Es ist wunderschön.

Resident Evil VII

Schon in der normalen Ausführung macht das Horrorspiel einen hervorragenden Eindruck und Anfang letzten Jahres war ich kurz davor, mir eine Männerwindel zu kaufen, um das Erlebnis ungestört zu erleben. Mit dem kürzlich veröffentlichten Grafikupdate haben die Entwickler aber noch einmal eine Schippe draufgelegt. Die Baker-Familie sowie die Verschimmelten sehen nun noch widerlicher und angsteinflößender aus als bisher. Zum Glück ist der DLC „Not a Hero“ nicht so stark auf Horrorelemente ausgelegt wie das Hauptspiel, sonst wäre wieder die Windelfrage aufgekommen. Spätestens mit dem achten Teil werde ich aber erneut vor dem Problem stehen.

Gears of War 4

Zugegeben, Gears of War 4 gehört nicht zu meinem Favoritenkreis der Reihe, aber Entwickler The Coalition hat ein echtes Highlight abgeliefert und zeigt, wozu die Xbox One X im Stande ist. Erweiterte Strahlenbüschel, dynamische Schatten, mehr Sichtweite und höher aufgelöste Texturen sorgen für ein extrem knackiges Bild, so dass ich mich direkt gezwungen sah, noch einmal die Kampagne zu zocken. Richtig abgefahren wurde es dann aber, als ich bei einem Kollegen Gears of War 4 mit Dolby Atmos gezockt habe. Ach du heiliges Kanonenrohr! Ich konnte förmlich spüren, aus welcher Richtung welche Geräusche kommen.

Rise of the Tomb Raider

Obwohl Lara Crofts Abenteuer schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist, sieht das Spiel auf der Xbox One X dank besserer Texturen, Nebel und mehr Details aus wie kürzlich erschienen. Wow, damit hätte ich nicht gerechnet. Hätte meine Wenigkeit nicht schon mehr als 80 Stunden in das intensive Game investiert, wäre ich mit Sicherheit noch einmal komplett durch die Geschichte gerockt. So ist Rise of the Tomb Raider mehr ein Titel, den ich Freunden zeige, die sehen wollen, was die Konsole kann, aber nichts mit Assassin’s Creed oder Gears of War angefangen können.

Natürlich gibt es noch weitere Spiele, die von der Power der Konsole profitieren. Star Wars Battlefront 2, Playerunknown’s Battlegrounds, Far Cry 5, Call of Duty: WW2 oder ReCore. Allesamt optisch beeindruckende Spiele. Etwas enttäuscht bin ich dagegen von Quantum Break. Der Titel verbraucht mittlerweile mehr als 200 GB auf der Xbox und sieht nur marginal besser aus als im Ursprungszustand. Ganz großer Sport... Allerdings bin ich echt gespannt, was Massive Entertainment mit The Division auf die Beine stellen wird. Der Xbox One X Patch wird die Tage veröffentlicht und das Spiel sieht immer noch sensationell aus.

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