Orwell: Ignorance is Strength - Der Staat sieht alles

Spiele sind mittlerweile mehr als reine Unterhaltungsprodukte. Ähnlich wie bei Filmen oder Büchern sind nicht alle Games nur als spaßiger Zeitvertreib gedacht.

Manche regen zum Nachdenken an, bringen einen zum Weinen und andere wiederum sind einfach nur verstörend und bizarr. „Orwell: Ignorance is Strength“ vom Hamburger Team Osmotic Studios ist ebenfalls ein Vertreter der eher ernsten Sorte. Schon mit dem ersten Teil „Orwell: Keeping an Eye On You“ haben die Norddeutschen mehr als nur einen Achtungserfolg hingelegt und gleichzeitig aufgezeigt, wohin ein Überwachungsstaat führen kann. Unter anderem wurde das Spiel 2016 für einen Preis bei den The Game Awards nominiert.

Ankündigungs-Trailer:

Mit dem zweiten Teil oder wie es die Entwickler nennen, Season 2, geht das Unterfangen der Überwachung nun einen Schritt weiter und greift das Thema Fake News auf. Dieser unter anderem von US-Präsident Trump geprägte Begriff, auch alternative Fakten genannt, steht im Mittelpunkt dieses Spiels. Was passiert, wenn eine Regierungsorganisation Fakten manipuliert, ändert oder in andere Bahnen lenkt? Es ist, ohne das Spiel überhaupt gestartet zu haben, eine beängstigende Vorstellung. Wie gut, dass wir noch in einer Gesellschaft leben, in der Journalisten halbwegs unabhängig sind. Gut, ein paar schwarze Schafe gibt's immer, aber generell funktioniert unser System. Wie das Ganze aussieht, wenn der Staat über die Mittel einer totalen Überwachung verfügt, zeigt „Orwell: Ignorance is Strength“.

Man übernimmt in diesem Spiel die Rolle eines Regierungsagenten, der Zugriff auf eine stark verbesserte Version des Programms Orwell hat. Jetzt gilt es, Informationen zu filtern, gezielt zu verbreiten und damit eine außenpolitsche Krise abzuwenden. Wie weit man dafür geht, ist jedem selbst überlassen. Dazu gehört, dass man vertrauliche E-Mails abfängt, auf dubiosen Internetseiten Informationen zusammenträgt oder sich sogar Zugriff auf fremde Geräte verschafft. Mit dem gewonnenen Wissen werden wiederum umfangreiche Dossiers angelegt, um die politischen Geschicke in die eine oder andere Richtung zu lancieren. Spannend und erschreckend zugleich, denn man sieht sofort die Auswirkungen des eigenen Handelns. Zu tief ins Detail gehen werde ich an dieser Stelle nicht, denn die Geschichte und die damit verbundenen Konsequenzen machen einen Großteil des Spiels aus.

Game-Trailer:

Ich muss zugeben, ich bin kein Freund von allzu ernsten Games. Spiele dienen für mich als Zuflucht vor dem Alltag. „Orwell: Ignorance is Strength“ ist eben genau das nicht. Der Titel hält uns einen Spiegel vor, wie einfach es im Prinzip ist, Informationen zu manipulieren und damit mehr oder weniger große Krisen auszulösen oder abzuwenden. Das macht „Orwell: Ignorance is Strength“ leider erschreckend gut. Allerdings sollte man sich vorher im Klaren darüber sein, dass das Spiel eine reine Klickorgie ist. Per Drag and Drop werden Informationen umhergeschubst, bis man mit seiner Auswahl zufrieden ist oder um es anders auszudrücken: „Orwell: Ignorance is Strength“ ist eine Art Managerspiel, bei dem man keine Mannschaft oder einen Betrieb führt, sondern News. Ab und an tut das auch mal gut. Schade, dass das Game nur in englischer Sprache verfügbar ist.

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