Watch Dogs Legion: Jeder kann ein Held sein!

Die Überwachung ist allgegenwärtig.

Watch Dogs: Legion

Mit dem ersten Teil der „Watch Dogs“-Reihe hat Ubisoft uns bereits einen Vorgeschmack geliefert, wie eine Welt aussehen könnte, in der kaum noch Privatsphäre exisitiert. Mit dem zweiten Teil bauten die Entwickler aus Montreal diese Prämisse weiter aus, welche mit Watch Dogs Legion im nächsten Jahr ihren vorläufigen Höhepunkt finden wird. Passend dazu hat man sich als Schauplatz für London entschieden, eine der best überwachten Städte in Europa. Das haben wir uns auf der gamescom 2019 nun näher angesehen.

Ubisoft ist der Realität voraus

Ubisoft ist der Zeit mal wieder weit voraus. In Watch Dogs Legion ist der Brexit längst Realität und das hat dazu geführt, dass de facto die Regierung nun eine Diktatur ist, die mit Polizei- und Militärgewalt ihre Interessen durchsetzt und Widerständler unbarmherzig bekämpft. Der Verfall des britischen Pfunds verschärft die Situation noch weiter. Doch die Hackergruppe Dedsec, die aus den beiden Vorgängern bekannt sein sollte, will sich dem nicht beugen und London zurück erobern.

Watch Dogs Legion - gamescom Trailer:

Mein Name ist Legion und wir sind viele

So weit, so gut und vor allem: so weit, so vorhersehbar. Womit Ubisoft allerdings neue Pfade betritt und nicht ausgelatschten Wegen folgt, ist die Spielweise an sich. Statt mir nämlich einen vorgefertigten Charakter vorzugeben, ist nahezu jede Person, die in London unterwegs ist, ein potenzieller Protagonist, je nachdem wie ihre Einstellung zur Hackergruppe Dedsec ist. Wann und wie neue Charaktere für mich als Spielfigur zur Verfügung stehen, hängt zusätzlich von Rekrutierungsmissionen ab, die wir auf der gamescom jedoch nicht in Augenschein nehmen konnten. Allerdings bedeutet das auf der anderen Seite auch, dass der Tod einer Spielfigur permanent ist. Ein von der Polizei erschossener Londoner kann schließlich nicht einfach so wiederbelebt werden. Zudem gibt es Charaktere, die zufällig einfach so sterben können, an einem Herzinfarkt oder was auch immer. Ist uns zum Glück nicht passiert, aber dem Kollegen, der neben mir an der Konsole saß.

Watch Dogs: Legion - London

Im London der Zukunft von Watch Dogs: Legion sind Drohnen allgegenwärtig.

Mit Oma aufs Polizeirevier

Auf der gamescom bestand unsere Mission darin, eine Polizeistation von New Scotland Yard zu infiltrieren, Informationen zu finden und zu löschen. In unserem Fall war der spielbare Charakter eine ältere Dame. Irgendwelche Parkour-Fähigkeiten waren damit von Vornherein ausgeschlossen. Also haben wir uns andere Lösungswege überlegt. Man möge es der alten Frau nicht zutrauen, aber sie verfügte über erstaunliche andere Fähigkeiten. Mittels eines Smartphones und Spiderbots sind wir klammheimlich immer tiefer in das Gebäude eingedrungen, ohne selbst auch nur einen Fuß auf das Grundstück zu setzen. Die komplette Vernetzung aller technischen Geräte macht’s möglich und ist erschreckend zugleich. Die Informationen zu finden war nicht das Problem. Irgendwann wurde jedoch der Spiderbot entdeckt und dieser kleine achtbeinige Freund hält wirklich nicht viel aus. Ein, zwei Salven aus den Gewehren der Polizisten und schon lag ein Häufchen Elektroschrott inmitten des Gebäudes. Zurückverfolgen ließ sich unser Angriff zum Glück nicht, so dass wir als Oma langsam Schritt für Schritt von dannen zogen. 

Watch Dogs Legion - E3 Gameplay:

London - schön und düster

Was soll man mittlerweile zur Optik von Ubisofts Open-World-Games sagen? Grafisch sehen die Welten fast immer beeindruckend aus. Da bildet Watch Dogs Legion keine Ausnahme. Wer schon einmal in London war, wird Dinge wie den Piccadilly Circus oder Big Ben trotz der dystopischen Darstellung, des allgegenwärtigen Überwachungsapparats, der das Stadtbild merklich verändert hat, sofort wiedererkennen. Dazu kommen extrem realistisch wirkende Lichteffekte wie Bloom Lighting, der Einsatz von Blur beim Fahren von Vehikeln oder schwach ausgeleuchtet Gassen. Das alles trägt zu einem sehr stimmungsvollen Bild von London in Watch Dogs Legion bei.

Einschätzung:

Wir haben wirklich nur einen minimalen Einblick in das Open-World-Game bekommen und einen sehr spezifischen dazu. Allerdings hat selbst dieser kleine Ausschnitt eine Menge Spaß gemacht. Ubisoft hat sich wirklich für fast jeden Charakter Hintergrunddetails überlegt und einen entsprechenden Tagesablauf eingebaut. Das gibt es zwar auch in anderen Spielen, aber die Hingabe zu kleinsten Details überrascht dennoch. Wir hätten gern mehr gesehen, wie zum Beispiel die Schnellreise per U-Bahn, die Rekrutierungsmissionen, ein paar mehr Informationen zur Geschichte oder einige der Mehrspielermöglichkeiten. Es gibt nur ein Problem, die Konkurrenz im Frühllng 2020 ist hart. Watch Dogs Legion erscheint am 6. März 2020.

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