Daemon X Machina - Nintendos neuer Mech-Shooter

Nintendo geht manchmal ungewöhnliche Wege.

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Von Zeit zu Zeit kommt das japanische Unternehmen mit Spielen um die Ecke, die man eigentlich nicht erwarten würde. So hat sich Nintendo beispielsweise die Rechte an Bayonetta geschnappt und damit die Zukunft der Serie gesichert. Ähnlich kurios war 2018 die Ankündigung, dass Kenichiro Tsukuda, der Produzent der "Armored Core"-Reihe, ein neues Mech-Spiel namens Daemon X Machina für die Switch entwirft und Nintendo als Publisher auftritt. Eigentlich ein untypisches Genre für den familienfreundlichen Konzern. Passend dazu gab es eine zeitlich begrenzte Demo-Version, mit der ich mich schon im Februar vertraut gemacht habe. Auf der gamescom folgte nun ein weiterer Ausflug in die postapokalyptische Welt von Daemon X Machina.

Die Welt steht am Abgrund... wieder einmal!

Bevor ich ins Detail gehe, worum geht es eigentlich in Daemon X Machina? Wie so oft steht die Menschheit am Scheideweg. Aus nicht näher erläuterten Gründen ist der Mond auf die Erde gestürzt und hat dort für eine globale Verwüstung gesorgt. Doch die Menschheit findet immer einen Weg und so haben führende Wissenschaftler eine künstliche Intelligenz geschaffen, um den Wiederaufbau zu bewerkstelligen. Allerdings ist durch den Aufprall des Mondes auf die Welt noch etwas anderes auf den Planeten gelangt. Eine Maschinenrasse, genannt Immortals, wurde zum neuen Übel auf der Erde, denn dieser Spezies gelang es, die künstliche Intelligenz gegen die Menschen aufzuwiegeln und einen Krieg anzuzetteln. In Daemon X Machina wandle ich nun auf den Pfaden eines Mitglieds der Elite-Söldnergruppe Reclaimer und versuche diesen Krieg ein für alle Mal zu beenden. Auf geht’s!

Daemon X Machina Story-Trailer:

Was geändert werden kann, wird geändert!

Bevor ich mich auf dem Schlachtfeld beweise, führt der erste Weg in den überraschend umfangreichen Charakter-Editor, in dem ich nicht nur mein eigenes Aussehen, sondern auch das meines Mechs anpassen darf. Die nötigen finanziellen Mittel vorausgesetzt kann ich direkt auch am Waffensystem des Metallungetüms herumbasteln und meinen Spielstil dementsprechend anpassen. Je nachdem, wonach mir der Sinn steht, statte ich den Mech mit Klingen, Schrotflinten oder anderen Schießprügeln bis hin zu Zielsuchraketen, Schilden und Sturmkanonen aus. Sogar eine Hologramm-Funktion zum Ablenken von Gegnern ist auf Wunsch vorhanden. Kurzum, jedes erdenkliche Detail lässt sich anpassen.

Geschichte erleben oder Geld einsacken?

In der Einsatzzentrale, die sich übrigens recht frei zu Fuß erkunden lässt, suche ich mir die Aufträge aus, die es als Söldner zu erfüllen gilt. Entweder geht es auf eine freie Mission, um Moneten einzusacken und bessere Waffen und Equipment zu kaufen oder auf Missionen, die die Geschichte weiter vorantreiben. Egal, für welche Art man sich entscheidet und womöglich andere Einsatzbefehle erhält, sobald es in die Außenwelt geht, zählt nur noch eines: Feuerkraft und kämpferisches Geschick. Jeder Mech besitzt zwei Waffen, eine in der linken und eine in der rechten Hand. Beide lassen sich unabhängig voneinander nutzen und verfügen über eine gewisse Auto-Aim-Funktion. Zusätzlich können auf der Schulter weitere Waffen montiert werden, die zusätzlichen Schaden anrichten.

Daemon X Machina - Zero Mission:

Die Entwickler hören auf Feedback

Was vielleicht etwas kompliziert klingt, gelingt in der Praxis relativ einfach. Zumal die Entwickler seit den Prototyp Missionen aus dem Februar nochmals kräftig an der Steuerung gearbeitet haben. Das Manövrieren des Mechs oder auch das Anvisieren der Gegner funktioniert nun deutlich direkter und dank der verbesserten Auto-Aim-Funktion einfacher als vor ein paar Monaten. Wer beide Demo-Versionen gespielt hat, wird diesen Unterschied sofort bemerken. So macht das Verschrotten von Immortals und abtrünnigen Reclaimern noch ein bisschen mehr Spaß. Allerdings habe ich bis auf Kämpfe und die diversen Anpassungsmöglichkeiten noch nicht viel mehr vom Spiel gesehen, denn die Demo auf der gamescom war bereits nach 15 Minuten beendet.

Bunte Apokalypse

Optisch unterscheidet sich Daemon X Machina vor allem durch den aggressiven Einsatz von Farbe gegenüber anderen Spielen dieses Genres. Wo bei der Konkurrenz eher düstere Farben dominieren, schöpfen die Entwickler hier aus dem gesamten Farbspektrum. Gepaart wird das Ganze mit einer Cel-Shading-Optik, die zusammen mit den Anime-Charakteren dem Spiel einen ganz eigenen Charme verleihen. Aber nun gut, wenn Nintendo mit im Spiel ist, wird vieles anders. Splatoon spielt schließlich auch in einer Postapokalypse.

Daemon X Machina E3-Trailer:

Einschätzung:

Daemon X Machina scheint ein unkomplizierter, aber dennoch komplexer Mech-Action-Spaß zu werden. Die Optik ist ungewöhnlich, passt aber zum Geschehen und weiß mit einer breiten Farbpalette zu gefallen. Mir bereiten nur zwei Sachen noch ein wenig Kopfzerbrechen. Wie abwechslungsreich wird das Spiel und wie fügen sich die zusätzlich Koop-Missionen, die sowohl lokal als auch online gespielt werden können, in das Geschehen ein? Das lässt sich noch nicht genau sagen, aber solange die Kernmechaniken funktionieren, kann das Spiel durchaus ein Geheimtipp für alle Mech- und Anime-Fans werden. In wenigen Tagen wissen wir es genau.

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