Call of Duty – Vanguard angespielt: Old Warfare

Wir haben die Beta von Call of Duty: Vanguard gespielt und erfreuen uns an coolen neuen Modi und einigen Comebacks.

Call of Duty: Vanguard

Als bekannt wurde, dass Call of Duty: Vanguard dieselbe Engine wie das zwei Jahre alte Modern Warfare nutzt, war unsere Freude groß. Auch wenn wir mit Call of Duty: Black Ops – Cold War durchaus unseren Spaß hatten, hat es doch nie an die Klasse des vorherigen Teils heranreichen können. Der „Modern Warfare“-Reboot brachte einige Gameplay-Features mit sich, die wir im 2020er-CoD schmerzlich vermisst haben, allen voran der taktische Sprint und die Möglichkeit, uns an Objekte anzulehnen. In Vanguard ist all das wieder mit von der Partie und einer der Gründe dafür, warum uns die Multiplayer-Beta so gut gefällt.

Freudige Wiedersehen

Call of Duty: Vanguard ist mit seinem Zweiter-Weltkriegs-Szenario weit von der namensgebenden modernen Kriegsführung von Modern Warfare entfernt, keine Frage. Aber letztendlich bedeutet das in erster Linie ja auch nur, dass ihr mit älteren Waffen auf eure Gegner schießt und keine modernen AKs, M16s und so weiter einsetzt. Anders, als wenn wir Vanguard mit einem der Serienteile, der in der Zukunft spielt (Advanced Warfare oder Infinite Warfare), vergleichen würden, halten sich die spielerischen Veränderungen in Grenzen.

Call of Duty: Vanguard - Waffenschmied

Nur, weil ihr Weltkriegswaffen benutzt, heißt das nicht, dass ihr die nicht genauso umfangreich modifizieren könnt, wie die modernen Schießprügel aus Modern Warfare.

Und so spielt sich der neue Teil im Multiplayer wirklich sehr wie das Modern Warfare von 2019. Soll heißen: Es gibt wieder ein paar mehr taktische Optionen als in Black Ops – Cold War. Der taktische Sprint – also eine zweite, noch schnellere Sprintart – feiert genauso sein Comeback wie die Möglichkeit, Türen (und diesmal auch Fenster) nur einen Spalt weit zu öffnen, um mit ausreichend Deckung vorsichtig hindurch zu lugen. Auch dass ihr euch eben wieder an Mauern, Wände und Co anlehnen könnt, begrüßen wir sehr. Gerade in Modi wie „Herrschaft“, bei denen es teilweise darum geht, Stellungen zu verteidigen, ist das äußerst sinnvoll.

Da fliegt einiges durch die Gegend

Darüber hinaus fügt Entwickler Sledgehammer Games dem Ganzen noch eine Ebene hinzu: Die Umgebung ist in Call of Duty: Vanguard teilweise zerstörbar. Die Betonung liegt auf „teilweise“, erwartet also keine Battlefield-Ausmaße. Komplette Häuser werden hier niemals dem Erdboden gleichgemacht. Aber es gibt auf den Karten so manche Holzverschläge, die ihr mit Kugeln löchern oder eurem Körper auch einfach komplett durchbrechen könnt. Ebenso lässt sich das Mobiliar in Innenräumen auseinandernehmen. So könnt ihr einerseits euren Widersachern die Deckung rauben, andererseits sieht es natürlich optisch gut aus und intensiviert die Atmosphäre des Ego-Shooters. Die Zerstörung mag das typische „Call of Duty“-Gameplay nicht grundlegend verändern, ist aber eine sinnvolle Ergänzung.

Call of Duty: Vanguard - Holzwand

Solche Holzwände (wenn man das so nennen kann) finden sich auf allen Maps. Dass die nicht sonderlich stabil sind, liegt wohl auf der Hand.

Und das Ballern? Wie schaut's damit aus? Nun, schon die Gameplay-Demo von der gamescom Opening Night Live hat uns optimistisch gestimmt, dass auch Call of Duty: Vanguard wieder ein sehr befriedigendes Gunplay bieten wird. Nachdem wir die Beta selbst ausprobiert haben, können wir das nur bestätigen: Egal ob StG44, Thompson-Maschinenpistole oder M1 Garand, um ein paar der typischen Schießeisen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu nennen, die zum Arsenal des Actionspiels gehören, sie allen fühlen sich wuchtig und schlichtweg gut an. Das starke Trefferfeedback inklusive Blutspritzern und auch der eine oder andere Splatter-Effekt tun ihr Übriges.

Lauter, bitte!

Beim Sound könnten die Entwickler aber noch etwas nachlegen. Versteht uns nicht falsch: Die Tötungswerkzeuge klingen ordentlich. Das gilt vor allem für die Maschinengewehre, Schrotflinten und Karabiner. Aber wir hatten das Gefühl, dass das alles ein wenig zu leise ist – und nein, die Lautstärker unserer Kopfhörer war ganz sicher nicht zu niedrig eingestellt. In Sachen Abmischung sollte sich hier also noch unbedingt etwas tun. Grafisch hingegen hinterlässt Call of Duty: Vanguard einen sehr guten Eindruck. Mit Battlefield 2042 wird es sicherlich nicht mithalten können, aber die Waffenmodelle und Umgebungen sind schön detailliert, sämtliche Animationen auf höchstem Niveau und die Performance ist 1A.

Blöd nur, dass uns die PC-Beta beim ersten Start direkt mit der Shader-Installation begrüßte. Stellt euch also darauf ein, auch diesmal wieder nach jedem Update des Spiels (und eures Grafikkartentreibers) darauf warten zu müssen, dass dieser Vorgang endet, bevor ihr vernünftig spielen könnt. Klar, dieses Ärgernis kennen wir seit Modern Warfare nur zu gut und es kommt eben dessen Engine zum Einsatz. Es ist trotzdem schade, dass die Entwickler es scheinbar nicht hinbekommen, dass die Technik auch ohne diese Maßnahme einwandfrei läuft.

Vielfältige Schauplätze

Die Multiplayer-Beta hat uns bereits einen recht umfangreichen Einblick in Call of Duty: Vanguard gegeben. Von den 16 Maps für die Standardmodi, die es in der Release-Fassung geben wird, konnten wir vier Stück sehen, die mit einer ordentlichen Bandbreite an Settings und viel Abwechslung punkten. „Red Star“ etwa spielt in einer zerbombten, schneebedeckten Stadt in Russland mit Innenarealen und einem großen, sehr offenen Brunnenplatz. „Hotel Royal“ wiederum ist wie gemacht für MP- und Schrotflinten-Nutzer, handelt es sich doch um die oberste Etage und das Dach eines Luxushotels mit vielen engen Räumen und Gängen. „Gavutu“ wiederum versetzt euch auf eine Insel im Pazifik mitsamt Schiffswrack und auf „Eagle's Nest“ kämpft ihr in einem Anwesen in den Bergen.

Call of Duty: Vanguard - Hotel Royal

In dem Hotel kommen Nahkämpfer voll auf ihre Kosten.

Drei dieser vier Karten gefallen uns, weil sie gut ausbalanciert sind und keine typischen Camper-Positionen bieten. Klar, es gibt lange Gänge, an deren Ende es sich Scharfschützen gemütlich machen können. Aber es fällt auch nicht schwer, denen in den Rücken zu fallen, zumal sie eben nur jeweils den einen Gang im Blick haben. Auf „Red Star“ sieht das anders aus. Hier kann man sich an so manchem Fenster oder Hauswandloch in einem oberen Stockwerk hinhocken und von dort aus den gesamten Platz im Zentrum der Map überwachen – das stößt bei uns nicht gerade auf Gegenliebe, weil es Snipern einen erheblichen Vorteil gewährt.

Zwei willkommene Neuzugänge

In Sachen Spielmodi haben uns in der Beta einerseits alte Bekannte begrüßt. „Team Deathmatch“, „Abschuss bestätigt“, „Herrschaft“ sowie „Suchen & Zerstören“ dürfen einfach in keinem Call of Duty fehlen. Wir konnten aber auch einen Blick auf zwei völlig neue Varianten werfen. Da wäre zum einen „Patrouille“, das man als „Hardpoint“ mit einem wandernden Kontrollpunkt umschreiben könnte. Ja, ihr habt richtig gelesen: Hier gilt es, eine Zone zu kontrollieren, die ständig in Bewegung ist. Solange mehr Spieler des eigenen Teams innerhalb des markierten Bereichs sind, sammelt man Punkte. Der Modus ist vor allem deshalb super, weil Camper hier komplett fehl am Platz sind.  Was bringt es ihnen, ständig an derselben Stelle zu verbleiben, wenn es doch darum geht, eine mobile Zone zu halten?

Call of Duty: Vanguard - Patrouille

"Patrouille" ist ein toller Modus, weil die sich bewegende Kontrollzone Camping unterbindet.

Noch besser gefällt uns „Champion Hill“. Den Modus könnt ihr solo oder im Zweier- sowie Dreierteam spielen. Er findet auf einer eigens dafür designten Karte statt, die in mehrere kleine Arenen unterteilt ist. In der Mitte gibt es eine Zone, in der ihr an mehreren Kisten Ausrüstung kauft. Anschließend wird ausgelost, wer gegen wen in den verschiedenen Kampfbereichen antritt. Ihr habt eine begrenzte Anzahl Leben und wenn die aufgebraucht ist, könnt ihr nicht mehr respawnen, scheidet also aus, sobald ihr das nächste Mal ins Gras beißt. Ziel ist, der letzte noch Überlebende beziehungsweise das letzte noch lebende Team zu sein. „Champion Hill“ ist quasi eine Mischung aus „Feuergefecht“ und „Last Man Standing“, die sehr spannend ist und gerade im Team viel Spaß macht – so viel, dass wir uns wünschen, dass der Modus zu einem Standard-Feature der CoD-Reihe wird.

Einschätzung

Niemand hat wohl erwartet, dass Call of Duty: Vanguard irgendwas grundsätzlich Neues wagen würde. Umso erfreulicher ist es, dass es mit der zerstörbaren Umgebung zumindest eine kleine Neuerung gibt, die wir nicht mehr missen möchten. Darüber hinaus vertraut Sledgehammer Games auf die Stärken, die Infinity Ward vor zwei Jahren etabliert und Treyarch 2020 ausgelassen hat. In Kombination mit dem gelungenen Gunplay und dem ordentlichen Kartendesign (mit Ausnahme von „Red Star“) ergibt das ein Call of Duty, auf das wir uns sehr freuen, auch wenn es diesmal wieder mit Battlefield um unsere Freizeit kämpfen muss. Zumindest sind wir aber guter Dinge, dass Vanguard ein technisch rundes Spiel wird, wie es die Beta bereits ist. Bei Battlefield 2042 haben wir da noch aufgrund der kurzfristigen Verschiebung und der Historie der Reihe unsere Zweifel.

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