Hay Day Test: Farm-Spiel für Landwirte mit Managerqualitäten

Hay Day

Wer hat nicht schon mal von einer eigenen Farm geträumt? Auf den lästigen Stallgeruch und die schweißtreibende Arbeit könnten die meisten von euch hingegen wahrscheinlich verzichten. Das geht uns genauso und deshalb entscheiden wir uns für eine Karriere auf dem virtuellen Landgut. Zu den bekanntesten mobilen Bauernhof-Simulationen zählt wohl die Supercell-Kreation Hay Day, die im Juni 2012 in den iTunes App Store eingezogen ist. Seit Ende 2013 haben auch Android-Nutzer die Möglichkeit, in die bunte Welt des free-to-play Mobile Games einzutauchen. Im Spiel betreibt ihr Landwirtschaft, kümmert euch um verschiedene Tiere und verarbeitet eure Erträge zu allerlei Produkten. Durch den Verkauf eurer Güter verdient ihr Geld, das ihr in den Bau zusätzlicher Stallungen und Arbeitsstätten investiert. Klingt nach dem altbekannten Bauernhofspiel-Prinzip und wir fragen uns, ob Hay Day nicht vielleicht doch noch die eine oder andere Überraschung für uns bereithält. Deshalb reihen wir uns bei den fleißigen Landwirten ein und machen uns auf den Weg zu unserem neuen Farm-Gelände. In unserem Test verraten wir euch, wie viel Spaß das Bauerndasein in Hay Day wirklich macht.

Erste Schritte mit Mr. Wicker

Schon kurze Zeit nach der Ankunft auf unserem Gelände in Hay Day finden wir uns sehr gut zurecht. Das verdanken wir vor allem der freundlichen Vogelscheuche Mr. Wicker, die uns in einem Rundgang die wichtigsten Funktionen und Aufgaben auf unserer Farm erklärt. Mit unserem neuen Freund ernten und säen wir Weizen, füttern unsere Kühe und dürfen uns über die erste Portion Milch freuen. Damit legen wir einen gelungenen Start hin und sind in unserem künftigen Leben als Landwirt angekommen. Unser kleiner Berater meldet sich auch im weiteren Spielverlauf des Öfteren zurück, um weitere Funktionen und neue Features zu erklären, die unter anderem dank regelmäßiger Updates in Hay Day Einzug halten. Die farbenfrohe und witzige Grafik gefällt uns, genauso wie die Tiergeräusche, die für einigermaßen echte Bauernhof-Atmosphäre sorgen. Wir lassen vorerst sogar die Musik an, aber auch nur, weil wir ganz gerne Coutry-Musik hören. Die mampfenden Viecher bringen nicht nur Bewegung auf unser Touchscreen, sondern machen zudem lustige Gesichter und Luftsprünge, wenn wir eines der Gehege bewegen.

Wir bauen die ersten Gebäude und lassen Hühner einziehen.

Da wir bei so gut wie jeder Aktion Erfahrungspunkte sammeln, steigen wir relativ zügig im Level auf – anfangs zumindest, denn je höher die Stufe, desto mehr Erfahrung brauchen wir. Für die ersten Erfolgserlebnisse ist jedoch gesorgt. Weitere Gewächse, Tiere, Gebäude und dazugehörige Produkte schalten wir in Hay Day zwar erst nach und nach frei, allerdings sehen wir im Bau-Modus bereits, welche Spielelemente uns erwarten und in welchem Level wir uns Zugriff verschaffen. Schade ist nur, dass es keine weitere Erklärung dazu gibt. Wir erfahren weder, wie viel uns das Gebäude kosten wird, noch was wir darin herstellen. Außerdem sind einige davon verhältnismäßig teuer – da ist Sparsamkeit angesagt und natürlich ein ausgeprägter Geschäftssinn. Wer seine Münzen nicht ausschließlich durch fleißiges Landwirtschaften verdienen und sein Konto auf die Schnelle aufstocken will, der hat die Möglichkeit, Ingame-Währung nachzukaufen. Wir verzichten jedoch darauf, Münzen oder Diamanten (die Premiumwährung) mit echtem Geld zu erwerben und produzieren erstmal, was das Zeug hält. Und das lohnt sich, denn Hay Day bietet uns gleich vier Wege, auf denen wir unsere Erzeugnisse an den Mann bringen können.

Kinderwünsche und göttliche Auftraggeber

Neben unserem Haus entdecken wir ein großes Anzeigen-Brett, auf dem uns einige Bestellungen erwarten. Hier tummeln sich übrigens immer wieder Besucher, die uns um Waren bitten. Anders als bei den Bestellungen verdienen wir hierbei ausschließlich Münzen und keine Erfahrungspunkte. Mit dem Lieferwagen befördern wir die gewünschten Produkte zur Kirche, Schule und anderen Auftraggebern. Sobald unser Transporter zurück ist, werden wir mit Münzen und Erfahrungspunkten belohnt. Praktischerweise zeigen uns die Bestellzettel in Hay Day nicht nur, welche Waren gefordert sind, sondern auch die Höhe der Belohnung, die uns nach der Lieferung winkt. Das erlaubt es uns, vorab zu entscheiden, ob wir die Bestellung angehen oder nicht, beziehungsweise, ob es sich für uns lohnt, sie zu erfüllen. Manche von ihnen bescheren uns eine größere Menge Münzen, dafür aber weniger Erfahrungspunkte und umgekehrt. Da unser Konto inzwischen ganz gut gefüllt ist, haben wir es primär auf Erfahrungspunkte abgesehen und deshalb schieben wir die weniger attraktiven Bestellungen in den Papierkorb. Nach 30 Minuten erscheint eine neue.

Die Schulkinder warten schon auf ihre scharfe Pizza mit Sojasoße.

Ein weiterer Vertriebsweg, der uns in Hay Day schon früh offen steht, ist der Straßenverkauf an der Hauptstraße. Hier entscheiden wir selbst, was wir loswerden wollen. Unsere Kunden sind andere Spieler, die über ihren eigenen Marktstand ebenfalls Güter anbieten. Wir haben die Möglichkeit, bis zu zehn Einheiten eines Produkts anzubieten und den Preis festzulegen. Für jede Ware gibt es einen Mindest- und einen Maximalbetrag, wodurch die Preise nicht ins Unermessliche steigen. Die Angebote erscheinen in der Zeitung von Hay Day, die wir in einem unserer Briefkästen finden. Das Anzeigenblatt hilft uns nicht nur dabei, fehlende Waren aufzuspüren, sondern zeigt uns auch, welche Landwirte unsere Unterstützung brauchen. Ja, wir treiben nicht nur Handel mit anderen Bauern, sondern greifen ihnen auch noch unter die Arme, indem wir Bäume wiederbeleben und ihnen bei Bootsbestellungen helfen.

Ein Landwirt kommt selten allein - Vorteile durch Nachbarschaftshilfe

Um Aufträge auf dem Seeweg erledigen zu können, benötigen wir einen Steg. Sobald wir ein bestimmtes Level erreicht und die finanziellen Mittel aufgetrieben haben, renovieren wir die verfallene Anlegestelle. Darauf kommen wir gleich nochmal zurück. Ihr fragt euch, was es mit den toten Bäumen auf sich hat? Jeder Baum in Hay Day blüht bis zu dreimal, wobei er uns jedesmal eine zusätzliche Frucht beschert. Anschließend färbt er sich braun und muss von einem anderen Landwirt wiederbelebt werden, um ein letztes Mal zu blühen. Natürlich steht es uns frei, die Bäume anderer Spieler ins Leben zurückzuholen und das lohnt sich zudem auch noch. Denn egal, ob wir bei Bootsbestellungen oder Bäumen helfen, in beiden Fällen besteht die Chance, dass uns unser Kollege einen Dankesbrief mit einer Geschenkkarte schickt. Die tauschen wir anschließend gegen verschiedene Überraschungspakete ein, in denen wir beispielsweise Dekorationen, Werkzeuge und mit etwas Glück sogar einige Diamanten finden. Mit Dynamitstangen, TNT und Schaufeln räumen wir unser Farm-Gelände in Hay Day von Steinen und Tümpeln frei. Außerdem setzen wir sie ein, um Silber, Platin und Gold aus unserer Mine herauszuholen. Holzpflöcke, Nägel, Bretter, Hämmer uns Schrauben benutzen wir, um unser Gelände zu erweitern und unser Lager und Silo zu vergrößern. Die Anzahl der erforderlichen Werkzeuge steigt mit jedem Ausbau, wodurch es ab einem bestimmten Punkt ziemlich lange dauern kann, bis wir alle Materialien beisammen haben.

Mit zusätzlichen Slots produzieren wir am laufenden Band.

Hier bringen wir ausnahmsweise mal die Diamanten ins Spiel, die gegebenenfalls Werkzeuge ersetzen. Allerdings gibt es eine sinnvollere Verwendung für die Edelsteine – und wir meinen damit nicht die Beschleunigung von Bau- und Herstellungsprozessen. Statt Produktionsgebäude aufzuwerten, haben wir in Hay Day die Möglichkeit, zusätzliche Slots freizuschalten. Das erlaubt es uns beispielsweise sechs Portionen Sahne hintereinander zu produzieren, ohne dass wir die Slots von neuem füllen müssen. Verbessern lassen sich die Gebäude nicht, doch wenn wir sie oft genug in Betrieb nehmen beziehungsweise eine gewisse Anzahl an Stunden im Einsatz haben, gewinnen wir bis zu drei Sterne pro Produktionsstätte. Die bringen jeweils einen dauerhaften Vorteil mit sich, darunter eine Verkürzung der Herstellungszeit und einen Bonus auf die Einnahmen bei Lieferwagenbestellungen. Wir finden, dass die Diamanten in den Produktionsstätten am besten angelegt sind und die Investition will schließlich wohl überlegt sein – obwohl Hay Day uns an verschiedenen Stellen kleine Mengen der Premiumwährung schenkt, zum Beispiel bei Levelaufstiegen. Es tauchen zudem immer wieder kleine, rote Kisten auf unserem Farm-Gelände auf, von denen sich manche ohne weiteres öffnen lassen. Neben Werkzeugen bergen sie ab und zu auch ein paar Diamanten.

Schiff Ahoi! - Fracht laden und Gutscheine abstauben

Abgesehen von Diamanten und Geschenkkarten sammeln wir in Hay Day noch Steuerräder und Coupons beziehungsweise bunte Gutscheine. Beides erspielen wir uns mittels der Bootsbestellungen, die sich als lukrativster Vertriebsweg erweisen. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, möglichst viele Belohnungen zu ergattern, denn hier arbeiten wir gegen die Zeit. Die Geldbeträge und Mengen an Erfahrungspunkten, die wir sammeln, wenn wir die Kisten mit Waren füllen, bleiben gleich. Doch je schneller wir die Bestellung erledigen, desto mehr Steuerräder ergattern wir. Die bescheren uns allerdings keine Belohnung, sondern lassen uns in einer speziellen Rangliste aufsteigen. Generell gilt es, sich bei den Bootsbestellungen zu beeilen, denn wenn wir es schaffen, alle Kisten vor Ablauf einer vorgegebenen Zeitspanne zu füllen, dürfen wir uns über einen Erfahrungsbonus freuen. Das motiviert und veranlasst uns, Vorräte anzulegen, denn die Reifungs- und Herstellungsprozesse einzelner Produkte in Hay Day verlangen uns schon einiges an Geduld ab, darunter Marmeladen, Erdbeeren und andere Früchte, die an Bäumen und Sträuchern wachsen. Die meisten Gewächse und Waren brauchen zwischen einer und vier Stunden bis zur Reife.

Jede Kiste ist eine Menge Münzen und Erfahrung wert.

Fette Fische bescheren uns Diamanten und Belohnungen

Von Zeit zu Zeit finden in Hay Day besondere Ereignisse statt, über die wir beim ersten Einloggen nach dem Start über ein Flugblatt informiert werden. Super, so verpassen wir bestimmt keine der Aktionen. Hier stellen wir uns unterschiedliche Aufgaben und nutzen damit die Chance auf zusätzliche Gratis-Items. Wir versuchen beispielsweise innerhalb von vier Tagen eine bestimmte Anzahl an Schokokuchen abzuliefern, Bootsbestellungen zu erfüllen oder Fische zu fangen. Während der Ereignisse tummeln sich an den Angelstellen besonders große Arten, die ein paar Kilogramm mehr auf die Waage bringen als die kleinen Flossenträger, die wir normalerweise aus dem See neben unserem Farm-Gelände ziehen. Hier stellen wir unter anderem Netze und Fallen her, mit denen wir gleich mehrere Fische beziehungsweise Hummer aus dem Wasser holen.

Unsere Krustentiere baden in ihrem Becken, bis sie zur Verarbeitung bereit sind.

Mit den verschiedenfarbigen Coupons fertigen wir in Hay Day Angelhaken und unterschiedliche Köder an. Die Fische, die wir hiermit fangen, bringen uns unter Umständen zusätzliche Diamanten ein. Dazu versuchen wir Exemplare sämtlicher Arten und Gewichtsklassen zu sammeln. Je nachdem wie schwer ein Fisch ist, zählt er zur Bronze-, Silber oder Goldkategorie. Der jeweils erste Fang beschert uns einen bis drei Edelsteine. Die Meerestiere verarbeiten wir in unseren Produktionsgebäuden zu Sushi, Torten und Suppe.

Pro
Leichter Einstieg
Lustige Grafik, Musik und Geräusche
Zahlreiche Tiere und Produkte
Viele Möglichkeiten, Premiumwährung und Items gratis abzustauben
Contra
Lange Wartezeiten bei einzelnen Produkten und Gebäuden
Mitunter hohe Kosten für neue Produktionsstätten
Wenig innovatives Gameplay

0/5 Sterne

Fazit

In Hay Day bleibt es nicht beim simplen Säen und Ernten, Tierefüttern und Warenherstellen –  wobei das alleine schon seinen Reiz hat, da das Angebot an ausgefallenen Produkten recht groß ist und wir dank der Bestellungen und Ereignisse zusätzlich motiviert sind. Außerdem dauern viele Prozesse nur wenige Minuten, wir werden also nicht permanent von langen Wartezeiten ausgebremst. Freunde der virtuellen Landwirtschaft können sich in Hay Day aufgrund immer neuer Bestellungen und Herausforderungen über zusätzliche Abwechslung freuen. Doch auch diejenigen, die sich ansonsten nur wenig für Farm-Spiele begeistern, könnten Gefallen an der Bauernhof-Simulation finden. Die eigentliche Feldarbeit, also Tierpflege und Produktion, geraten beinahe zur Nebensache, stattdessen tritt das Management deutlicher in den Vordergrund und überträgt den Spielern die gewichtige Aufgabe, für reibungslose Abläufe auf dem Bauernhof zu sorgen.

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