Goodgame Big Farm Test: Abwechslungsreiche Bauernhof-Simulation für Spieler mit sozialer Ader

Der Bauernhof gehört zweifelsohne zu den beliebtesten Schauplätzen in kostenlosen Onlinespielen. Woran das liegt, kann man nur erahnen, womöglich bietet die virtuelle Farm einfach eine willkommene Abwechslung vom stressigen Stadtleben. Goodgame Big Farm ist einer der erfolgreicheren Vertreter des Genres. Rund 20 Millionen Spieler haben sich bereits registriert – eine ganz schöne Hausnummer, zumal die free-to-play Farm-Simulation von Goodgame Studios noch vergleichsweise jung ist. Im Oktober 2012 fiel der Startschuss, seitdem können sich Hobby-Landwirte in aller Ruhe auf ihrem Bauernhof ausleben, Gemüse anpflanzen, Tiere versorgen und Aufgaben im Verbund mit befreundeten Spielern lösen. Wir verraten euch in unserem Goodgame Big Farm Test, was den Reiz des Browsergames ausmacht, an welchen Stellen es noch ein wenig hakt und worin die Stärken des Spiels bestehen.

Goodgame Big Farm

Wir beginnen unser ländliches Abenteuer auf einem kleinen, idyllischen Fleckchen Erde, das umgeben ist von anderen idyllischen Fleckchen Erde, die allerdings von Unkraut überwuchert sind und uns offenbar noch nicht zum Bebauen zur Verfügung stehen. Darum kümmern wir uns später, zunächst einmal platzieren wir ein paar Felder und säen Wildblumen und Mais. Mehr Auswahl haben wir am Anfang nicht, aber mit dem Mais können wir immerhin Hühnerfutter herstellen, damit das liebe Federvieh im Hühnerstall ordentlich Eier legt. Wir finden den Weg ins Farmspiel äußerst leicht, denn wir sind nicht allein: Verschiedene Charaktere, darunter Farmmädchen Tessa, machen uns mit den wesentlichen Aufgaben von Goodgame Big Farm vertraut, ganz einfach, indem sie uns Aufgaben stellen. Folgen wir den Anweisungen, können wir eigentlich gar nicht viel falsch machen und lernen gleichzeitig, wie der Hase läuft auf dem virtuellen Bauernhof. Vom Spielprinzip her funktioniert alles, wie wir das aus vergleichbaren Onlinegames kennen:säen, düngen, ernten, verkaufen oder weiterverarbeiten, mit dem eingenommen Geld dann neue Gebäude errichten und durch das Einsammeln von Erfahrungspunkten im Level aufsteigen.

Wir platzieren Felder und Gebäude und versuchen, auf engem Raum möglichst viel unterzubringen.

So weit, so bekannt. Mit jedem Levelaufstieg schalten wir in Goodgame Big Farm weitere Optionen frei. Wir können dann beispielsweise (gegen Geld) benachbarte Farmstücke in Beschlag nehmen, zusätzliche Obst- und Gemüsesorten anpflanzen und neue Tiere auf dem Hof einquartieren.

Dollarscheine und Gold – Landwirtschaft treiben schlägt ganz schön zu Buche

Dabei gibt es wie gewohnt zwei Währungen: normales Spielgeld, Dollarscheine, die wir als Belohnung für abgeschlossene Aufgaben erhalten oder auch, wenn wir Waren verkaufen. Die Premiumwährung in Goodgame Big Farm ist Gold, das wir naturgemäß nicht in gar so rauen Mengen hinterhergeworfen bekommen – aber doch hin und wieder. Gold können wir beispielsweise in Premium-Farmbedarf investieren oder nutzen, um Features frühzeitig freischalten. Nachschub an Gold müssen wir uns allerdings mit echtem Geld kaufen, sofern uns die geschenkten Taler nicht ausreichen. Das ist in diesem Spiel aber nicht unbedingt nötig, wenn wir etwas Geduld mitbringen.

Gegen Gold gibt's Premium-Waren für einen schnelleren Farmbetrieb.

Eine wichtige Rolle in Goodgame Big Farm spielen die Multiplayer-Funktionen. Wir können zwar auch als einsame Wölfe über die Felder ziehen, wirklich Spaß macht das Ganze aber eigentlich nur, wenn wir uns mit Freunden zusammentun, denn das eröffnet uns deutlich mehr Spielfunktionen. Wer keine soziale Ader hat und lieber alleine zockt, sollte sich vielleicht lieber ein anderes Browsergame aussuchen, Rising Cities zum Beispiel, da kommt man auch ohne Freunde prima voran.

Bündnisse finden leicht gemacht – Multiplayer haben mehr vom Spiel

Schon ziemlich zu Beginn besteht eine Quest darin, einem Bündnis beizutreten. Kein Problem, immerhin sind bestehende Bündnisse häufig auf der Suche nach Nachwuchs-Farmern. Wir schauen einfach mal in die Mehrspielerfunktionen im unteren Menü und klicken auf „Bündnis“. Nun können wir entweder ein Bündnis gründen oder wir suchen uns eins, bei dem wir uns bewerben. Wozu ist die Mitgliedschaft in einem Bündnis wichtig? Nun, erwähnenswert in dem Zusammenhang sind zum Beispiel sogenannte Bündnisprojekte. Das sind komplexere Quests, die wir gemeinsam mit unseren verbündeten Farmern angehen, wobei jeder seinen Beitrag leisten muss, um das Projekt zum Erfolg zu bringen. Am Ende winken Erfahrungspunkte, wenn wir ordentlich mit anpacken. In der Bündnis-Rangliste wird unsere Aktivität mit kleinen Schaufeln dargestellt. Je mehr Schaufeln, desto fleißiger der Landwirt. Um Bündnisprojekte aber überhaupt erst einmal in Angriff nehmen zu können, müssen wir vorab Sammelgegenstände zusammentragen, die wir bei unseren täglichen Aufgaben auf dem Bauernhof "finden". Auch hierbei ist Teamarbeit gefragt!

Ein Bündnis zu finden, ist kein Problem. Einfach eins aussuchen und bewerben.

Ein zweiter wichtiger Punkt sind die Forschungsprojekte, die wir starten, indem wir (und natürlich die anderen Bündnismitglieder) Geld in die Bündniskasse einzahlen. Erfolgreich abgeschlossene Forschungsprojekte bringen uns unter anderem zusätzliche Bündnisplätze ein, so dass wir mehr Leute dazu holen können.

Missionen für Einzelgänger sorgen für Abwechslung

Falls uns zwischendurch trotzdem mal langweilig wird, was bei den immer länger andauernden Ernte- und Produktionszeiten durchaus vorkommen kann, haben wir in Goodgame Big Farm aber auch die Möglichkeit, im Alleingang Missionen zu erledigen. Welche Missionen in absehbarer Zeit starten, erfahren wir, indem wir unten rechts auf das entsprechende Symbol klicken. Missionen sind Aufgaben, die anders als die regulären Quests, die am linken Bildschirmrand eingeblendet sind, innerhalb einer bestimmten Zeit erledigt werden müssen.

Wartezeiten überbrücken wir mit Missionen - für die wir uns aber erst einmal anmelden müssen. Ganz bürokratisch.

So eine Mission kann zum Beispiel darin bestehen, eine bestimmte Menge Gemüse zu ernten oder etwas zu verkaufen. Wir treten gegen andere Spieler an und stauben Belohnungen ab, wenn wir die Mission besser erledigen, wobei ein Matchmaking-System dafür sorgt, dass wir ungefähr gleichstarke Gegner bekommen.

Deko für die Landarbeiter – Immer auf die Stimmung achten!

Thema Spieltiefe: Hierbei punktet Goodgame Big Farm mit dem Umstand, dass wir nicht nur für eine ausreichende Produktion sorgen müssen, sondern auch dafür Sorge tragen, unsere Arbeiter auf der Farm zufriedenzustellen. Eine Stimmungsanzeige am oberen Bildschirmrand verrät uns, wie es um die Laune der Arbeiter bestellt ist. Rutscht die Anzeige in den negativen Bereich, dann sind die Leute unglücklich und arbeiten weniger produktiv. Diese Unzufriedenheit rührt daher, dass wir unseren Hof mit Produktionsstätten und Feldern bestücken. Klar, die brauchen wir natürlich, aber das reicht nicht aus. Wir müssen außerdem Deko-Gegenstände platzieren und mehr Wohnhäuser errichten, um die Stimmung der Arbeiter zu verbessern. Das Knifflige ist nun, eine Balance zu finden zwischen Gegenständen und Gebäuden, die der Wirtschaft gut tun, und Elementen, die dem allgemeinen Wohlbefinden zuträglich sind. Das ist gar nicht so einfach, schließlich haben wir nicht ohne Ende Platz. Geschicktes und vorausschauendes Bebauen ist daher enorm wichtig in Goodgame Big Farm.

Deko verbraucht zwar wichtige Bauplätze, ist aber gut für die Stimmung und damit auch für die Produktivität.

Abschließend noch ein paar Worte zum optischen und akustischen Eindruck: Die Bauernhof-Simulation von Goodgame Studios setzt auf niedliche, bunte Grafik, die immerhin realistischer daherkommt als zum Beispiel Farmerama. Leider können wir – im Gegensatz zu Bigpoints Farmspiel-Hit – nicht wirklich den Schauplatz wechseln, sondern schauen immer nur auf unsere Farm – beziehungsweise Farmen, denn im weiteren Spielverlauf eröffnen wir weitere Gutshöfe. Der Sound besteht in einem etwas biederen Jingle, der sich ständig wiederholt und nach einer Weile schon ein wenig an den Nerven zerrt. Hinzu kommen Geräusche, wenn wir etwas anklicken oder Belohnungen einsammeln. Auch diesen Effekt haben wir nach einiger Zeit auf "stumm" gesetzt, weil er nicht unbedingt zum stimmungsvollen Spielen beiträgt.

Immerhin: Wir können rein- und rauszommen. Ansonsten hält sich die Abwechslung in Grenzen.

Pro
Solide Umsetzung des Farm-Themas
Leichter Einstieg via Quest-Tutorial
Viele Mehrspieler-Funktionen, zum Beispiel Bündnisprojekte
Ausgewogenes Free-to-Play-Modell
Contra
Grafik und Sound recht eintönig
Nicht viel Abwechslung, immer gleiche Ansicht
Einzelspieler werden sich schnell langweilen
Wartezeiten doch recht lang, schon am Anfang

3.5/5 Sterne

Fazit

Das Rad neu erfunden haben die Entwickler von Goodgame Studios mit Goodgame Big Farm nicht, aber das ist ja auch nicht unbedingt notwendig, um ein Spiel anzubieten, das Spaß macht. Das tut es vor allem dann, wenn man mit anderen spielt, denn die Multiplayer-Funktionen machen den Reiz des Browsergames zu einem erheblichen Teil aus. Bündnisprojekte und gemeinsame Forschung tragen deutlich zur Langzeitmotivation bei. Natürlich ist es auch möglich, Goodgame Big Farm alleine zu spielen, dann entfallen eben einige wichtige Spieloptionen. Immerhin kommt etwas Tiefgang durch die Produktivitäts- und Zufriedenheitsanzeigen dazu. Wir müssen nicht nur die Produktion ankurbeln, sondern auch für gute Stimmung sorgen. Beide Aspekte kriegen wir nur unter einen Hut, indem wir platzsparend und vorausschauend bauen. Insgesamt vereint die Bauernhof-Simulation ein leichtes, altbekanntes Spielprinzip mit durchaus anspruchsvollen Elementen und spricht dadurch verschiedene Zielgruppen an.

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