Neverout: Blutiger Puzzlespaß für zwischendurch

Kennt noch jemand den Film Cube aus den 90er Jahren?

Damals musste eine wild zusammengewürfelte Truppe versuchen aus einem mit Fallen gespickten Würfelkomplex zu entkommen. Eine ähnliche Ausgangssituation bietet das Spiel Neverout, das jetzt für die Nintendo Switch erscheint und bereits seit einigen Wochen als VR-Titel für den PC erhältlich ist. Während das Spiel auf dem PC durchaus überzeugen kann, haben wir uns die Frage gestellt, ob das Ganze auch auf der Switch funktioniert.

Neverout Trailer:

Wer bin ich und was mache ich hier?

Stellt euch vor, ihr seid in einem Raum gefangen. Ihr wisst nicht warum. Ihr wisst nicht, wo ihr seid und ihr wisst nicht, was ihr eigentlich überhaupt tun sollt. Genau so gestaltet sich der Anfang von Neverout. Es wird rein gar nichts erklärt. Man startet direkt als Gefangener und muss entkommen. Wie, was und warum etwas funktioniert, müsst ihr schon selbst herausfinden. Eigentlich keine schlechte Idee, aber ein bisschen Hintergrundgeplänkel wäre schon nett gewesen. Vor allem eine kleine Einführung hätten wir uns gewünscht. Auf der anderen Seite wurde natürlich unsere Neugier geweckt. Werden wir im Verlauf des Abenteuers mehr erfahren? Ist es womöglich wie in Portal? Dort muss man ebenfalls die Augen offen halten, um zu erfahren, was eigentlich los ist.

Neverout - Screenshot 01

Eine sehr beklemmende Atmosphäre.

Reduziert auf das Wesentliche

Eines können wir euch schon verraten: Eine Hintergrundgeschichte gibt es nicht. Trotz der offensichtlichen Anleihen zum Film Cube konzentriert sich das Spiel voll und ganz auf den Puzzleaspekt. Alles andere spielt entweder nur eine untergeordnete Rolle oder ist gar nicht erst vorhanden. Also machen wir es wie die Protagonisten des Horrorstreifens. Wir versuchen einfach zu entkommen. Gespielt wird Neverout aus der Ego-Perspektive, was durchaus die klaustrophobische Stimmung des Spektakels unterstreicht. Besonders interessant ist dabei die Tatsache, dass die Entwickler eine etwas andere Art der Fortbewegung gewählt haben. Statt nämlich nahtlos und geschmeidig durch die kubischen Räume zu laufen, macht der Charakter immer einen Schritt nach dem anderem, genau abgestimmt auf die Bodenplatten der Umgebung. Zudem spielt die Schwerkraft eine besondere Rolle. Sie ist immer dort, wo sich die Füße des Charakters befinden. Demenstprechend kann man zu jeder Zeit zwischen Boden, Wand und Decke wandeln.

Neverout - Screenshot 02

Das ist einer der besagten Ausgänge.

Ein falscher Schritt bedeutet den Tod

Das ist mitunter notwendig, wenn sich der Ausgang eines Raumes beispielsweise an der Decke oder einer Wand befindet. Damit wären wir schon bei den Puzzleelementen, dem Hauptaugenmerk des Spiels. Durch geschicktes Wandeln zwischen Boden, Wand und Decke ergeben sich einige interessante Rätsel. Gleichzeitig erschweren bewegliche Kisten mit Stacheln, Portale oder auch Elektrozäune den Weg zum rettenden Ausgang. Sobald eines oder mehrere dieser Elemente in einem Raum auftauchen, wird es schnell brenzlig. Ein falscher Schritt kann den Tod bedeuten. Einmal nicht aufgepasst und zack ist man Matsch. Und wir können euch versichern, dass es mehr als einmal vorkommen wird, dass ihr das Zeitliche segnet. Leider nutzt sich die Mechanik ziemlich schnell ab, so dass man irgendwann immer wieder mit den gleichen Dingen konfrontiert wird ohne großartige Abwechslung.

Neverout - Screenshot 04

Das ist eines der Portal, die euch von einem Punkt im Raum zum nächsten bringen.

Fazit:
Neverout ist ein gelungenes Puzzlespiel, dem man die Herkunft aus dem VR-Bereich stark anmerkt. Mit einer VR-Brille ist das Spiel weitaus beeindruckender. Aber auch ohne virtuelle Realität lässt sich das Potenzial von Neverout erkennen. Schade nur, dass die Entwickler keinen Wert auf eine standesgemäße Inszenierung gelegt haben, um dem Spiel den „letzten Schliff“ zu verpassen, zumals sich die Spielmechanik während der mehr als 60 Levels schnell abnutzt. So bleibt unterm dem Strich ein kleines Puzzelspiel mit verschenkten Möglichkeiten. Für eine kurze Partie zwischendurch ist Neverout aber allemal ausreichend.

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