In Smoke and Sacrifice werden Kinder geopfert

Seitdem es kaum mehr mittelgroße Produktionen gibt, haben Indie-Games Hochkonjunktur. Doch selbst bei Indie-Games gibt es noch gewaltige Unterschiede.

Manche sind mehr, manche weniger ambitioniert. Eines haben sie aber meist gemeinsam: Die Entwickler stecken viel Herzblut und Enthusiamus in ihre Spiele. Das merkt man auch dem kürzlich angekündigten Titel Smoke and Sacrifice an. In diesem auf den ersten Blick „kleinen“ Game steckt so viel mehr als man vermuten würde, wie uns beim ersten Anspielen sofort aufgefallen ist. Bedenkt man dann auch die Größe des Entwicklerteams (gerade einmal vier Personen und ein externer Sounddesigner sind daran beteiligt.), ist das umso erstaunlicher.  

Smoke and Sacrifice

Smoke and Sacrifice

Smoke and Sacrifice erzählt die Geschichte der jungen Mutter Sachi, die ihr Erstgeborenes opfern musste, um die Welt weiterhin mit Sonnenlicht, dem Quell allen Lebens, zu versorgen. Doch sieben Jahre später plagt sie offensichtlich ihr schlechtes Gewissen und sie versucht, ihre Familie wieder zu vereinen. Keine leichte Aufgabe, denn dazu muss sie ihre bekannte Welt verlassen und in einer tödlichen, düsteren und rauchverseuchten Umgebung nach ihrem Nachwuchs suchen und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass sie selbst überlebt. Warum sie für diese Erkenntnis ganze sieben Jahre benötigt, wird nicht verraten. Aber wir sagen mal so: Lieber spät als gar nicht.

Dargestellt wird das Geschehen von Smoke and Sacrifice in einer isometrischen Perspektive, in der sich die Charaktere zwar frei bewegen können, aber dank ihrer optischen Erscheinung wirken wie putzig animierte Papierfiguren. Einen ähnlichen Stil kann man unter anderen in Spielen wie Don’t Starve oder Project Octopath Traveler bewundern. Das mag zwar nicht jedermanns Sache sein, aber diese liebevoll gezeichnete Grafik versprüht ihren ganz eigenen Charme. Die Atmosphäre ist irgendwo zwischen Tim Burton Filmen, Steampunk und Animes angesiedelt. Düster aber liebenswert.

Trailer:

Das Gameplay wiederum wurde von vielen anderen Genrevertretern inspiriert. Wer überleben will, muss sich anpassen, die Umgebung nutzen und die Mechaniken der Spielwelt verstehen. Zum Beispiel interagieren Tiere, Gegner und Charaktere nicht nur mit dem Spieler, sondern auch miteinander. Allerdings müssen wir festhalten, dass uns so ziemlich jeder und alles ans Leder will. Der Survival-Charakter wäre also geklärt. Irgendwann sind wir auf einen wilden Eber mit spitzen Stacheln gestoßen, einer der größeren und fieseren Gegner bei unserem Anspiel-Termin. Wie wir den besiegen, liegt bei uns. Entweder wir vertrauen auf unsere Fähigkeiten oder wir nutzen zusätzlich die Umgebung. Gesagt, getan. Um das fette Vieh wuselten kleine Schweineexemplare umher, die mit ihren Stacheln schießen können und ein paar verdörrte Bäume gab es ebenfalls. Was haben wir gemacht? Ganz einfach: Wir haben den Eber (oder war es doch die Mutter der Kleinen?) ein bisschen gereizt, bis das Tier in einer unglaublichen Geschwindigkeit auf uns zugerast kam. Ein beherzter Sprung zur Seite und das dicke Schwein hat nicht nur seinen Nachwuchs selbst plattgemacht, es ist mit voller Wucht gegen einen Baum gerannt. Zu unserem Glück hing dort sogar noch ein Wespennest dran, dessen Bewohner die Störung gar nicht prall fanden. Das waren also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die kleinen Viecher wurden zu Matsch getrampelt und die Wespen haben den Eber mit fiesen Stichen vergiftet. So war der restliche Kampf ein Kinderspiel.

Smoke and Sacrifice

Smoke and Sacrifice

Genau diese Zusammenspiel unterschiedlicher Elemente zieht sich durch das gesamte Spiel. Während unseres Termins gab es keinen Kampf, der sich nur auf eine Variante hat lösen lassen. Doch Smoke and Sacrifice besteht nicht nur aus Kämpfen. Um in der tödlichen Welt zu überleben, sind noch weitere Dinge von essenzieller Bedeutung. Werkzeuge müssen zusammengebaut werden und immer wieder kommt es zur sogenannten Smoke-Time, vergleichbar mit einem Tag-Nacht-Rhythmus. Dann hüllt sich die Umgebung in einen alles vernichtenden Rauch, dem wir anfangs nur mit einer kleinen Laterne begegnen können, um nicht zu sterben. Später wird es noch weitere Items geben, die uns davor schützen. Daneben müssen für die zahlreichen Charaktere kleinere Aufgaben erfüllen, Waffen verbessern, Unmengen an Zeug einsammeln, Nahrung zubereiten und natürlich die Welt weiter erkunden. Glücklicherweise gibt es verschiedene Teleportationsröhren, die uns von einem Punkt zum nächsten befördern. Das spart nicht nur Zeit, man entgeht dabei auch zahlreichen Gegnern. Ist man nämlich nicht auf der Suche nach irgendeiner Beute, ist diese Art zu reisen deutlich sicherer. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken, aber dazu hat der kurze Besuch der Entwickler leider nicht ausgereicht.

Erster Eindruck:
Smoke and Sacrifice ist ein extrem ambitioniertes Projekt und es macht eine Menge Spaß, wenn man sich auf den Grafikstil einlässt. Die Geschichte um die Mutter, die ihr Kind opfern musste, ist herzerweichend und mysteriös zugleich. Warum muss ein Kind geopfert werden, damit der Sonnenbaum weiter strahlt? Woher kommt der namensgebende Rauch und weshalb benötigen die Bewohner in der „Parallelwelt“ Hilfe? Fragen über Fragen, die wir erst mit der finalen Version beantworten können. Abseits davon weiß auch das Gameplay zu überzeugen. Die Welt wirkt trotz ihrer morbiden Atmosphäre lebendig und Anleihen von Games wie Don’t Starve und The Legend of Zelda: Breath of the Wild sind unverkennbar. Dennoch besitzt Smoke and Sacrifice eine eigene Persönlichkeit. Lediglich an einigen Komfortelementen müssen die Entwickler noch arbeiten. Manchmal sind Aufgabenstellungen etwas zu obskur und das Menü dürfte gerne benutzerfreundlicher sein. Bis zum Release des Spiels haben die Macher aus London aber noch ein bisschen Zeit. Smoke and Sacrifice erscheint irgendwann in diesem Jahr für alle drei Konsolen und den PC.

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