Die besten Momente in Spielen

Manchmal sind es einzelne Momente in Spielen, in die wir uns verlieben. Wir stellen euch sieben unserer Favoriten vor.

Videospiele sind stets als Gesamtkunstwerke zu betrachten. Doch manchmal sind es einzelne Momente, die uns so begeistern, dass sie einen Titel erst zu dem besonderen Erlebnis machen, als das wir ihn empfunden haben – oder sie sind das Sahnehäubchen auf dem sowieso schon sehr leckeren Videospielkuchen. Wir haben uns sieben einzelne Momente aus ganz unterschiedlichen Spielen herausgesucht, die wir über alles lieben. Klar, es gibt noch viel mehr tolle Szenen, aber wer weiß: Vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung dieses Artikels. Außerdem haben wir ein paar tolle Momente schon in unseren Specials zu den traurigsten und lustigsten Videospielen angesprochen. Falls ihr also etwa das Ableben von Aeris aus Final Fantasy 7 oder den Auftritt vom „Great Mighty Poo“ aus Conker’s Bad Fur Day vermisst, verweisen wir euch auf jene Artikel. Da wir uns in diesem Special hier nicht wiederholen wollten, haben wir uns für sieben andere Momente entschieden. Achtung: Spoiler sind an dieser Stelle nicht zu vermeiden.

BioShock – Willkommen in Rapture!

Wir beginnen unsere Liste passenderweise mit dem Anfang eines Spiels – und vermutlich einem der besten Einstiege in ein Videospiel, die es jemals gab. Bioshock ist ja allgemein ein ganz besonderes Spiel. Der Ego-Shooter gilt nicht umsonst als moderner Klassiker. Vor allem die Atmosphäre ist fantastisch und das von Beginn an. Unser Hauptcharakter ist der einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes mitten über dem Atlantik. Zufälligerweise stürzt die Maschine direkt neben einem einsamen Leuchtturm auf einem kleinen Eiland ab.

Wir gehen in den Turm, entdecken eine Tauchglocke, betreten sie und werden in die Tiefe des Meeres gebracht. Währenddessen geht das Licht aus und ein Projektor spielt einen kurzen Film ab, in dem uns Andrew Ryan eine kleine Einführung in sein großes Projekt gibt: Rapture. Plötzlich weicht die Leinwand, wir schauen durch das Fenster unseres Fortbewegungsmittels und erhaschen den ersten Blick auf jene Unterwasserstadt, die als ein Utopia gedacht war. Dieser Moment ist uns bis heute im Gedächtnis geblieben. Er ist mit fantastischer Musik unterlegt, wir sehen in einem Gang einen Big Daddy seine Arbeit verrichten, während ein Buckelwal durch die Häuserschluchten schwimmt. 

Ebenfalls sollten wir den starken Kontrast erwähnen, der in dieser Szene dargestellt wird. Von außen wirkt Rapture wie eine prunkvolle Stadt und Andrew Ryan erzählt im Off-Text auch von seinem Vorhaben, den Künstlern einen Ort zu bieten, an dem sie keine Zensur zu fürchten haben, und Wissenschaftler ungestört arbeiten können. Doch sobald wir das erste Gebäude betreten, bekommen wir das wahre Gesicht von Rapture zu sehen: eine düstere, im Chaos versunkene Stadt, in der die Gewalt die erste Geige spielt. Unser Begrüßungskomitee ist ein Splicer, jemand, der von der Droge Adam abhängig ist, und einen anderen Menschen kaltblütig ermordet. Tja, willkommen in Rapture!

Portal – „The cake is a lie“

Gäbe es eine Auszeichnung für das perfekte Spiel, Portal hätte große Chancen darauf. Das Puzzlespiel mag nur zwei bis drei Stunden lang sein, aber die sind so rund und stecken so voller genial designter Rätsel, dass der geringe Umfang überhaupt nichts ausmacht (zumal der Titel damals nur eines von mehreren Spielen in der Orange Box war, die in Sachen Preis-/Leistungsverhältnis eh nicht zu schlagen war). Und dann bescherte es uns auch noch einen so großartigen Moment am Ende.

Nach dem finalen Kampf gegen Computer GLaDOS, in dem es der Heldin Chell vermeintlich gelingt, die Maschine zu zerstören, singt der ein Lied zum Abschied, während der Abspann von Portal beginnt. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass es das beste Videospiel-Outro überhaupt ist. Der Song namens „Still Alive“ ist so witzig und schließt das kurze Abenteuer auf dem Forschungsgelände von Aperture Science auf eine sehr schöne Art und Weise ab. Zudem enthält er noch eine Anspielung auf Half-Life, was ein weiterer Hinweis darauf ist, dass der Ego-Shooter und Portal im selben Universum spielen.

WarCraft 3: Reign of Chaos – Ein Held betritt den dunklen Pfad

Zugegeben: Bei WarCraft 3: Reign of Chaos greifen wir eigentlich keinen einzelnen Moment, sondern einen ganzen Level heraus. Aber der ist in dreifacher Hinsicht so gut, dass wir ihn nicht außenvorlassen konnten. Die Rede ist vom sechsten Kapitel der Menschenkampagne namens „Die Auswahl“. Hier verschlägt es Prinz Arthas, den jungen Helden des Königreichs Lordaeron, in die Stadt Stratholme. Deren Bewohner sind mit einer Seuche infiziert, die sie nach dem Tod zu Untoten und damit willenlosen Sklaven des Lichkönigs macht. Die scheinbar einzige Möglichkeit zu verhindern, dass alle Stratholmer Teil der Armee der Geißel werden: Sie müssen abgeschlachtet werden.

Grund Nummer 1, warum diese Mission des Strategiespiels WarCraft 3: Reign of Chaos so besonders ist: Sie ist klasse designt und spielerisch herausfordernd. Zwar sind die Bewohner der Stadt wehrlos, sie zu besiegen ist also kein Problem für Arthas und seine Truppen. Doch die Menschen befinden sich in einem Wettrennen mit der Geißel, die ebenfalls dabei ist, die Leute zu töten, um sie dann als Untote in ihre Armee aufzunehmen. Zugleich attackieren die Bösen unsere Basis und wenn die fällt, darf neu geladen werden. 

Grund Nummer 2: Das Massaker in Stratholme ist der Wendepunkt im Leben von Arthas. Sein Lehrmeister, der Paladin Uther, ist entsetzt vom Vorhaben des Prinzen und wendet sich von ihm ab, genau wie die Magierin Jaina. In diesem Moment beginnt aus dem strahlenden, edlen Helden Arthas das komplette Gegenteil zu werden. Im späteren Verlauf von WarCraft 3: Reign of Chaos bestätigt sich das, denn sobald er das verfluchte Schwert Frostgram in die Hand nimmt, verfällt er der Macht des Lichkönigs und wird dessen erster Todesritter. 

Grund Nummer 3: Die Mission „Die Auswahl“ schafft es, dass wir uns als Spieler total unwohl fühlen. Ganz sicherlich wollen wir die unschuldigen Bewohner von Stratholme nicht umbringen, aber wir müssen es tun, weil das Spiel es von uns verlangt. Selten hat WarCraft 3: Reign of Chaos für einen solch dicken Kloß im Hals gesorgt wie in diesem Kapitel.

Knights of the Old Republic – Der große Twist

BioWare hat mit den „Baldurs Gate“-Spielen und Neverwinter Nights sicherlich Klassiker des Rollenspielgenres geschaffen, aber bei einer breiteren Masse machte das kanadische Entwicklerstudio erst mit Knights of the Old Republic auf sich aufmerksam. Zum ersten Mal bekamen wir ein richtig gutes RPG im „Star Wars“-Universum serviert. Damit BioWare aber möglichst viele inhaltliche Freiheiten hatte, entschied man sich dazu, die Handlung Tausende Jahre vor den Ereignissen der Kinofilme stattfinden zu lassen.

Das offenbarte sich als großer Coup: Knights of the Old Republic war eines der besten Rollenspiele seiner Zeit. Und das lag nicht nur an der tollen Atmosphäre, sondern auch an der fantastischen Story, dessen großer Twist am Ende wahrlich Eindruck hinterlassen hat. Nachdem wir in etlichen Stunden zum Jedi ausgebildet wurden und alles versucht haben, um den bösen Sith-Lord Darth Malak zu stoppen, offenbart uns jener Schurke im Finale, dass wir sein alter Meister Darth Revan sind. Wir wurden einst von den Jedi besiegt, die uns daraufhin unsere Erinnerungen nahmen, damit wir unsere Kräfte für das Gute einsetzen. BioWare-typisch folgt in Knights of the Old Republic auf diesen Twist eine moralische Entscheidung: Bleiben wir ein Held auf der hellen Seite der Macht oder wechseln wir auf die dunkle? Das Schöne daran: Die Wendung war nicht vorhersehbar, riss aber auch keine großen Logiklücken auf.

Metal Gear Solid – „Du magst Castlevania, wie?“

Die „Metal Gear Solid“-Reihe hat viele brillante Momente zu bieten. Wenn wir aber einen herauspicken müssten, dann wäre es der Kampf gegen Psycho Mantis aus dem ersten Teil. Die Begegnung mit dem FOXHOUND-Mitglied, das die Gedanken anderer lesen kann, ist eine ganz besondere, weil das Spiel hier die vierte Wand durchbricht. Plötzlich spricht unser Feind nicht mit dem Helden Solid Snake, sondern zu uns und sagt Dinge wie: „Du spielst gerne Konami-Spiele.“ Auf der PlayStation las Metal Gear Solid damals die Speicherkarte aus und wenn sich auf ihr Spielstände anderer Titel des japanischen Publishers befanden, dann erkannte die Software das und ließ Psycho Mantis die entsprechenden Sätze aufsagen.

Doch es ging noch weiter: Während des Bosskampfes stellten wir damals fest, dass wir keine Chance gegen den Schurken hatten. Er schien jeden unserer Schritte vorherzusehen, weshalb wir ihm nicht schaden konnten. Klar, Psycho Mantis las unsere Gedanken auch während des Kampfes. Die Lösung des Problems: Wir mussten unseren Controller umstöpseln. Erst dann waren wir in der Lage, unseren Gegner zu verletzen. Dieser Moment ist wohl einer der ikonischsten in der Videospielgeschichte.

Red Dead Redemption – Auf nach Mexiko!

Wir haben in unserem Special zu den traurigsten Videospielen schon Red Dead Redemption behandelt. Da ging es aber um die finalen Stunden des Open-World-Spiels von Rockstar Games. Der Moment, den wir für diesen Artikel herausgepickt haben, befindet sich hingegen in der Mitte der Geschichte rund um John Marston. Sind wir in den ersten Stunden noch im Süden der USA unterwegs, geht es später nach Mexiko. Das Nachbarland im Süden ist anfangs noch nicht zugänglich. Haben wir jedoch einen bestimmten Fortschritt in der Story erreicht, dürfen wir mit einer Fähre über den großen Fluss übersetzen, der beide Länder in Red Dead Redemption in jener Region trennt.

Kaum sind wir auf der anderen Seite des Gewässers angekommen und losgeritten, fängt im Hintergrund Musik an zu spielen. Wir hören den Song „Far Away“ von Jose Gonzales: ein ruhiges Stück mit sanften Gitarrenklängen und der schönen Stimme des schwedischen Sängers und Songwriters mit argentinischen Wurzeln (der übrigens auch auf dem Soundtrack von Life is Strange zu hören ist). Dieser Moment ist einfach nur wunderschön. Das Lied passt sehr gut zur Szene – genau aufgrund der musikalischen Untermalung hat sich der Moment in unser Hirn gebrannt.

The Last of Us – Giraffe streicheln, yeah!

The Last of Us ist ein hartes Spiel. Es ist brutal, es zeichnet eine unwirtliche Welt, in der ein Virus den Großteil der Menschheit dahingerafft beziehungsweise in Zombie-artige Kreaturen verwandelt hat. Platz für Humor gibt es hier so gut wie gar nicht, schöne Momente erleben die Charaktere nur äußerst selten. Aber wenn sie passieren, dann wirken sie umso besser. Der eine Moment, in den wir uns verliebt haben, ist die Giraffenszene. Wer The Last of Us nicht gespielt hat, der wird sich nun fragen: „Hä? Was machen denn Giraffen in dem Zombiespiel?“ Aber wer die Szene kennt, wird nachvollziehen können, warum wir sie für diesen Artikel ausgewählt haben.

Die beiden Protagonisten Joel und Ellie erleben in The Last of Us so viel Schlechtes, sind ständig in Lebensgefahr, verlieren Wegbegleiter und befinden sich zudem noch auf einem äußerst beschwerlichen Weg. Doch so hart das Spiel ist, so schön sind die Momente der Ruhe. Der mit den Giraffen ist der mit Abstand beste. Joel und Ellie sind in einer Schule unterwegs. Plötzlich sieht das Mädchen etwas. Wir, die den Aufpasser spielen, bekommen zunächst nicht mit, was die junge Dame gesehen hat. Sie sagt nur: „Komm, das musst du sehen!“ und läuft los, wir hinterher. Dann erblicken wir eine Giraffe, die am Laub knabbert, das in dem ersten Stock des verfallenen Schulgebäudes gewachsen ist. Joel nähert sich dem Tier und streichelt es, worauf es ihm Ellie gleichtut. Kurze Zeit später erhaschen wir einen Blick auf die gesamte Herde, die durch die Stadt zieht. Dieser kleine Moment der Freude ist einfach nur magisch. Für einen kurzen Augenblick schieben die Helden alles beiseite, was sie bedrückt – und auch wir als Spieler erfreuen uns an der Schönheit der Giraffen, bevor wir es dann wieder mit bösen Menschen und Infizierten zu tun bekommen.

The Legend of Zelda: Ocarina of Time – Her mit dem Master-Schwert!

Wir können keine Liste der besten Videospielmomente zusammenstellen und dabei The Legend of Zelda: Ocarina of Time außenvorlassen. Das Action-Adventure der N64-Ära ist für viele, die in den Neunzigern aufgewachsen sind (und auch Zocker älteren Semesters) eines der besten Spiele aller Zeiten. Und gerade diejenigen, die den Titel damals noch mit Kinderaugen betrachtet haben, werden uns garantiert zustimmen, wenn wir sagen: Der Moment, in dem Link das Master-Schwert bekommt, ist einfach legendär!

Nach vielen Stunden kommen wir mit Link in die Kathedrale der Zeit. Dort spielen wir eine bestimmte Melodie mit unserer Okarina, woraufhin sich eine Tür öffnet. Dahinter verbirgt sich eine Kammer und in deren Mitte steht ein Stein, in dem das Master-Schwert steckt – die mächtigste Waffe in The Legend of Zelda: Ocarina of Time und die ikonische Klinge von Link. Nicht nur, weil die Szene an die Arthus-Legende erinnert, der ein Schwert aus einem Stein zieht und dann zum König gekrönt wird, ist sie also so besonders.

Call of Duty 4: Modern Warfare – Ein gewaltiger Knall

Für den Abschluss dieses Specials haben wir uns ein Spiel ausgesucht, das mit genialen Momenten so vollgestopft ist wie kaum ein anderes. Call of Duty 4: Modern Warfare ist nicht nur der beste Teil der Reihe, sondern auch einer der besten Ego-Shooter aller Zeiten. Es hat nicht nur in Sachen Multiplayer neue Maßstäbe gesetzt, sondern auch die beste Kampagne der „Call of Duty“-Reihe. Sie ist kurzweilig, grandios inszeniert und bietet diverse fantastische Elemente, die uns richtig stark ins Spiel hineinziehen. Da wäre der Anfang, in dem wir den Präsidenten eines Nahoststaates spielen, der zum Schafott geführt und dann exekutiert wird. Oder die Mission auf dem untergehenden Tanker. Oder die fantastische Schleichmission in Tschernobyl. Die Szene, die auf uns jedoch am meisten Eindruck gemacht hat, ist die mit der Atombombe.

In der Mitte des Spiels kämpfen wir als US-Soldat in einer Stadt im Nahen Osten. Zu Beginn hocken wir noch in einem Helikopter und ballern mit einem schweren Maschinengewehr aus der Luft auf die Terroristen am Boden. Das ist spielerisch nicht anspruchsvoll, soll es aber auch nicht sein. Schließlich möchte Call of Duty 4: Modern Warfare, dass wir uns in diesem Moment übermächtig fühlen. Auch beim darauffolgenden Bodenkampf verläuft alles nach Plan, bis wir erneut mit den Hubschraubern abheben. Ein zweiter Helikopter wird in der Szene getroffen und stürzt ab, wir sollen einen Überlebenden aus der Stadt holen. Das gelingt uns zwar, doch während wir dann mit unserem Fluggefährt den Rückzug antreten wollen, explodiert in der Stadt eine Atombombe. 

Die Druckwelle erwischt unseren Hubschrauber, wir stürzen ab und nach einer kurzen Zwischensequenz erwachen wir in dem Wrack, kriechen hinaus, erblicken die zerstörte Stadt, finden Kameraden, die vor unseren Augen sterben und sacken anschließend selbst aufgrund unserer Verletzungen und der starken Radioaktivität zu Boden und sterben. Das Ganze ist keine Cutscene, sondern wir steuern unseren Charakter aktiv vom Helikopter bis hin zu dem Fleckchen Erde, auf dem er aus dem Leben scheidet. Dieser Level nimmt uns mit, er macht uns fassungslos. Am Anfang suggeriert uns Call of Duty 4: Modern Warfare, Teil der übermächtigen US-Armee zu sein, die im Nahen Osten aufräumt. Am Ende werden all unsere Kameraden und wir selbst durch einen bestialischen Akt der Terroristen ausgelöscht. Schade, dass Call of Duty solche Momente nie wieder hat kreieren können, aber dadurch ist das erste Modern Warfare erst auf dieses hohe Podest gehoben worden, auf dem es bis heute steht – zurecht!

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