FIFA 19: Kartenchancen in „Ultimate Team“ werden offengelegt

In FIFA 19 wird nicht mehr geheimgehalten, wie hoch die Chancen sind, bestimmte Karten in "Ultimate Team" zu bekommen.

Lootboxen haben schon vor ein paar Jahren in Videospielen Einzug gehalten. Doch erst 2017 begannen auch Politiker über dieses Thema zu diskutieren. Der Auslöser davon war der Ego-Shooter Star Wars: Battlefront 2. Vor allem in Belgien wurde das zu einem Problem für die Hersteller. Die Glücksspielkommission des Landes nahm diverse Titel ins Visier, unter anderem FIFA 18. Das Fußballspiel verstoße mit seinem „Ultimate Team“-Modus laut der Behörde gegen die belgischen Glücksspielgesetze. Bei FIFA 19 wolle EA darauf reagieren, indem man offenlegt, mit welcher Wahrscheinlichkeit Karten in den Booster-Packs enthalten sind.

Das teilte Daryl Holt, der Vizepräsident und Chief Operating Officer von EA Sports, den Kollegen von Eurogamer während der Gamelab-Konferenz in Barcelona mit. „Wenn du bei ‚Ultimate Team‘ ein Paket kaufst, weißt du, was du bekommst“, so Holt. Das gilt sogar in Ansätzen schon für die vergangenen FIFA-Teile. Schließlich bekommt ihr zum Beispiel bei Gold-Packungen mitgeteilt, dass sie zwölf Karten enthalten, dass es teilweise Spieler und teilweise Verbrauchsgegenstände sowie mindestens zehn goldene und eine seltene Karte sind. Ab FIFA 19 sollen die Angaben noch detaillierter ausfallen, so dass ihr genau wisst, wie hoch die Chance ist, eine bestimmte Karte aus einem Booster-Pack zu ziehen.

EA wolle auf Pay-to-Win verzichten – mit einer Ausnahme

Diese Neuigkeit folgt auf eine Aussage von EAs Chief Design Officer Patrick Söderlund, laut dem der Publisher künftig auf jegliche Form von Pay-to-Win-Mechaniken verzichten wolle – mit Ausnahme des „Ultimate Team“-Modus. In einem Interview mit GamesIndustry.biz hatte der Schwede gesagt, dass Fairness die Nummer-1-Priorität sei: „Es sollte eine faire Wirtschaft im Spiel geben, so dass du nicht fürs Gewinnen bezahlen kannst.“ Stattdessen sollen sich Mikrotransaktionen auf kosmetische Dinge beschränken. 

Warum wird das nicht auch bei FIFA und seinem „Ultimate Team“-Modus so gehandhabt? Söderlund sagte hierzu, dass man "Ultimate Team" eben als einen Modus in einem sehr umfangreichen Spiel betrachten solle. „Wenn du 60 US-Dollar für FIFA bezahlst, bekommst du ein gigantisches Spiel mit einer Einzelspielerkampagne, mit Online-Matches und -Turnieren und vielen kostenlosen Updates.“ Man könne selber entscheiden, ob man nun „Ultimate Team“ spielen will oder nicht. 

FIFA 18 - Christiano Ronaldo in "Ultimate Team"

Damit ihr aus einer Packung einen Spieler wie Christiano Ronaldo zieht, ist viel Glück nötig.

Letztendlich wäre EA ziemlich blöd, wenn man bei „Ultimate Team“ auf den Verkauf von Münzen, mit denen ihr euch Kartenpackungen holen könnt, verzichten würde. Denn allein damit macht der Publisher Hunderte Millionen US-Dollar Umsatz im Jahr. Und das, was Söderlund sagt, stimmt ja auch: Wer ein FIFA kauft, erhält eine große Bandbreite an Spielmodi. Nicht jeder FIFA-Fan spielt „Ultimate Team“. Und die, die es tun, scheinen sich an der Monetarisierung nicht zu stören, greifen vielleicht selber oft genug zur Kreditkarte, um das Münzkonto aufzustocken. 

Insgesamt scheinen der Shitstorm des vergangenen Jahres und die Aktivitäten von Politikern und Glücksspielkommissionen EA zum Umdenken gebracht zu haben. Das ist etwas Gutes. Der Konzern muss aber auch zeigen, dass er nun an dem festhalten wird, was Söderlund gesagt hat. Und wenn man bei „Ultimate Team“ schon nicht auf die Pay-to-Win-Mechanik verzichtet, ist es immerhin gut, dass ihr ab FIFA 19 sehen werdet, wie hoch die Chance ausfällt, einen Christiano Ronaldo oder Lionel Messi aus einer Kartenpackung zu ziehen.

Quelle: Eurogamer / GamesIndustry.biz
 

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