Tokyo Game Show 2017: Das verrückteste Nerd-Essen aus Fernost!

Autor: Björn Rohwer

Einfach nur Chips vor dem Fernseher? Nerdige Gamer-Snacks können doch so viel kreativer sein – insbesondere, wenn man in Japan wohnt! Bei meinem Besuch der Tokyo Game Show stand vom süßen Hadouken über Algen-Pikachus bis zu schleimiger Resident-Evil-Suppe so einiges auf dem Speiseplan.

Welch ein Auftrag – neben der Suche nach Kuriositäten durfte ich mich für euch einmal quer durch die japanische Küche futtern. Einzige Bedingung: Meine Mahlzeit musste etwas mit Gaming zu tun haben! Wer hatte auf der Tokyo Game Show das coolste Nerd-Essen? Welche Adressen sollten sich Gamer bei ihrem Besuch in Tokyo sonst noch merken? Und habe ich nach zwei Wochen voller Videospiel-Futter jetzt einen Zuckerschock?

Print Cookies – sogar in 3D

Wahnsinnig beliebt sind in Japan die sogenannten Print Cookies. Im Grunde sind es ganz einfache Mürbeteigkekse, auf denen die unterschiedlichsten Motive zu sehen sind. Jeder Merchandise-Stand der Tokyo Game Show hatte eigene – es gab sogar offizielle Kekse mit dem Messe-Logo! Verrückt: Noch vor allem anderen, war die Keksschachtel für knapp 15 Euro das erste ausverkaufte Merchandise im offiziellen TGS-Shop! Die coolsten bedruckten Kekse habe ich dann aber in der VR Zone Shinjuku gefunden. Der Ort, in dem ihr unter anderem die VR-Version von Mario Kart anspielen könnt, verkauft tatsächlich 3D-Pacman-Kekse mitsamt Brille. Eigentlich schon zu schade, um sie zu essen.

Kuzumochi Hadouken!

Ihr mögt es noch süßer? Die größte Süßigkeitenvielfalt der Tokyo Game Show konnten Gamer am Capcom-Stand finden. Neben Print-Cookies zu Monster Hunter und Co waren hier gerade die Mega-Man-Bonbons sehr beliebt. Ob Mega Man so verzerrt guckt, weil er die Geschmacksrichtung Zitrone abbekommen hat? Richtig traditionell können Street-Fighter-Fans naschen. Kleine Hadouken werden hier in Form der japanischen Süßigkeit Kuzumochi verkauft. Hier aber nicht sofort die Schachtel aufreißen – gekühlt schmecken sie viel besser!

Der Pikachu-Trick

Wie perfide die Japaner ihre Kinder austricksen:

Gleich im ersten Getränkeautomaten am Hauptbahnhof Tokyo grinste mir ein fröhliches Pikachu entgegen. Klar, dass jedes Kind unbedingt die Flasche mit dem knuffigen Pokémon haben möchte. Haben die Eltern ihrem quengelnden Anhängsel den Wunsch erfüllt, kommt beim ersten Schluck die Überraschung: Das ist ja Karottensaft! Besser kann man einem Kind wohl gesundes Essen nicht unterjubeln.

Zum Dinner bei den Bakers

Apropos gesund – als „gesundes Kräutercurry“ wurde auch dieses Resident-Evil-Schmankerl betitelt. So wirklich gesund sieht die Abbildung auf der Verpackung aber nicht aus. Sich freiwillig eine Fertigsuppe zu kaufen, die nur als neon-grüner Schleim mit Klümpchen dargestellt wird? So verrückt können nur japanische Gamer sein! Und ich… Da mir auf meinem Hotelzimmer die Küche fehlte, konnte ich die Resident-Evil-7-Gedächtnissuppe aber leider noch nicht kosten. Ein Geschmacksfazit liefere ich schnellstmöglich nach!

Alles wird besser mit Pokémon!

Abseits der Tokyo Game Show gibt es natürlich auch andere Anlaufstellen für cooles Gamer-Essen – zum Beispiel die verschiedenen Pokémon Center. Hier findet ihr gleich mehrere Regale mit den verschiedensten Mahlzeiten und Süßigkeiten im Pokémon-Design. Natürlich gibt es Bonbons, Kekse und Schokolade, aber viel spannender sind die herzhaften Dinge! Ob Algen-Plättchen im Pokémon Design, öliger Matcha-Zwieback (sehr lecker!) oder Fertignudeln mit kleinen Pikachu-Gesichtern – wer hier nichts für seinen Geschmack findet, ist selber Schuld.

Tausendundeine Süßigkeit im Disneyland

Ihr wollt eine noch größere Auswahl an nerdigem Essen? Dann bleibt nur noch die Reise ins Disneyland Tokyo! In zahlreichen Geschäften werdet ihr über das komplette Parkgelände verstreut von Leckereien regelrecht erschlagen. Reiscracker in Entenform, riesige Zuckerkürbisse mit Mäuseohren, eigene Tee- und Kaffeesorten oder Pralinen in jeglichen Formen und Geschmacksrichtungen – es ist nur eine winzige Auswahl aus den tausenden Produkten. Ich hab mich am Ende für die Milchtee-Pralinen entschieden – schmeckt nicht nur traditionell japanisch, sondern kommt auch mit einer schicken Metallbox daher, die auch nach dem Naschen noch erhalten bleibt.

Für den feinen Square-Enix-Fan

Wer dieses ganze Fertigessen nicht mehr sehen kann, muss nicht auf seine Nerd-Mahlzeit verzichten. Hinter dem beeindruckend großen Hauptquartier von Square Enix kann sich der feine Gamer von heute im Artnia stärken. Das Café punktet neben einigen „normalen“ Gerichten vor allen Dingen bei den ausgefallenen Nachspeisen und Cocktails! Die großen Hits sind hier Pancakes in Form des Slimes aus Dragon Quest oder mit anderen eingebrannten Square-Enix-Motiven – so beliebt, dass sie bei meiner Ankunft schon ausverkauft waren. Meine Ausweichkombination, der High-Potion (ein Cocktail aus Ginger-Ale, Limonen, Minze und Honig) und das Matcha-Parfait mit Yuffies Schoko-Wurfstern, zählten dann aber zu den besten Leckereien des ganzen Tokyo-Trips.

Game & Drink mit Capcom

Ebenfalls in Shinjuku, aber mitten im Trubel des Partyviertels findet ihr als Alternative die offizielle Capcom-Bar. Im Erdgeschoss des Pasela Resorts könnt ihr nicht nur Drinks und Speisen mit Gaming-Themen verdrücken, sondern nebenbei auch die aktuellsten Capcom-Hits spielen. Selbst eine VR-Station mit Resident Evil 7 wurde aufgebaut! Wo kann man schon an der Theke sitzen und bekommt vom Barkeeper zum Drink den Controller für eine Runde Street Fighter gereicht? Auch wenn die Getränkekarte selbstverständlich umfangreicher ist, gibt es in der Capcom-Bar auch eine beeindruckende Essensauswahl! Ob mit dem blutigen Hirn á la Resident Evil, der Ace-Attorney-Pizza mit „Einspruch!“-Sprechblasen oder dem Devil-May-Cry-Dessert mit Schoko-Waffen – hier werdet ihr auch satt!

Bonusrunde: Fantamon Go!

Eigentlich hat sie auf dem ersten Blick gar keinen Videospielbezug, aber fesselt wie Pokémon Go – die Jagd nach neuen Fanta-Sorten. Während im Rest der Welt mal vier oder fünf Geschmacksrichtungen gleichzeitig auf dem Markt sind, können Japaner aus NEUNZIG verschiedenen Sorten wählen. Es reicht aber nicht einfach in den nächsten Laden zu wandern und euch eure Lieblings-Fanta zu greifen! Einige Sorten gibt es einfach im Supermarkt, manche werden aber auch nur in den über Tokyo verstreuten Getränkeautomaten an der Straße verkauft. Schnell hab ich mir angewöhnt, im Vorbeigehen immer einen Blick in den Automaten zu riskieren. Wie hätte ich sonst in der kleinen Seitenstraße in Shibuya auf Fanta Kiwi stoßen können? Solch ein Sammelfieber hatte ich das letzte Mal bei Pokémon Go – kein Wunder, dass die Taschenmonster auch in Japan ihren Ursprung hatten!

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