2018 – Eine emotionale Achterbahnfahrt

Wir befinden uns kurz vor dem Jahreswechsel und das ist für Redaktionen, uns eingeschlossen, die Zeit, die Spiele des Jahres zu küren und viele andere Toplisten zu veröffentlichen. 

In diesem Jahr möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und unseren Jahresrückblick etwas anders gestalten. Natürlich veröffentlichen wir auch unsere und vor allem meine persönlichen Spiele-Highlights und einige Toplisten, aber erst später. Wie einige von euch vielleicht gemerkt haben, haben wir intern einige Dinge geändert. Liveshows und eigene Videoinhalte gibt es vorerst nicht mehr, dafür haben wir uns wieder auf das Kerngeschäft konzentriert und uns verstärkt Texten und Artikeln gewidmet.

Ein paar persönliche Worte...

Ein paar persönliche Worte...

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

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Professionell? Können wir!

In Zeiten von Videoinhalten aller Arten ist das nicht unbedingt trendig, aber es macht verdammt viel Spaß und ich hoffe, das merkt man meinem Team und mir auch an. Wenn wir keine Freude bei der Arbeit haben, aus welchen Gründen auch immer, wirkt sich das selbstverständlich auf die Qualität der Berichterstattung aus. Aber wenn ich die letzten Wochen einmal Revue passieren lasse, dann bin ich verdammt stolz auf das Team und welche Art von Texten sie zu Papier beziehungsweise auf den Bildschirm gebracht haben. Dabei sah es Anfang des Jahres nicht wirklich danach aus. Im März ereilte uns ein Shitstorm, wie wir ihn selbst nie erwartet hätten. Auf die Gründe, wie die ganze Sache zustande kam, will ich gar nicht eingehen. Es ist schlichtweg passiert. Ich gebe an dieser Stelle nur eines zu bedenken. Egal, von welcher Seite man die Situation betrachtet, es stehen immer noch Menschen hinter einem solchen Projekt, in unserem Fall sehr leidenschaftliche Individuen. Und das vergessen viele. Wenn man nun aus allen Richtungen, streckenweise über Wochen, angefeindet wird, geht das merklich an die Substanz. Es gab durchaus Tage, an denen ich keine große Lust hatte, unsere Social Media Kanäle aufzurufen, denn ich wusste, was mich erwarten würde. Kommentare wie: „Löscht euch, ihr H*********!“ waren da teilweise noch die harmlosesten. Bis auf zwei bis drei Personen kam niemand auf die Idee, mal direkt bei uns nachzufragen, was denn eigentlich los sei. Nur die Wenigsten haben konstruktive Kritik geäußert. Stattdessen wurde draufgehauen, wo es nur ging. Und das tat richtig weh. Ich wünsche niemandem, einmal selbst in diese Situation zu geraten. Besonders nicht, wenn man richtig viel Herzblut und Liebe in seine Arbeit steckt. Es waren zum Teil wirklich schreckliche Wochen.

Niemals den Glauben an das Gute verlieren

Aber es geht auch anders. Das genaue Gegenteil ist ein paar Monate später passiert. Irgendwo, ich weiß es leider nicht mehr genau, habe ich über unseren Twitter-Account einen frechen Kommentar hinterlassen. Es entwickelte sich eine kleine, aber feine Diskussion an deren Ende uns unglaublich viel Liebe geschenkt wurde. Einige Tage lang konnte ich Twitter nicht öffnen, ohne direkt von einer Lawine aus Herzchen und Lobhudeleien überhäuft zu werden. Ich kann gar nicht beschreiben, wie großartig sich so etwas anfühlt. Dieses Gefühl der Wertschätzung ist tausendmal mehr wert als irgendwelche Klickzahlen oder Reichweiten, es ist Balsam für die Seele und zeigt, dass ihr Leser wisst, dass hinter einem großen Namen ganz normale Menschen stecken, die manchmal nicht mehr als ein Herz-Emoji oder Zuspruch benötigen, um voll motiviert ihr Bestes zu geben. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals! Es war eine Wohltat.

Be More Pirate

So, genug der emotionalen Ausbrüche. Wir sind ein Magazin über Games, dann sprechen wir auch über Games! 2018 hatte eine unfassbare Blockbusterdichte. Ich muss zugeben, dass ich mich kaum an ein Jahr erinnern kann, in dem so viele gute Games herausgekommen sind. Allen voran natürlich Red Dead Redemption 2, das Ende Oktober quasi das Schwarze Loch der Branche war und jegliche andere Berichterstattung quasi unsichtbar gemacht hat. Doch auch abseits des Western-Epos‘ gab es eine Menge hochkarätiger Titel. Monster Hunter World, Spider-Man, God of War, Detroit Become Human, Super Smash Bros. Ultimate, Forza Horizon 4 und und und. Allein wenn ich alle Spiele aufzähle, die in diesem Jahr überzeugt haben, würde das die Ausmaße des Artikels sprengen, aber dafür haben wir unsere Toplisten. Stattdessen möchte ich ein paar persönliche Einblicke in meine Favoriten bieten und, vermutlich zur Überraschung vieler, ist Red Dead Redemption 2 nicht einmal dabei. Das Game hat mich einfach nicht so begeistert, wie ich es erwartet habe. Keine Frage, das Spiel ist großartig, aber so richtig gepackt haben mich die Titel von Rockstar Games nie.

Bei mir stand und steht Sea of Thieves von Rare an erster Stelle in diesem Jahr und ja, ich verstehe alle, die sagen, dass das Spiel zu wenig Inhalte und zu wenig Abwechslung bietet. Aber verglichen mit dem, was das englische Team im März herausgebracht hat, ist Sea of Thieves jetzt ein gänzlich anderes Produkt. Vier mehr oder weniger große Erweiterungen und zahlreiche Events haben eine beachtliche Menge an Inhalten gebracht. Der entscheidende Punkt, warum mich Sea of Thieves am Piratenhaken hat, ist allerdings ein anderer. Zum ersten Mal haben meine Freunde und ich ein Spiel gefunden, das wir gleichermaßen lieben. Unsere Leidenschaft ging irgendwann sogar so weit, dass wir uns nicht mehr zum Zocken verabredet haben, sondern unsere WhatsApp-Gruppe dazu genutzt haben, abzusagen, wenn wir mal nicht konnten! So etwas ist mir persönlich noch nie passiert und ich bin seit mehr als 15 Jahren in der Branche und spiele seit fast 30 Jahren. Ein anderer Punkt ist das Emergent Storytelling, denn eine vorgegebene Geschichte gibt es in dem Piratenspiel nicht. Wir schreiben unsere eigenen Geschichten. Ebenfalls etwas, das mich vorher null interessiert hat, aber durch Sea of Thieves sind unserer Truppe so viele lustige, kuriose und spaßige Dinge passiert, die eine vorgegebene Handlung nie hätte leisten können. Kurzum: Sea of Thieves hat uns näher zusammengebracht und uns allen eine Menge Spaß bereitet. Das tut es noch immer, obwohl wir mittlerweile alle eine Piratenlegende sind.

Sushi für alle!

Ein anderes Spiel, von dem ich in diesem Jahr überrascht wurde, ist Sushi Striker: The Way of Sushido. Es ist genauso bekloppt, wie es klingt, aber es war die perfekte Unterhaltung während meines Sommerurlaubs. Es geht um Sushi-Kriege, Geister und die Befreiung eines ganzen Landes, alles gepaart mit einer Puzzlemechanik, bei der man Teller stapeln und diese auf Gegner schmeißen muss. Untermalt wird das Ganze mit Anime-Sequenzen, die die hahnebüchene Geschichte in lustiger Art und Weise vorantreiben. Hätte mir jemand vorher gesagt, was mich erwartet, hätte ich demjenigen wohl einen Vogel gezeigt. Aber wie so oft sollte man sich nicht von der Hülle täuschen lassen. Von Zeit zu Zeit lohnt sich ein Blick hinter die Fassade.

2B or not 2B?

Okay, für das Wortspiel werde ich in die Journalistenhölle kommen, aber egal. Der diesjährige dritte Platz geht an NieR Automata für die Xbox One. Obwohl ich eigentlich ein Nintendo-Fanboy erster Klasse bin, komme ich an den Spielen des japanischen Studios PlatinumGames nicht vorbei. Die Entwickler dort wissen einfach, wie man Character-Actiongames macht. Bislang haben sie ihre eigene Königin noch nicht entthront, aber 2B ist Bayonetta dicht auf den Fersen. Ich komme zwar nicht mit dem Pod- und Chip-System des Spiels zurecht, aber dank der Hilfefunktion ist das auch nicht notwendig. Stattdessen faszinieren mich der Style und Aufbau des Spiels dermaßen, dass ich streckenweise sogar Sea of Thieves vergesse – und schwupdiwupp blieb ich länger als mir lieb ist, an NieR Automata kleben.

Jetzt mögen sich manche vielleicht fragen, wo denn Super Smash Bros. Ultimate in meiner Top 3 als Nintendo-Fanboy ist. Nun ja, mein Verhältnis zu dieser Spielereihe von Nintendo ist mehr als zwiegespalten. Auf der einen Seite bewundere ich die Detailverliebtheit und die Leidenschaft, die die Entwickler an den Tag legen, wenn es darum geht, das Spiel mit allerlei Nintendo-Geschichte zu füllen. Auf der anderen Seite begreife ich die Steuerung einfach nicht. Seit dem ersten Teil für das Nintendo 64 patsche ich lediglich mit meinen Wurstgriffeln auf dem Controller rum und hoffe, dass irgendetwas Cooles passiert. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ich die Tasten nach meinen Vorlieben belege oder die Standardeinstellungen nehme. Wenn es zu Smash Bros. kommt, bin ich der größte Noob auf diesem Planeten.

Wie kann man sich das vorstellen? Ungefähr so ...und ich bin eine Mischung aus allen Leuten, die gegen das "kleine Mädchen" verloren haben:

Eine Sache noch...

Das war es auch schon. Hat irgendjemand den Text überhaupt bis hier hin gelesen? Falls ja, dann herzlichen Glückwunsch an alle, die sich durch die Zeilen gequält haben. Ich wünsche euch allen ein paar entspannte Feiertage, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein spannendes 2019 mit vielen tollen Games.

Nicht verpassen!

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