Goodgame Empire Test: Mittelalter-Strategie für engagierte Eroberer

Goodgame Empire

TV-Spots am laufenden Band, Auszeichnungen und Preise und fast 50 Millionen registrierte Spieler: Die Statistik des kostenlosen Strategie-Browsergames Goodgame Empire kann sich sehen lassen! Wir werfen heute einmal einen genauen Blick auf das Spiel und versuchen herauszufinden, worin die Faszination eigentlich besteht – ist immerhin nicht so, dass es bislang keine Strategiespiele mit mittelalterlichem Setting gab. Was macht Goodgame Empire also besonders? Eine spannende Frage, der wir in unserem Test auf den Grund gehen wollen. Wir melden uns also einmal an und beginnen mit dem Aufbau unseres virtuellen Reiches. Vorab hier der offizielle Fernseh-Werbespot:

Was zunächst ins Auge fällt, nachdem wir uns bei Goodgame Empire eingeloggt haben, ist die bunte Comic-Grafik. Gefällt uns gut, wobei das letztendlich Geschmackssache ist. Das Spiel könnte man hinsichtlich Optik irgendwo zwischen Asterix & Friends und Die Siedler Online einordnen. Nicht zu verspielt, aber auch nicht übermäßig realistisch. Unser Burgfried thront von Anfang an majestätisch innerhalb der Burgmauer, nun ist es an uns, ein paar grundlegende Gebäude zu errichten, die die Rohstoffversorgung sicherstellen. Auch einige militärische Anlagen ergänzen wir gleich zu Beginn. Da Holz und Stein bei jedem weiteren Bau und für die Erweiterung der Burg gebraucht werden, stellen wir gleich mal eine Holzfällerhütte und einen Steinbruch auf. Alle Gebäude leveln wir im weiteren Spielverlauf immer weiter auf, denn das steigert ihre Produktivität. Auch eine Farm darf nicht fehlen, denn Bauern, Arbeiter und Soldaten haben natürlich Hunger. Der Einstieg in Goodgame Empire fällt uns recht leicht, da uns diverse Spielcharaktere mit Aufgaben durch die ersten Levels führen.

Nach und nach erweitern wir unsere Burgmauer immer weiter.

Dabei steht hinter einer Reihe an Quests immer eine größere Hintergrundgeschichte. So geht es manchmal darum, eine entführte Jungfrau zu retten oder sogar die Prinzessin höchstpersönlich. Der Weg bis zum Ziel ist dabei mitunter lang, denn bevor wir die Rettungsmission starten können, benötigen wir verschiedene Gebäude in unterschiedlichen Ausbaustufen und dazu noch Kampfeinheiten, die wir in der Kaserne erst einmal rekrutieren und ausbilden müssen.

Aktivität zahlt sich aus in Goodgame Empire

Es gibt zwei Währungen im Spiel (wenn wir Rohstoffe nicht dazuzählen): Münzen und Rubine. Wie viele wir davon haben, erkennen wir an einer Anzeige oben links. Münzen brauchen wir vor allem bei der Rekrutierung neuer militärischer Einheiten, aber auch für Angriffe und Spionageaktionen, ebenso wie für den Transport von Ressourcen. Durch unseren eifrigen Steuereintreiber stocken wir unseren Münzvorrat auf. Umso mehr Leute in unserer Burg leben, desto mehr Steuern können wir erheben. Auch die Erfüllung von Aufgaben oder Levelaufstiege bescheren uns gelegentlich Münzen. Rubine wiederum verwenden wir zum Beispiel, wenn wir nicht genügend Ressourcen haben, um die Burgmauer zu erweitern, oder um Wartezeiten abzukürzen. Auch einige besondere Gebäude und Dekorationen sind nur gegen Rubine zu haben. Die roten Steinchen bekommen wir zum Glück immer mal wieder als Belohnung für erledigte Quests oder wenn wir eine Stufe aufsteigen.

Die Spielbetreiber, Goodgame Studios (Goodgame Big Farm, Goodgame Disco), möchten natürlich, dass wir uns möglichst lange im Spiel aufhalten. Aktivität wird daher auf verschiedene Arten belohnt. Zum einen finden sich rings um unsere Burg herum manchmal Schatztruhen mit wertvollem Inhalt. Einfach draufklicken und warten – irgendwann können wir uns die Beute abholen. Außerdem lohnt es sich, die Bewohner unserer Burg in Goodgame Empire im Auge zu behalten. Manchmal tauchen über ihren Köpfen Symbole auf (zum Beispiel für Münzen, Nahrung oder Rohstoffe). Klicken wir rechtzeitig darauf, bevor sie wieder verschwinden, werden uns ein paar Einheiten gutgeschrieben.

In der Nähe unserer Burg tauchen immer wieder Schätze auf. Augen offenhalten!

Alles in allem gilt: Ohne Moos nix los, daher müssen wir uns darum kümmern, dass immer genügend Vorräte in der Kasse lagern. Abgesehen von den selbsterwirtschafteten Gütern und Münzen innerhalb unserer Burgmauer steht uns die Möglichkeit offen, Waren mit anderen Spielern zu handeln und zu tauschen. Dafür errichten wir einen Marktplatz, wo die nötigen Transportkarren hergestellt werden. Die Rohstoff-Vorkommen innerhalb der Burgmauern sind begrenzt, daher ist es sinnvoll, sobald wie möglich Außenposten zu errichten. Das ist ab Level 13 möglich. Die Art und Menge der dort abbaubaren Rohstoffe ist begrenzt, dennoch sind solche externen Stationen wichtig für den weiteren Machtausbau unseres Imperiums.

Alles auf Angriff: Spionage und Kampf um die Vorherrschaft

Goodgame Empire

Thema Machtausbau: Wirtschaft schön und gut, aber ohne militärische Mittel werden wir es in Goodgame Empire nicht weit bringen. Wir rekrutieren in der Kaserne unterschiedliche Einheiten, die auf Angriff und Abwehr und zudem auf Nah- und Fernkampf spezialisiert sind. Welche wir in den Kampf schicken, legen wir vor jeder Attacke individuell fest. Vorher ist es aber wichtig, uns einen Eindruck davon zu verschaffen, was uns hinter der feindlichen Burgmauer erwartet. Nachdem wir also die Weltkarte geöffnet und uns ein Ziel ausgesucht haben, schicken wir erst einmal einen Spion. Je nachdem, wie weit die jeweilige Burg von unserer entfernt ist, dauert dessen Reise kürzer oder länger. Wir finden nach seiner Rückkehr einen Spionagebericht in unserem Postfach – ganz traditionell wie in vielen anderen Strategie-Browsergames.

Vor jedem Angriff legen wir fest, welche Truppen wir schicken wollen.

Nun überlegen wir uns, ob wir einen Angriff wagen wollen und wenn ja, welche Einheiten wir frontal und an den beiden Flanken einsetzen möchten. Noch ein Klick auf den Bestätigen-Button und ab geht die … Schneckenpost. Wir können beobachten, wie unser Heer zur anvisierten Burg marschiert, den Kampf selbst sehen wir aber nicht. Stattdessen taucht wenige Sekunden nach der Ankunft unserer Truppen der Kampfbericht in unserem Postfach auf. Sieg oder Niederlage – Belohnung oder Verluste? Immer wieder spannend, wobei wir durch genaue Kalkulation vor der Schlacht relativ gut sicherstellen können, dass wir nicht verlieren. Abgesehen von Ruhm und Ehre und Erfahrungspunkten bringt uns eine gewonnene Schlacht wertvolle Ressourcen ein. Plünderungen sind eine wichtige Einnahmequelle in Goodgame Empire!

Die Macht der ritterlichen Allianz

Wir finden auf der Weltkarte einerseits NPC-Raubritterburgen unterschiedlicher Stufen, aber natürlich auch die Imperien anderer Spieler. Bevor wir uns in PvP-Schlachten stürzen, denken wir lieber einmal darüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre, einer Allianz beizutreten. Bündnisse mit Spielern bergen verschiedene Vorteile, sowohl wirtschaftlicher als auch militärischer Art. Zum einen können wir uns innerhalb einer Allianz auf organisierte Weise mit Rohstoffen aushelfen, zum anderen ist es möglich, gemeinsame Strategien auszuhecken und unsere Streitkräfte zu bündeln, um jeden noch so starken Feind plattzumachen. Wenn wir einmal in großer Bedrängnis sind, weil uns jemand angreift, haben wir auch die Option, unsere Verbündeten um militärischen Beistand zu bitten – und natürlich umgekehrt.

Wenn wir nun durch geschicktes Wirtschaften und erfolgreiches Plündern einige Fortschritte erzielt und Stufe 25 erreicht haben, können wir in Goodgame Empire neue Königreiche freischalten – drei an der Zahl. In jedem dieser Reiche haben wir die Möglichkeit, eine weitere Burg zu errichten, neue Rohstoffe abzubauen und unser Imperium weiter zu vergrößern.

Sieg! Jede gewonnene Schlacht beschert uns reiche Belohnungen.

Pro
Ansprechende Grafik im Comic-Stil
Stimmungsvoller Sound
Viele Beschäftigungsmöglichkeiten während langer Bauzeiten
Neue Features für High-Level-Spieler (z.B. weitere Königreiche)
Contra
Keine Kampfanimationen, stattdessen nur Berichte
Wirtschaftssystem eher oberflächlich, nur wenige Ressourcen
Für Core-Strategen generell zu casual
Burg-Ansicht etwas unübersichtlich

4/5 Sterne

Fazit

Goodgame Empire punktet mit verschiedenen Aspekten, die es so – oder zumindest in dieser Kombination – eher selten zu finden gibt in der Strategie-Browsergame-Welt. Siedlung aufbauen, Wirtschaft ankurbeln, andere Burgen angreifen – das alles ist natürlich nicht super-innovativ, allerdings gibt es während der mitunter recht langen Wartezeiten doch immer irgendetwas zu tun. So finden wir außerhalb unserer Burgmauer lustige Gesellen, Wegelagerer, manchmal sogar Wölfe, mit denen wir irgendwie verfahren müssen, wobei die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen, unterschiedliche Konsequenzen für unsere Rohstoff- und Münzkonten hat. Die verschiedenen Aktivitätsboni im Spiel ermuntern uns tatsächlich dazu, länger dabeizubleiben, denn wer lässt sich schon gerne einen reichen Schatz entgehen? Multiplayer-Funktionen wie das Allianzsystem sind natürlich Voraussetzung, eröffnen im eigentlich recht „casual“ anmutenden Strategiespiel  aber doch Optionen, um taktische Tiefe zu schaffen. Alles in allem haben wir uns während unseres imperialen Ausflugs in die mittelalterliche Welt von Goodgame Empire durchaus gut unterhalten gefühlt.

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