Männliche Arschlöcher vs. Turbo-Emanzen

Autor: Ahmet Iscitürk

Es gibt keine normalen Menschen mehr und das Extrem ist die neue Mitte.

Männliche Arschlöcher vs. Turbo-Emanzen

Männliche Arschlöcher vs. Turbo-Emanzen

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: King, das Studio hinter Candy Crush Saga, wollte eine Entwicklerkonferenz nur für Frauen veranstalten. Sofort drohten ein paar Internet-Trolle (natürlich männlich) damit, die Veranstaltung zu unterwandern. Der teuflische Plan: In Transgender-Verkleidung einschleichen, Vorträge stören und Unruhe stiften. Die bloße Absichtsbekundung der Internet-Bullys war für die Organisatoren Grund genug, gleich die komplette Konferenz abzusagen.

Haben die Veranstalter überreagiert? „Warum denn gleich komplett absagen? Man hätte einfach schärfere Kontrollen durchführen und Männern in Frauenkleidern den Zutritt verweigern können!“, so ein Kommentar. Nur ist das in einer politisch korrekten Gesellschaft gar nicht so einfach. Würdet Ihr erkennen, ob es sich bei einer Person um einen verkleideten Troll handelt oder um eine Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist? Einer Transgender-Person den Eintritt zu verwehren, ist quasi ein programmierter Shitstorm.

Schubladen, anyone?

Äh, lautet die korrekte Bezeichnung wirklich „Transgender-Person“? Klingt für mich irgendwie komisch. Ich bezeichne einen Mann doch auch nicht als „Male-Gender-Person“. Ich musste mich tatsächlich erst einmal im Netz schlaumachen, um auf der sicheren Seite zu sein. Dabei habe ich viel gelernt: "Trans" ist lateinisch für "jenseitig", während "cis“ auf Deutsch "diesseitig" bedeutet. Menschen, die sich mit dem ihnen zugewiesenen Geschlecht identifizieren, nennt man deshalb "Cisgender". Es gibt Cisfrauen und Cismänner, also im Endeffekt halt Frauen und Männer. Früher hat man gegen das Schubladendenken angekämpft, während sich die Social Justice Warriors heute ihre eigenen bauen.

In den vergangenen Dekaden hat sich bei den Themen Soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung der Geschlechter vieles gebessert. Aktuell scheinen sich die Fronten aber wieder zu verhärten. Könnte auch daran liegen, dass man vor allem die Meinungen derer wahrnimmt, die am lautesten schreien. Selten ist es die Stimme der Vernunft, die uns heftig ins Ohr brüllt. Zum Beispiel Anita Sarkeesian, die hinter jedem männlichen Spielehelden eine sexistische Verschwörung vermutet. Minecraft-Erfinder Notch ist aber auch nicht besser. Er behauptet, dass uns Feministinnen durch „Gender-Shaming“ zum Schweigen bringen möchten. News-Seiten stürzen sich natürlich wie die Wilden auf solche Geschichten und schon wird daraus ein neuer Krieg.

Die argumentative Sackgasse

Zurück zum gecancelten King Gaming Ladies Event: Auf der einen Seite hat man Frauen, die unter sich bleiben möchten und auf der anderen Seite ein paar Vollidioten, die sich damit nicht abfinden möchten. Man kann sich natürlich die Frage stellen: Wieso gibt’s keine Entwicklerkonferenzen nur für Männer? Treibt man nicht erst recht einen Keil zwischen die Menschen, wenn man solche Veranstaltungen nach Geschlechtern trennt? Ich finde tatsächlich, dass der Gleichberechtigungswahn vieler Frauen ziemlich kontraproduktiv ist. Gleichzeitig verstehe ich aber ihren Frust, weil Sexismus in der Gesellschaft immer noch ein großes Problem darstellt.

Nicht wenige bezeichnen mich als Sexisten, weil ich schon mal Witze über Frauen gemacht habe. Was sie dabei nicht kapieren: Ich mache auch Witze über Männer, Übergewichtige, Magersüchtige, Ausländer, Deutsche, Heteros – kurz: Ich mache Witze über alles und jeden. Am häufigsten nehme ich mich selbst aufs Korn. Wir sind zu einer Gesellschaft mutiert, die Worten mehr Bedeutung beimisst als Taten. Ein Mensch kann jahrelang nur Gutes tun, doch wenn er einen falschen Tweet vom Stapel lässt, wird er von der Netzgemeinde gelyncht. Und damit wären wir wieder bei den Meinungsmachern, die am lautesten schreien.

Ein wenig gesunder Menschenverstand würde auch den Leuten bei Koei Tecmo nicht schaden. Die haben eine sogenannte SenseVR-Version der Busensimulation Dead or Alive Xtreme vorgestellt. Diese wird in Spielhallen sowie Vergnügungsparks aufgestellt und mit besonderen Spielereien ausgestattet. Mit dem VR-Helm könnt Ihr Mädels nicht nur ganz genau beobachten, sondern auch an ihnen riechen. Der Automat verströmt also Gerüche, was für sich alleine schon ziemlich creepy ist. Der Spieler wird aber auch mit Wind, Kälte, Wärme und Nässe konfrontiert. Wie lange es wohl noch dauert, bis Dead or Alive Xtreme die Möglichkeit bietet, Sklavinnen im Keller einzusperren?

Über den Autor:

Kleinkariertes, die @SchweinOfLove Kolumne

Kleinkariertes, die @SchweinOfLove Kolumne

Ahmet Iscitürk schreibt seit 1998 über Spiele und vieles mehr. Seine Texte sind schlecht und er schämt sich dafür.

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