Farmerama Test: Komplexe Bauernhof-Simulation für gesellige Landwirte

Tiere mit großen Augen erwarten uns in Farmerama.

Es gibt eine Vielzahl von kostenlosen Bauernhof-Spielen in den Weiten des Internets, aber Farmerama ist dennoch eine Ausnahmeerscheinung. Zirka 50 Millionen Spieler haben sich seit dem offiziellen Startschuss im Jahr 2009 angemeldet – eine Hausnummer. Was also zeichnet Farmerama im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern aus? Das wollen wir herausfinden! In unserem Test verraten wir euch, mit welchen Features die Farm-Simulation des Hamburger Spiele-Publishers und -Entwicklers Bigpoint punktet und wo Schwachstellen liegen.

Aller Anfang ist leicht – zumindest, wenn’s um Bauernhofspiele geht. Der gestaltet sich nämlich in aller Regel sehr ähnlich. Auch in Farmerama beginnen wir unsere aussichtsreiche Karriere als Online-Landwirt mit ein paar mickrigen Feldern, auf denen wir zunächst einige wenig spektakuläre Gewächse anpflanzen: Karotten, Weizen und Kohl. Einfach Feld anklicken, Saat auswählen, gießen, warten. Nach einiger Zeit – die Reifedauer variiert je nach Pflanze – können wir per Klick die Ernte einfahren. Das erklärt uns zunächst auch eine redselige Eule, die uns pflichtbewusst durchs Tutorial führt. Viel falsch machen können wir eigentlich nicht, denn die Arbeitsprozesse wiederholen sich stets. Es ist wichtig, sich nach der Ernte nicht auf die faule Haut zu legen, sondern gleich die nächste Saat auszustreuen, denn nur so stocken wir sowohl unsere Vorratskammer als auch unser Konto auf. Erfahrungspunkte gewinnen wir unter anderem, indem wir ernten, Aufgaben erledigen und Tiere züchten. Und wenn wir eine bestimmte Menge an EP erreicht haben, steigen wir im Level auf. Das dauert in Farmerama auffällig lange – aber womöglich kommt uns das auch nur so vor, weil wir inzwischen die schnellen Spielfortschritte in Mobilegames gewöhnt sind. In Bigpoints Farmsimulation ist jedenfalls mehr Geduld gefragt. Motivation dafür gibt es jede Menge, denn mit jeder Stufe schalten wir neue Bereiche im bunten Farmerama-Land frei und zudem neue Sachen im Shop. Hier können wir übrigens grundsätzlich mit zwei Währungen bezahlen – je nach Ware. Die reguläre Spielwährung sind die Moospenny, die wir unter anderem brauchen, um uns neue Ställe und Dekorationsobjekte anzuschaffen. Tulpgulden hingegen verdienen wir nicht so ohne weiteres beim normalen Spielen. Die Premiumwährung gibt’s gegen echtes Geld oder manchmal auch in geringen Mengen bei Events und als Boni im Spiel, zum Beispiel am Farmwheel.

Am Farmwheel drehen und gewinnen - ein kleines "Spiel im Spiel".

Viele Gebiete wollen erst einmal freigeschaltet werden

Über die Landschaftskarte von Farmerama bekommen wir einen Überblick über alle verfügbaren Bereiche und solche, die wir erst noch freischalten müssen, indem wir im Level aufsteigen. Wir nutzen die Gelegenheit, während unser angepflanztes Gemüse wächst, um uns einmal umzusehen. In der Stadt finden wir zum Beispiel die Post, wo wir mit anderen Spielern kommunizieren können. Auch gibt es hier einen Markt, auf dem wir unsere Waren feilbieten oder benötigte Güter kaufen können. Generell ist die Interaktion mit anderen Landwirten von großer Wichtigkeiten im Browserspiel. Das merken wir spätestens, wenn wir uns das erste Mal auf die Wilde Wiese begeben. Das ist so eine Art Zweitfarm, die uns zusätzlichen Platz bietet. Bevor wir die Fläche aber nutzen können, müssen wir Nachbaren um Hilfe bitten, denn hier liegt überall Schutt und Geröll herum, das wir alleine nicht beseitigen können.

Die Wilde Wiese müssen wir mit Hilfe von Nachbarn vom Geröll befreien.

Wir haben auch die Option, Helfer einzustellen oder Freunde zu mieten, aber das kostet. Die unbedingte Abhängigkeit von der Zusammenarbeit mit anderen gehört sicherlich zu den Faktoren, die Farmerama innerhalb kurzer Zeit einen massiven Nutzerwachstum beschert haben. Und die dafür sorgen, dass wir es als einsame Wölfe auf Dauer sehr schwer haben werden. Wir können uns nämlich nicht nur bei den Aufräumarbeiten unterstützen, sondern auch Geschenke verschicken. Das ist eine lohnenswerte Nebenbeschäftigung, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass uns die beschenkten Freunde im Gegenzug auch etwas zukommen lassen.

Artenvielfalt und lustige Events auf dem Bauernhof

Tiere gibt’s natürlich auch in Farmerama – jede Menge davon sogar. Allerdings dauert es ziemlich lange, bis wir ein einigermaßen vorzeigbares Portfolio an tierischen Schützlingen beisammen haben. Wir beginnen ganz klein mit ein paar Hühnern. Später aber kommen auch ausgefallene und exotische Arten dazu. Die fühlen sich mitunter freilich nicht wohl im gemäßigten Klima unserer Hauptfarm und deshalb gibt es einen wahrlich paradiesischen Außenposten zu entdecken: Bahamarama! Die Südsee-Insel ist gar nicht weit vom Festland entfernt und steht fortgeschrittenen Spieler via Bootsanreise offen. Hier sammeln wir die Bahamarama-Währung Bananen und züchten eine Vielzahl an außergewöhnlichen Tieren. Auch die Pflanzenwelt ist ans tropische Klima angepasst.

Mit dem Boot gelangen wir zu Bahamarama.

Für Abwechslung sorgen zudem regelmäßige Events. Bekanntestes Beispiel ist vermutlich die allmonatliche Grusel-Nacht, ein 24-stündiges Event, das einst aus einem Halloween-Fest hervorgegangen war und inzwischen zur beliebten Tradition geworden ist. Während der Vollmond-Nacht geht das Licht über unserer Farm aus und wir bauen höchst merkwürdige Gewächse an, wobei wir die Erträge anschließend in Jack’s Shop gegen ebenso merkwürdige Deko-Objekte eintauschen. Damit verwandeln wir unseren ansonsten so beschaulichen Bauernhof in ein wahres Gruselkabinett.

Farmerama Bewertung

GrafikBigpoint setzt volle Kanne auf Niedlich-Optik. Zuckersüße Farmtiere mit übernatürlich großen Augen blinzeln uns an, während wir im kunterbunten Farmerama-Land unsere Landwirtschaft auf Vordermann bringen. Das ist alles hübsch anzuschauen, wer aber auf realistischere Darstellungen Wert legt, wird die Grafik befremdlich finden.
SoundAuf die Ohren gibt’s in Farmerama in erster Linie lustige Tiergeräusche, Vogelgezwitscher, plätschernde Bächlein oder auch mal Stimmengewirr, wenn wir uns gerade in der Stadt aufhalten. Der Sound variiert je nachdem, wo wir uns befinden. Musik gibt es nicht, stattdessen Klickgeräusche bei jeder Aktion. Das kann man glücklicherweise deaktivieren.
UmfangFarmerama gehört sicherlich zu den komplexesten Bauernhof-Browsergames, die es derzeit gibt – wenn es nicht gar das komplexeste überhaupt ist. Wir starten zwar sehr übersichtlich mit unseren paar Feldern, aber dank etlicher Erweiterungen, die in den vergangenen Jahren hinzugekommen sind, gibt es vor allem für fortgeschrittene Spieler immer neue Sachen zu entdecken. Für Langzeitmotivation ist damit gesorgt.
Free-to-Play-BalanceTulpgulden, die Premiumwährung, spielen eine ziemlich zentrale Rolle in Farmerama. Natürlich können wir auch komplett kostenlos spielen, mehr Spaß macht’s aber allemal, wenn wir Geld investieren. Pay-to-Win gibt es in einer Farmsimulation natürlich nicht, aber Bezahl-Spieler haben schon deutliche Vorteile, was den Spielspaß angeht. Tulpgulden kommen nämlich in fast allen Bereich des Spiels zum Einsatz.
SpielspaßWer Farmsimulationen und niedliche Tiere mag, kommt in Farmerama auf seine Kosten. Aus dem einst simplen Klick-und-Ernte-Spiel ist ein ziemlich komplexes Gebilde geworden, das auch im späteren Spielverlauf für immer neuer Möglichkeiten sorgt. Ein Ende ist auch nicht in Sicht, nach wie vor stellen die Entwickler regelmäßig zusätzliche Inhalte ein. Events wie die monatliche Vollmondnacht sorgen ebenfalls für Abwechslung.
Pro
Große Vielfalt an Tieren, Pflanzen, Features
Niedliche Grafik
Zahlreiche Möglichkeiten der Interaktion mit anderen
Stetig neue Inhalte auch für Langzeitspieler
Contra
Für Gelegenheitsspieler fast schon zu komplex
Lange Wartezeiten bremsen das Vergnügen
Einzelspieler haben auf Dauer wenig Freude

4/5 Sterne

Fazit

Farmerama punktet mit einer sehr komplexen Spielwelt, die wir als Anfänger zunächst gar nicht zu sehen bekommen. Da wir neue Bereiche erst nach und nach freischalten, gewöhnen wir uns langsam an die zahlreichen Features und Gebiete, die allesamt mit jeder Menge Aufgaben locken. Zu tun gibt’s also genug, deswegen dürften sich auch erfahrene Spieler nicht so schnell langweilen. Die Krankheit der langen Wartezeiten grassiert leider auch in Farmerama, es sei denn natürlich, wie investieren in Tulpgulden und Superdünger. Immerhin: Auch als Gratis-Spieler können wir fast alles uneingeschränkt nutzen, es braucht nur etwas mehr Geduld. Wichtiger noch als Geld sind Freunde im Browsergame, denn ohne hilfsbereite Nachbarn kommen wir nicht allzu weit. Insofern ist Farmerama für alle Bauernhof-Fans, die gerne gemeinsam mit anderen Spielern Landwirtschaft treiben und es nicht ganz so eilig haben, eine Empfehlung wert.

Nicht verpassen!

Goodgame Empire bei Nacht
(302)
Warface
(50)
Forge of Empires Fall
(198)
S.K.I.L.L. - Special Force 2
(30)
Vikings: War of Clans
(34)